Gestern kam es zum provinziellen Showdown im Landsberger Amtsgericht: Unterbräu-Wirt vs. Bürgermeisterkandidat a.D. Es musste entschieden werden, ob der Diessener “Unterbräu”-Wirt Martin Brink eine Unterlassungserklärung des ZfD-Mitgründers Dr. Alexander Dill beanspruchen kann, die sich auf ein Foto mit Brink in einer ZfD-Wahlbroschüre bezieht. Brink hatte sich dagegen verwahrt, in jener abgebildet worden zu sein.

Hier nun ein Bericht eines Augenzeugen von der gestrigen Verhandlung:

Wie wurde doch diese Verhandlung auf einer recht unbeachteten Dießener Internetseite, Zitat aus derselben: „vor dem königlich-bayerischen Amtsgericht Landsberg“ angekündigt. Gekommen sind vier interessierte Zuhörer zum Amtsgericht Landsberg, um der Verhandlung zweier bekannter Dießener zu lauschen. Daneben wohl nicht ganz freiwillig, der 8jährige Sohn von Herrn Dr. Alexander Dill !?!

Nachdem der Beklagte allein auf seiner Bank Platz nahm, gegenüber dem Kläger nebst RA, eröffnete einer recht charmante Amtsrichterin die Verhandlung mit der Frage: „Wäre es denn nicht möglich, dass sich beide Parteien noch jetzt außergerichtlich einigen, man wolle oder müsse sich doch auch weiterhin in die Augen schauen können?“ Beide Parteien quittierten dies mit einem zurückhaltenden aber deutlich sichtbaren Kopfschütteln ;-)

Dann wurde der Sachverhalt wiederholt erörtert. Der Beklagte konnte wohl den Ausführungen der Richterin inhaltlich wenig folgen, äußerte sich hin und wieder ein wenig kleinlaut zu den Fragen der Richterin. Er weigerte sich schlicht und einfach, eine Unterlassungserklärung zur Nichtveröffentlichung des dem Rechtsstreit zugrunde liegenden Bildes allumfänglich zu unterschreiben, der Kläger mit seinem Anwalt, bestand jedoch darauf.

Die souverän leitende Richterin fragte den Beklagen wiederholt, ob er sich nun für Pest oder Cholera entscheiden wolle (nein, nicht wörtlich, aber inhaltlich richtig wiedergegeben)! Will sagen: Entweder der Beklagte unterschreibt die Unterlassungserklärung allumfänglich oder sie verurteilt ihn dazu! Wesentlicher Unterschied zwischen den beiden Lösungen: Der monetäre Preis. Unterschreiben käme wesentlich günstiger!

Der Beklagte entschied sich für Ersteres! Dann war schon Ende: Im Namen des Volkes ergeht folgendes Urteil (“sinngemäß”, die Redaktion): Der Beklagte wird in allen Anklagepunkten für schuldig befunden, er trägt alle Kosten samt Zinsen seit Dezember 2013. Punkt Ende!

Eigentlich war‘s eine langweilige Verhandlung, sagte ein Dießener Urgestein. Er glaubte, wie auch die anderen Zuhörer, es würde mal so richtig rauchen…

(Bernhard Kieninger, Dießen)

Danke, Bekie, für Deinen Bericht! Was bleibt mir dazu zu sagen? – Gut war’s, nicht auch noch dahin gegangen zu sein! Wieder mal viel heiße Luft für Nix. Also: Haken dran! Deckel drauf! Wir haben Wichtigeres zu tun im Luftkurörtchen…

 

“Der Himmel ist weit und der Zar ist fern”, lautet ein russisches Sprichwort. Am Sonntag war der Himmel blau und Landsberg wie immer fern: Im Luftkurörtchen dümpelte die Beteiligung an der Stichwahl zum Landsberger Landrat bei 27,19 % herum. Dabei hatte nicht nur der nun gehende CSU-Landrat, zwischen den und unseren Bürgermeister “kein Blatt Papier” passte, wie mir mal klar gemacht wurde, zum Urnengang gemahnt. Selbst Dießens Bürgermeister Herbert Kirsch rief als Freie-Wähler-Kreistags-Spitzenmann in bunten Ammersee-Kurier-Anzeigen zur Wahl seines Stichkandidaten Wasserle. Die Dießener hatten dennoch nicht einmal zu einem Drittel Bock auf das Ganze…

Das war die erste Wahl meines Lebens, der ich fern geblieben bin. Und für mich war es auch keine “Politikverdrossenheit”, sondern eine bewusste Entscheidung. “Zappi” wird in seinem Blog unser Wahlverhalten vermutlich noch bis aufs Zehntel analysieren. Ich lasse meinen Bauch schon mal sprechen.

Die 5 Gründe der Dießener “Miswahl”: Read more