Gestern war ich – und mit mir noch zwei andere Zuschauer – im Bauerntheater. Genauer gesagt, waren wir in der Dießner Kinowelt und haben uns “Hinterdupfing” angeschaut. Ich mag sie, diese trachtig-derben Heimatkomödien der Bayern, wie “Die Scheinheiligen” und “Wer früher stirbt, ist länger tot”. Jetzt läuft im Kino “Hinterdupfing”; die Erwartungen waren groß, die Vorgängerfilme haben die Latte hochgelegt. Und, wie war es?

Es geht um ein bayerisches Kuhdorf weit hinter Rosenheim, in das sich zunächst zufällig Touris aus dem Ruhrpott verirren. Sie stranden dort, weil ihr Auto kaputt gegangen wird (anfangs nur ein Zufallstreffer aus der Flinte). Ein paar Dorfjugendliche erkennen, dass Gäste Geld und Arbeit bringen, dann helfen sie nach, damit es noch mehr werden. Der Boom setzt ein, Hinterdupfing blüht auf, alles ist prächtig. Bis eines seligen Abends das Bier ausgeht. Nun hassen die Einheimischen, allen voran der dauersaufende Gemeinderat am Stammtisch der Dorfkneipe, die Touristen, die nur noch “Terroristen” sind, die ihnen das Bier wegsaufen… Ein Bild für die Götter, als die Ratsherren mit einem Glas Milch vor sich beratschlagen, wie man die Preußen-Plage wieder los wird.

Man könnte sagen, das ist eine heitere Geschichte von der Suche ein paar Beherzter nach Wandel, eine Komödie über aberwitzig-provinzielle Marketingideen. Hinterher frage ich mich: Nur ein Hirngespinst? Ist Hinterdupfing nur im Chiemgau? ;-)

Den Film fand ich “gewöhnungsbedürftig”: Nicht, weil hier stringent boarisch g’ret wird und auch nicht, weil die Handlung zumeist in der klebrigen Dorfwirtschaft, in der schäbigen Autowerkstatt und in der Metzgerei mit dem fetten Groben spielt. Ebenso sorgt die launig folkloristische Musik und das köstliche Ausschlachten aller erdenklichen Bayern-Klischees und Preußen-Witze für prächtig heitere Unterhaltung. Gewöhnungsbedürftig sind die Laien-Darsteller; so mancher Mono- und Dialog kommt in den knapp zwei Stunden wie gerade auswendig gelernt holprig daher, genauso wie manche filmtechnische Hakelei.

Das Urteil relativiere ich aber gerne: “Hinterdupfing” haben nämlich “Hobby-Filmer” aus dem Chiemgau gemacht – Studenten und in verschiedensten Berufen Tätige. Und: Das ganze Projekt ist ohne finanzielle Grundlage und ohne Förderungen entstanden, ist auf der Website zum Film zu erfahren. Dass immer wieder in diesem Film mit offensichtlich einfachen Mitteln improvisiert wurde wird ebenso sichtbar, wie jener Umstand, dass die Schauspieler, größtenteils Amateure, ohne Gage an kostenlos verfügbar gemachten Drehorten spielten.

Mein Urteil: ●●●○○ (3 von 5 Punkten), “kann man sich anschauen”.

 

Eigentlich war sie nur als April-Scherz im MOOSBLOGGER gedacht; die Sache mit der Postboje auf dem Ammersee. Aber wie dem Kommentar von “debe” aus Bonn zu entnehmen ist, ist das gar nicht überall Seemansgarn. Er hat ein paar interessante Links gesetzt, von denen einer zum Naturpark “Steinhuder Meer” führt. Dort gibt es seit Jahren eine Postboje, seit 1993 von einem Segelclub betreut. Exklusive Urlaubsgrüße, mit einem Sonderstempel versehen, werben so extra-cool für die Urlaubsregion; immerhin ca. 1.200 Mal in jeder Saison. – @”debe”; vielen Dank für den Kommentar!