Am Freitag ist wieder Radl-Demo für den Radweg Birkenallee zwischen Dießen und Fischen. Start ist 17 Uhr am Feuerwehrhaus in Fischen. Zuletzt trafen sich die Diessener Befürworter immer eine halbe Stunde vorher, 16.30 Uhr, am Bahnübergang Ortsausgang Richtung Raisting zur gemeinsamen Hinfahrt.

Zwar bin ich diesmal nicht dabei, aber dennoch hoffe ich, dass die Diessener wieder so zahlreich Flagge zeigen, wie immer…!

Vor der Radl-Demo hat die “Initiative Birkenallee-Radweg” übrigens eine Presseinformation veröffentlicht, die hier ungekürzt nachzulesen ist:

Birkenallee-Radweg / „Wir warten auf die Studie“ / Faktencheck brachte keine Ergebnisse

„Wir warten auf die Ergebnisse der Machbarkeitsstudie, von ihr hängt es ab, ob überhaupt eine Chance besteht, den Birkenallee-Radweg zu realisieren oder nicht“. So fasst Prof. Ernst Roeckl (Fischen) die aktuelle Situation um die von vielen Bürgern in der Region ersehnte Radverbindung zwischen Fischen und Dießen zusammen. Der unter größter Geheimhaltung Mitte Januar in Dießen veranstaltete nicht öffentliche sogenannte Faktencheck dagegen brachte so gut wie keine Ergebnisse. „Zwar sollen die einzelnen Beiträge der Teilnehmer in Kürze veröffentlicht werden, aber ich habe den Eindruck, das bringt uns nicht wirklich weiter“, so Roeckl.

Deswegen setzt die von der Lebensraumplanung Pähl ins Leben gerufene Initiative Birkenallee-Radweg jetzt ihre Hoffnungen auf die Machbarkeitsstudie, in der ein unabhängiges Institut alle relevanten Fakten rund um einen Radweg entlang der Birkenallee untersucht und gegeneinander abwägt. „Hier spielen Fakten zum Brutverhalten der in dem Gebiet angesiedelten Vögel ebenso eine Rolle, wie Daten zum Verkehr auf der Birkenallee“, so Pähls Bürgermeister Werner Grünbauer. Er hatte mit seinen Kollegen aus Dießen und Raisting die Studie in Auftrag gegeben. Sie soll im Juni dieses Jahres veröffentlicht werden.

Bis es soweit ist wird die Initiative Birkenallee-Radweg an jedem ersten Freitag im Monat Radldemos von Fischen nach Dießen organisieren. Nach einem eher frostigen Auftakt Auftakt im März, an dem immerhin über 70 Radler aus Fischen und Dießen teilgenommen haben, erwartet Hauptinitiator Roeckl am Karfreitag, 3. April, bereits wieder über 100 Teilnehmer. „Wir haben die Veranstaltung wieder offiziell als Demonstration angemeldet, so dass wir gefahrlos auf der von der Polizei gesperrten Birkenallee von Fischen nach Dießen und zurück radeln können.“

Gerne komme ich der Bitte zum Weitersagen nach, die Ernst Roeckl aus Pähl ins Web gesendet hat. Es ist wieder Radl-Demo-Time! Hier seine Nachricht:

Liebe Radlfreunde,

endlich ist das langersehnte Ende der demofreie Winterpause da: Am 6. März und dann immer wieder am ersten Freitag jedes Monats treffen wir uns um 17 Uhr am Feuerwehrhaus in Fischen, um die Birkenallee in Richtung Dießen bis zum Bahnübergang und wieder zurück zu radeln.

Anschließend findet der “traditionelle” Radlerstammtisch beim Mercatino statt. Bei dieser Gelegenheit gibt es ja einiges zu diskutieren, z. B. die von den Gemeinden Dießen, Pähl und Raisting in Auftrag gegebene Machbarkeitsstudie für den Birkenallee-Radweg und den Radweg Dießen-Raisting oder den am 21.1.15 veranstalteten, nichtöffentlichen “Faktencheck” mit den Bürgermeistern der drei Gemeinden sowie Vertretern von Interessenverbänden und Behörden.

Die Aktion am 6.3.15 ist als “Demo” angemeldet, sodass wie bei den beiden vorangehenden Aktionen die Birkenallee zwischen 17 und 18 Uhr polizeilich gesperrt sein wird. Teilnehmer aus Dießen sollten sich möglichst gegen 16:30 am südlichen Bahnübergang treffen und 16er-Gruppen bilden, die im “Critical-Mass-Verband”  nach Fischen radeln. Auch für die Rückfahrt nach Dießen könnten derartige Verbände gebildet werden.

Bitte geben Sie diese Mail an Interessierte weiter und werben Sie auch auf anderem Wege für die Aktion – vielen Dank hierfür im Voraus!

Für die Initiative Birkenallee-Radweg der Lebensraumplanung Gemeinde Pähl 

Ernst Roeckl

 

P.S. des MOOSBLOGGERs: Wenn es nicht zuuuuu kalt ist, bin ich wieder dabei. Ihr auch??

Ich hatte ja in meinem letzten Beitrag “5 Gründe” genannt, “der nächsten Gemeinderatssitzung zu lauschen”. Heute habe ich gelauscht – und bei zwei Punkten fleißig mitgekritzelt.

Ehrgeizige Klinik-Pläne & ein altbekanntes Problem

Prof. Dr. Rainer Salfeld, Geschäftsführender Gesellschafter der Artemed SE, skizzierte, wie das barocke, denkmalgeschützte Diessener Kloster vom Heiligen Vinzenz von Paul (neben dem Marienmünster) in nun 50-jähriger Erbpacht (mit Verlängerungsoption) zu einer psychosomatischen Klinik umgestaltet werden soll. Salfeld hat Rechtswissenschaften an der Uni Bielefeld studiert, am Institut für Wirtschafts- und Gesellschaftsrecht promoviert, war bei McKinsey & Company Senior Partner für den Bereich Gesundheitswesen, gehörte 1990 zu den Gründern der Artemed-Kliniken, ist Lehrbeauftragter für Wirtschaftswissenschaften an der Uni Augsburg und Honorarprofessor.

Auch heute Abend betonte er gegenüber dem Diessener Gemeinderat den therapeutischen Wert des Dießener Klosters. Dieser liege in dessen Charme, dem schönen Umfeld und insbesondere in der „Spiritualität“. Bis Anfang Dezember werden nach seinen Angaben die Barmherzigen Schwestern das Kloster geräumt haben, dann soll die Detailplanung beginnen. 80 Betten – die Verweildauer der Patienten beträgt laut Salfeld vier bis sechs Wochen – soll die Klinik später einmal haben – und 120 Mitarbeiter: zwei Drittel im klinischen, ein Drittel im verwaltungstechnischen Bereich. Eine „moderne Klinik mit historischem Ambiente“, die auch bald den Status eines Lehrkrankenhauses bekommen soll, wird für einen „explodierenden“ Markt entstehen, so Salfeld. Dieser rasant wachsende Markt ist aber ebenso heiß umkämpft – und so darf man davon ausgehen, dass hier einiges investiert werden muss.

Den Gemeinderäten ging es in ihrer Fragerunde vor allem um Verkehrstechnisches: An- und Abfahrt, Parkplätze. Konkrete Planungen konnte Salfeld dazu noch nicht vorweisen. Er verwies aber darauf, dass künftig zwar nicht mehr Menschen im dann ehemaligen Kloster sein werden als bisher, nur würden es aber sicher „mehr mit einem Führerschein“ sein. Eine interessante Frage hatte SPD-Gemeinderat Erich Schöpflin: Wie Artemed mit der Tatsache umzugehen plant, dass in Diessen Wohnraum knapp und teuer ist, was zumindest für die pfegerischen und verwaltungstechnischen Mitarbeiter problematisch werden könnte. Dem pflichtete Salfeld nicht nur bei, sondern fügte noch hinzu, dass die hohen Wohnkosten auch die – aus anderen Regionen stammenden – Ärzte betreffe. Als einen denkbaren Ansatz, Wohnraum für Personal zu schaffen, nannte Salfeld die Umgestaltung und künftige Wohnnutzung des jetzigen „Hauses der Berufung“ – einem bis dato „Urlaubshaus“ für die Barmherzigen Schwestern – auf dem Klostergelände.

Dieser Punkt hat erneut ein altbekanntes, in Wahlkampfzeiten von vielen Kandidaten gebrauchtes Thema ans Tageslicht befördert. Bezahlbarer Wohnraum ist bei uns Mangelware. Es braucht dazu Lösungen, die aber die bei uns üblichen Einfamilienhäuser-Neubauten sicher nicht sind. (Siehe Moosblogger-Beitrag vom 11. März 2014)

Einstimmig für Machbarkeitsstudie Radweg Dießen-Fischen

Der Tagesordnungspunkt, über eine „anteilige Kostenübernahme einer neuen Machbarkeitsstudie“ (es geht dabei für unser Luftkurörtchen um 3.500 EUR, die anderen Anteile übernehmen die Gemeinden Pähl und Raisting) zum Radweg Dießen-Fischen zu beraten und abzustimmen, ging in der heutigen Gemeinderatssitzung für mich überraschend geräuscharm über die Politbühne. Keine deftige Schelte wider die „aktuellen Bemühungen“ um eben diesen lange totgeredeten Radweg war zu hören, eher diplomatische Statements. Bürgermeister Herbert Kirsch begründet die Machbarkeitsstudie damit, der Öffentlichkeit aufzeigen zu wollen, wie der Sachstand aussieht, „wie die Fakten wirklich sind“. Er will „noch einmal alles zusammenführen“ und überprüfen lassen, „ob die naturschutzrechtlichen Einwände gegen den Radweg zutreffen und einer Überprüfung standhalten“. Dabei stellte Kirsch wiederholt ausdrücklich einen Radweg zwischen Dießen und Raisting in den Mittelpunkt.

Der Zweite Bürgermeister Peter Fastl (Freie Wähler) wählte andere Worte. Neue Erkenntnisse ließen die Sache mit einem Radweg Birkenallee heute besser aussehen als vor Jahren und er äußerte den Eindruck, zehn Jahre lang dumm gehalten worden zu sein, was die Argumentationen mit FFH- und Ramsar-Schutzgebieten betreffe. CSU-Fraktionschefin Susanne Plesch wies auf veränderte Umstände, etwa beim Brutverhalten der Vögel, hin, die eine neue Bestandsaufnahme sinnvoll machten. Ihr Gemeinderats-Kollege Jürgen Zirch (CSU) sprach von einem Bürgerwillen für einen Radweg Birkenallee. Die Frage von Dießener-Bürger-Gemeinderätin Marianne Scharr, sie sei von dem jahrzehntelangen Thema genervt und wolle wissen, wann denn nun endlich mal ein Radweg gebaut würde, erntete den bürgermeisterlichen Hinweis, Grundstücks-geschuldet „Geduld“ und „Beharrlichkeit“ zu zeigen: „Das dauert einfach!“, so Kirsch.

Die Abstimmung zur anteiligen Kostenübernahme fiel schließlich zu meiner großen Überraschung und Freude einstimmig positiv aus. Auch Bayernpartei-Gemeinderat Michael Hofmann hob die Hand; mit dem Kommentar: „Wenn es die letzte Studie zu diesem Thema ist.“ – Schaun mer mal!

 

radl birkenallee on tour2

Frisch verschwitzt schnell ein Blog-Post zur Radltour gerade an diesem sonnigen Freitagnachmittag zwischen Fischen und Dießen für einen Radweg an der Birkenallee.

Fast verdoppelt hatte sich heute die Anzahl der Pro-Radler im Vergleich zur Premiere vor einem Monat. Mehr als 120 Pedalritter hatten die Birkenallee friedlich erobert – auch Dank der fürsorglichen Sicherung durch die Polizei – und genossen einen sehr seltenen Glücksmoment. Stressfrei radelten sie zwischen Fischen und Diessen auf der Autorennpiste, erfreuten sich an einem hervorragend präparierten Radweg durch eine herrliche Landschaft. Ich schätze, ein Drittel dürften Westufler gewesen sein, die extra zum Treffpunkt am Fischener Feuerwehrhaus geradelt waren und von dort ans Ammersee-Westufer zurückfuhren. Einige von ihnen waren von dem einmaligen Erlebnis des ungestörten Birkenalle-Radelns so begeistert, dass sie entgegen ihrer eigentlichen Absichten, sich aus der Radltour auf heimischen Gebiet auszuklinken, doch noch einmal retour Richtung Fischen strampelten.

Was ist mir noch so aufgefallen?

  • Im Peloton dabei waren drei Diessener Gemeinderäte: Peter und Frank “Zappi” Fastl von den Freien Wählern und Jürgen Zirch von der CSU, Peter Fastl ist zurzeit amtierender Bürgermeister im Luftkurörtchen.
  • Die Radltour hatte einige aufmerksame Beobachter der Lokalpresse. Ich freue mich auf die nächsten Berichte, Bilder, Kommentare der schreibenden Zunft!
  • Im lang gezogenen Hauptfeld ein bunter Mix von Radlprofis und -amateuren ebenso, wie von Generationen – jung und alt – alle haben mit sichtbarem Genuss ihren Willen bekundet.
  • Angereist per Rad war extra auch mein Blogger-Kollege Leo Ploner vom Weblog #Schondorf. Er hat schon etwas gepostet. (Warst diesmal schneller als ich, Leo, Respekt!!)

Die Organisatoren, Prof. Ernst Roeckl hatte in ihrem Namen kurz per Megafon das Wort ergriffen, kündigten übrigens schon die nächste Radltour pro Radweg Birkenallee an: 3. Oktober (Feiertag!), 17 Uhr geht es wieder am Feuerwehrhaus in Fischen los. Termin vormerken!

Am Freitag (5. September) startet am Feuerwehrhaus Fischen um 17 Uhr der nächste Radausflug der Initiative Birkenallee-Radweg. Die Tour führt über die Birkenallee bis zum Bahnübergang am Südende Dießens und zurück. Wie es in einer Presseinformation der Initiatoren heißt, soll damit der “gemeinsame Wille der Radfahrer in Fischen und Umgebung erneut zum Ausdruck” gebracht werden. Die Initiative Birkenallee-Radweg ruft die Schutzgemeinschaft Ammersee e. V. auf, “umzudenken und gemeinsam mit den betroffenen Gemeinden und der Bürgeraktion nach Lösungen zu suchen, den Radweg entlang der Birkenallee zu realisieren“.

Ich werde am Freitag radeln. Wer kommt mit? Ich habe mir meine Pro-Test-Route so gedacht: 16 Uhr ab Sonnenstraße 1 in Diessen über die “Raistinger Schleife” – ist sie nun “unsäglich” oder der “Königsweg”? – nach Fischen Feuerwehrhaus. Von dort ab 17 Uhr gemeinsam mit der Radausflug-Gruppe über die Birkenallee zurück ins Luftkurörtchen. Ich würde mich freuen, wenn mich ein paar Leute vom Westufer begleiten und wir es selbst einmal testen, wo es uns gefällt zu radeln…

Radstaender

Mit den “Radausflügen” der Fischener Initiative Birkenallee-Radweg ist die seit 3 Jahrzehnten dümpelnde Diskussion um einen Radweg Birkenallee neu entbrannt. Exponenten sind auf der einen Seite die Fischener Initiative und auf der anderen die Schutzgemeinschaft Ammersee e.V. und der Bund Naturschutz mit ihren zementierten Positionen. Ihnen stellt die Fischener Initiative in ihrer jüngsten Presseinfo (Birkenallee Radweg Presseinfo) ihre Sicht entgegen: “Die Gründe, die vor sechs Jahren dazu führten, den geplanten Radweg nicht zu realisieren, liegen nach Meinung der Befürworter nicht mehr vor. „Aktuelle Monitoring-Ergebnisse bezüglich des Brutverhaltens geschützter Vogelarten haben gezeigt, dass diese in dem betroffenen Gebiet südlich der Birkenallee nicht mehr brüten“, so Prof. Ernst Roeckl von der Initiative. „Damit ist ein wesentliches Argument  gegen die kürzeste und sicherste Radverbindung zwischen Fischen und Dießen nicht mehr haltbar“, so Roeckl weiter.

Dagegen seien entsprechende Vorkommen entlang der sogenannten Raistinger Schleife festgestellt worden, die vom Bund Naturschutz und der Schutzgemeinschaft Ammersee e.V. als Alternative zum Birkenallee-Radweg gesehen wird. „Diese Variante ist über drei Kilometer länger und  stört  damit die entsprechenden Vogelarten erheblich mehr“, so Roeckl. Außerdem mündet sie am Ende auch wieder in eine für Radfahrer gefährliche Landstraße ein.”

Dass Schutzgemeinschaft Ammersee e.V. und BN “endlich ihren grundsätzlichen Widerstand gegen einen Birkenallee-Radweg aufgeben” sollen, wird mit weiteren Gegenargumenten zu behaupteten Kosten und Flächenverbräuchen zur Raistinger Schleife untermauert. Diese wird ja zumeist als Alternative gepredigt und ist bei vielen der Diskussionen müden Gemeinderäten favorisiert. Delikat in diesem Zusammenhang dieser Satz in der Presseinfo: “Im übrigen würde ein Radweg entlang der Birkenallee nach Auskunft des Pähler Bürgermeisters Werner Grünbauer vollständig vom Land finanziert werden. Die Kosten für einen Radweg entlang der Ortsverbindung zwischen Raisting und Dießen dagegen, der für die Raistinger Schleife erforderlich wäre, müssten Landkreis und Gemeinden tragen.”

Nachtigall, ich hör’ dir trapsen…! Als kommunlapolitisch Interessiertem wird mir mulmig, wenn ich die Versuche in den Räten erlebe, eine Raistinger Schleife durchzuboxen. Ich bin davon überzeugt, dass diese mehrheitlich von der Bevölkerung gar nicht gewollt wird. Warum hat niemand das Kreuz, die Bewohner unserer betroffenen Gemeinden einmal zu befragen, welchen Radweg sie wollen??

In meinem persönlichen Gespräch gestern mit Prof. Ernst Roeckl habe ich diesen Eindruck gewonnen: Hier wird keine Konfrontation auf Teufel komm raus aufgepustet. Vielmehr steht der Einstieg in eine gemeinsame Lösungssuche mit den betroffenen Gemeinden, Naturschutzorganisationen und der Bürgeraktion im Mittelpunkt, den Radweg entlang der Birkenallee zu realisieren.

Wie gesagt, am Freitag, 16 Uhr, mache ich mir selbst ein Bild. MitRadler vom Westufer des Ammersees sind willkommen.

P.S. Interessantes in Blogposts zum Thema bei #Schondorf, bei der Diessener Grünen-Gemeinderätin Petra Sander und natürlich hier im MOOSBLOGGER am 17. August.

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Hoffentlich kein Sommerlochfüller ist die auflebende Diskussion um einen Radweg an der Birkenallee zwischen Diessen und Pähl am Südzipfel des Ammersee. Darum gestritten wurde schon, bevor es mich 1999 ins Luftkurörtchen verschlug. Kolportiert sind  Demos, bei denen sogar die CSU für diesen Radweg eingetreten sein soll. Wer allerdings diese endlose Geschichte im Detail, in seiner reinen Undnichtsalsdiewahrheit kennen will, muss einen “richtigen Dießener” fragen; die wissen es. Ich gebe meinen Senf im Hier und Heute dazu.

Zugegeben, ich bin kein Kampfradler mit Sonnebrillenmaske, Hundertzwanziggangrennrad und so einer lustig knallbunten, P-gepolsterten Radlerlegging. Ich radle gelegentlich ins Denkerhaus, zum Seefest oder zu Flohmärkten in die Seeanlagen, manchmal am Wochenende auch nach Utting oder nach Stillern. Eine schöne Tour wäre sicher auch zum Sonnenuntergang nach Wartaweil. – Womit wir wieder beim Thema wären.

Denn so eine Tour entlang der jetzigen, engen, leitbeplankten Birkenallee ist mir viel zu lebensgefährlich: die Radfahrerhölle im beschaulichen Naturschutzgebiet. Demnächst werde ich aber diese Strecke doch mal fahren; nämlich bei einer der nächsten Radlerdemos für einen Radweg (die Demos sind immer am ersten Freitag eines Monats angesetzt).

Als Ausweichstrecke propagiert man hier gerne eine Raistinger Schleife. Die ist doppelt so lang, führt weg vom See durch oberländische Pampa, und wird schlicht vom radfahrenden Volk nicht angenommen, was man deshalb auch als pure Zeit- und Geldverschwendung sehen könnte. Dennoch war es in den letzten Jahren bei den politisch Verantwortlichen angesagt, diese Route als Ei des Kolumbus zu verkaufen.

Nun unterstützt die Forderung nach dem Radweg an der Birkenallee mit dem Pähler Bürgermeister Werner Grünbauer erstmals ein Gemeindeoberhaupt. Das kommt nicht überall gut an: weder bei den strikten Ablehnern, noch bei den Resignierten, die sich in das amtsstübliche “Geht nicht! Amen!” gefügt haben. Sogar das “Landsberger Tagblatt” hat kürzlich die Stirn gerunzelt, Grünbauer wolle diesen Kampf partout nicht aufgeben.

Nun hat sich die GRÜNEN-Fraktionsvorsitzende im Dießener Gemeinderat, Petra Sander, in ihrem Blog zu Wort gemeldet. In ihrer gewohnt faktenreichen und ganz und gar unpolemischen Art reiht sie ein paar lesenswerte Informationen aneinander. Aber sie outet sich – wieder zum Verdruss der Radweggeschlagengegebenen – am Schluss als Sympathisantin der neuen Radlerdemos. Dass überhaupt ein Gemeinderat mit einem eigenen Weblog außerhalb der Wahlkampfwochen bei uns eine Position bezieht, ist ja ohnehin schon außerirdisch – aber nun auch noch so etwas…?!

Ich bin absolut kein Freund irgendwelcher, auch in ihrem Blogtext “Radwege” gelisteter, amtschinesischer Worttsunamis. Aber diese schlichte Feststellung finde ich besonders bedenkenswert: “Ab der Abzweigung der LL 10 nach Raisting gibt es zwei Varianten den Ammersee südlich bis zur Brücke der neuen Ammer vor Fischen zu umfahren:

  • 2,8 km auf der Birkenallee,davon 2,8 km durch FFH- und Ramsar-Gebiet; davon 2,8 km auf einer Staatsstraße mit Tempo 80 km/h
  • 5,7 km über die Raistinger Schleife, davon 4,5 km durch FFH- und Ramsar-Gebiet; davon 1,8 km auf einer teils kurvigen Kreisstraße ohne Tempolimit (100km/h erlaubt).”

Man kann sich nun die Augen reiben, an den Kopf fassen, diesen auch in den Sand stecken, oder einfach mal das Thema weiter denken, diskutieren und für die Leute hier vor Ort eine Lösung finden. Ob, wie und wo ein Radweg am Südufer des Ammersees gebaut werden soll, ist eine legitime Debatte. Die darf gerne 15 Jahre, 25 oder 75 Jahre dauern. Die darf sich aber niemand verbieten lassen, schon gar nicht, “weil es schon immer so war” bzw. eine Behörde vor 16 Jahren einen Bescheid erstellt hat.

Als Öltröpfelchen gieße ich streitlustig eine weitere, dritte Variante zum Streckenverlauf ins Glaubenskriegflämmchen: Macht doch die Birkenallee zwischen Dießen und Pähl ganz zum Radweg! Lasst die Autos irgendwelche Raistinger Schleifen fahren!
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