Schilderlichten: Antwort aus dem Rathaus

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schilder2 Aus der luftkurörtlichen Verwaltung habe ich sehr rasch ( ;-) ) eine Antwort auf meine Anfrage bekommen, ob sich die Marktgemeinde Dießen an der bayernweiten Aktion zur Auslichtung des Schilderwaldes beteiligt. Demnach gibt es „zu einer Beteiligung des Marktes an dieser Aktion bisher noch keine verbindliche Aussage“. In der Nachricht heißt es auch – und da stimme ich zu – Kommunen, wie z.B. der Markt Dießen, hätten die Möglichkeit, das Aufstellen von „überflüssigen“ Schildern, die mit dieser Aktion entfernt werden sollen, erst gar nicht zu beschließen. Auch wenn es für jedes Schild eine verwaltungs- und verkehrstechnisch einwandfreie Begründung gibt, wäre so manches Schild im Gemeindegebiet „überflüssig“, wenn es ausreichend Vernunft und Rücksicht aller Verkehrsteilnehmer gäbe.

Das ist wohl wahr! Da wir aber nun mal einen Schilderdschungel haben sprießen lassen, ist es doch gute Zeit auszulichten. Dazu kann auch gehören, nicht nur überflüssige Schilder hier und da einfach abzuschrauben (das dafür vorhandene Potenzial allein in St. Alban habe ich ja hier gezeigt). Für einige Straßen in der Marktgemeinde könnten neue, übergreifende Regelungen massiven Schilderabbau bringen. Gemeinderäte, traut Euch…!!

schilder2

“Machen Sie mit und lassen Sie uns gemeinsam den Schilderwald lichten!”, ruft das Bayerische Staatsministerium des Innern, für Bau und Verkehr dieser Tage im Web auf. Dießen bietet einiges zum Auslichten. Bei der Gelegenheit sollten wir mal überlegen, woher eigentlich dieser Schilderwahnsinn kommt.

Weil schlecht lesbare, zu viele oder gar überflüssige Verkehrsschilder ablenken und Verwirrung stiften, gut gemeinte “Schilderbäume” von den Verkehrsteilnehmern nicht richtig erfasst werden können, sollten nun die Verkehrsschilder auf Bayerns Straßen systematisch überprüft werden. Das Innenministerium will mit der bis zum 31. August laufenden Aktion “die Anzahl der Schilder auf das notwendige Maß reduzieren und verbrauchte oder beschädigte Schilder erneuern.”

Der Bitte, über ein speziell eingerichtetes Bürger-Webformular Verkehrsschilder – das wird sogar anonym gestattet! – zu melden, die man für überflüssig hält oder die erneuert werden sollten, bin ich gerade gerne nachgekommen. Natürlich bin ich gespannt, ob meine Ansicht zum “gemeldeten Verkehrszeichen” geteilt wird und vor allem, was dann geschieht.

Mein Objekt Nr. 1 der Kritik ist das noch relativ frische Verkehrszeichen am Bahnübergang in der Birkenallee St. Alban geradeaus zu fahren (und ja nicht auf die Gleise links oder rechts abzubiegen…?!). Dieses Schild möchte ich beispielhaft überprüft und abgeschraubt sehen.

Wie auf der Website der freistaatlichen Lichtungsaktion versprochen wird, kann man sich über das Ergebnis der Bearbeitung später mithilfe einer individuellen Vorgangsnummer informieren. Es fehlt auch nicht der ordnende Hinweis, dass die staatlichen Behörden nur Verkehrsschilder “in ihrer Zuständigkeit” bearbeiten können. “Meldungen zu Schildern in kommunaler Verantwortung” würden an die zuständigen Landkreise, Städte und Gemeinden weitergeleitet. Ich bin gespannt.

verkehrszeichen gerade

Mein Top-Favorit allerdings der überprüfungswürdigen und überflüssigsten Verkehrszeichen in meiner Nachbarschaft hat sich im unteren linken Bild in der rechten Bildhälfte versteckt:

verkehrszeichen rechts schilder1

Es steht ganz still und stumm hinter dem Bahnübergang rechts auf einer Wiesenein- und -ausfahrt in der Landschaft herum. Auf grüner Wiese soll der Verkehrsstrom nach rechts in die Lachen-Birkenallee abgeleitet werden, wo wer weiß wie selten mal ein Trecker von der Wiese tuckert…

Schau’n mer mal!

Bei diesem dankbaren Thema stellt sich mir übrigens noch eine ganz andere Frage: Wie kommt es eigentlich zu diesen Schilderwucherungen? Wer vermehrt sie, und wie?? Wer hat z.B. nicht auch schon selbst daran gedacht, vor seinem Fenster eine Tempo-30-Zone ausschildern zu lassen? Die Verwaltung muss das entscheiden, zumeist greift sie “sicherheitshalber” auf das Votum des Bauausschusses zurück. Dort stehen immer wieder – offensichtlich unwiderstehliche – Anträge von Bürgern auf der Tagesordnung, hier das eine, dort das andere Verkehrszeichen hinzuschrauben. Sogar ein bisschen Steuergeld ließe sich mit einem öfteren “Nein!” einsparen. Vielleicht macht es auch Sinn, gegenteilige Anträge zum Abschrauben einzubringen?! Zwei Beispiele hätte ich hier ja schon mal genannt.

Es sticht seit Tagen ins Auge – doch der MOOSBLOGGER hat noch kein Sterbenswörtchen dafür übrig gehabt: das neue, flächendeckende, unübersehbare Parkleitsystem in unserem Luftkurörtchen. Heute nun soll diese neueste Errungenschaft hier gewürdigt werden.

Im Juni 2008 habe ich hier im MOOSBLOGGER über eine gut besuchte Jahreshauptversammlung des Ortsverbandes im Bund der Selbständigen/Dt. Gewerbeverband berichtet, auf der die Murnauer Erfahrungen bei der Umgestaltung der Ortsmitte diskutiert worden waren. Eines der Themen war damals, ein Parkleitsystem in Dießen einzuführen.

Nun ist es also da. An vielen Ecken und Enden des Luftkurörtchens prangen die neuen Verkehrsschilder und helfen bei der Orientierung in der City unserer Flächengemeinde. Manches Schild bietet dabei reichlich Platzreserven für zukünftige Einträge vermutlich noch geplanter, angedachter, in den nächsten Jahren zu realsierender Vorhaben.

Mancher Ästhet soll zwar die Dimension und wohl auch Platzierungslokationen der neuen Parkleitsystemschilder bemängelt haben, aber wir werden uns sicher rasch daran gewöhnen. Beim Hinterfragen der ausladenenden Größe sollten auch die anhaltenden Veränderungen der Altersstruktur der heimischen wie herströmenden Autolenker nicht außer Acht gelassen werden.

Was allerdings wirklich geprüft werden sollte; ob man nicht das eine oder andere überflüssig gewordene Hinweisschild abschrauben kann. Ich denke, da gibt es nun so manche Doublette im Luftkurörtchen, wie das Beispiel Bahnhofsschilder zeigt.