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Wer dieser Tage in den Seeanlagen spazierengeht, wird auf ein neues Bauwerk im Mühlbach stoßen. Was es damit auf sich hat, habe ich gerade im Rathaus nachgefragt. Diese Barriere sei von der Baufirma Kutter errichtet worden, um evtl. durch die Bauarbeiten in der Mühlstraße entstehende Einträge in den Ammersee aufzufangen. Das Konstrukt sei auch als vorsorgliche Ölsperre gedacht.

Hoffen wir mal, dass die Sperre keinen Ernstfall erleben wird – und auch kein Ansteigen des Mühlbach-Pegels. Denn schon jetzt sorgt der mit der Barriere verursachte Rückstau für Pfützen in der Bahnhofsunterführung.

Was tut man in Dießen an einem Montagabend ohne Zweitliga-Live-Übertragung? – Man kann ja mal wieder einer Gemeinderatssitzung beiwohnen…

Gestern Abend hat sich dieser Entschluss als lohnend erwiesen; ein kurzer Vortrag zum Thema “Kleinwasserkraftwerke” war das Hingehen allein schon wert. Der Ingenieur und selbständige Unternehmer Stefan Wöllisch aus Tutzing sprach zwar – wohl der realen Not gedrungen – mehr über dornige Genehmigungsverfahren, stellte aber auch ein bisschen Technik vor und zeigte einige Beispiele von Projekten, die er mit seinem Münchner Ingenieurbüro z.B. in der Landeshauptstadt realisiert hat.

Zu lernen war daraus u.a., dass vor luftkurörtliche Kleinwasserkraftwerke höhere Instanzen aufwändige Verfahren gestellt haben, bis z.B. eine “wasserrechtliche Bewilligung” schließlich den Startschuss zum Bau geben würde. Es werden wohl langwierige Antragsprozeduren, Bestandsaufnahmen und ein ganzer Sack voll Gespräche mit diversen Amtsstübchen und Leuten nötig sein. Hoffentlich schreckt dieser, auf 1 Jahr geschätzte Dschungel nicht unsere entschlossen wirkenden Gemeinderäte doch noch ab.

Nach erstem Augenschein des Tutzing-Münchner Spezialisten bietet unser Luftkurörtchen wohl für kleine Wasserkraftanlagen einiges Potenzial. Während CSU-Rat Edgar Maginot bereits auf den Standort Wasserfall am Carl-Orff- alias Hofner- alias Untermüller-Platz festgelegt zu sein scheint, würde der Experte – vernünftigerweise – den gesamten Ort nach geeigneten Standorten für Wasserkraftanlagen begutachten.

Interessant in diesem Zusammenhang waren Bemerkungen zu Landkarten/Ortsplänen, in denen Wasserläufe mit entsprechenden “Wassserrechten” eingetragen sind. In der Schweiz etwa seien derartige Karten frei online abrufbar, während bei uns so genannte (natürlich gedruckt wie gebundene) “Wasserbücher” von Behörden “bewahrt” würden. Das wäre doch eine interessante OpenData-Aufgabe: Einen Diessener Ortsplan zu erstellen und auf www.diessen.de zu veröffentlichen mit allen Wasserläufen und ihren entsprechenden Wasserrechten und Nutzungsmöglichkeiten für kleine Wassserkraftanlagen. Die Bürger, z.B. interessierte Anlieger, könnten daraus ersehen, ob für sie eine private kleine Bachturbine allein schon “rein wassserrechtlich” in Frage käme…. – Was für eine schöne, grüne Aufgabe!