Filmchen mit Fragezeichen

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Shades “Ich weiß nicht, was soll es bedeuten…” …ein Fragezeichen kommt mir nicht aus dem Sinn…

Der AK hat am Freitag das neue Kinoprogramm mit einem Fragezeichen veröffentlicht. Das wirft bei mir nun Fragen auf.

Ist das Filmchen so frivol oder so harmlos, dass die FSK-Klassifizierung “16 J.” in Frage gestellt werden muss?

Ich glaube, MOOSBLOGGER muss dieser Frage auf den Grund gehen.


Drei Stunden im Kintopp können verfliegen oder auch mal quälend lang sein. Ich habe sie dieser Tage mit Junior überstanden – sogar ohne den obligatorischen Eimer Popcorn und ohne die eine oder andere kleine Pulle Bier…
Als wir uns am vergangenen grauen kalten November-Sonntagnachmittag in dieses neue Weltraum-Filmabentuer stürzten, wussten wir nicht viel mehr über das was da kommen würde, als uns das Plakat verraten hatte: Da fliegen ein paar Helden auf einen anderen Planeten…
Erzählt wird wieder einmal eine Geschichte, in der die Menschheit auf die Suche nach einem neuen Planeten geht. Denn die Erde soll von den Menschen nicht mehr gerettet werden, sie sollen sie nur noch verlassen. Die Bilder von der menschenfeindlich verhunzten Erde sind erschreckend und irgendwie sehr glaubwürdig. Zwischen gigantischen Sandstürmen ernähren wir uns noch von Mais, andere Getreidearten sind ausgerottet.
Zufällig, aber dann doch ganz und gar nicht zufällig, gerät ein ehemaliger, jung verwitweter Astronaut, der den Lebensunterhalt seiner Familie als Farmer verdient, an die NASA im Untergrund. Die forscht nämlich heimlich weiter, nachdem die Menschen keine Finanzmittel mehr für die als sinnlos gebrandmarkte und also abgewickelte Weltraumforschung mehr zugelassen haben. Die haben offensichtlich diesen Western-Held gebraucht, um eine lange erforschte und vorbereitete Mission endlich starten zu können.
Es beginnt ein packendes Weltraumabenteuer. Die Suche nach einem neuen Planeten für die Menschheit führt durch ein Wurmloch – auch davon hatte ich vorher noch nie gehört! ;-) Der staunende Cineast erlebt kühne Manöver, Sentimentales, krachende Rückschläge und Crashs, Landungen und Katastrophen, bis es ins 5-Dimensionale geht, was dann irgendwie zum Ausweg führt, den vielleicht Relativitätsexperten ganz verstehen mögen. – Ich habe es nicht verstanden, musste ich auch nicht: Das Abenteuer mit atemberaubenden Bildern ist sehenswert; viel Action, was fürs Herz und sogar Nachdenkliches: Wird die Erde wirklich schon bald nicht mehr zu retten sein? Wie realistisch ist das gezeigte Szenario, wenn die Menschheit schon nicht von der Erde auf neue Planeten umziehen kann, dann dort von ein paar Weltraumhelden eine neue Population aus eingefrorenen Embryonen aufzuziehen…?

Moosblogger-Urteil: ○○○○● (4 von 5 Punkten), empfehlens- und sehenswert für Freunde perfekter Weltraumabenteuer, die sich nicht daran stoßen, dass die Welt wieder einmal von einem hemdsärmeligen Ami gerettet wird. Tolle Bilder, viel Action, gute Musik.

Am kommenden Dienstag und Mittwoch läuft jeweils um 21.00 Uhr in der Diessener Kinowelt am Ammersee ein Film, dessen Ankündigung kürzlich in “Aspekte” meine gewaltige Neugier geweckt hat. “Zeit der Kannibalen” ist eine brandneue und wohl auch brandheiße deutsche Kommödie, die in Ankündigungen als “absurde Satire” oder auch als “Kino-Wunder zum Thema Consulting” beschrieben wird. 97 Minuten lang skizziert dieses Kammerspiel das Tun und Denken von drei skrupellosen Unternehmensberatern, die weltweit mit obskuren Geschäften an ganz großen Rädern drehen – und abends an den Hotelbars ihre Neurosen outen. Ein “böser Blick auf böse Menschen, die böse Geschäfte treiben” ist zu erwarten, ein “Zwiegespann aus Zynismus und Neurose”.

Den werde ich mir anschauen. Kommt wer mit?

Gestern war wieder einmal Kino-Tag. Wir Diessner besitzen ja das große Privileg im Luftkurörtchen ein kleines, feines Kino zu haben.

Gezeigt wurde in unserer Kinowelt am Ammersee “Fascinating India 3D”. Und der Film hielt, was sein Titel versprach: faszinierende Bilder aus einem fremden, fernen, faszinierenden Land.

Auch wenn ich, zugegeben, mit der oft besungenen Spiritualität nicht allzu viel anfangen kann, haben mich diese grandiosen Bilder in ihren Bann gezogen. Man taucht ein in eine mythische, geheimnisvolle Welt, lässt sich beeindrucken von atemberaubenden Aufnahmen unglaublich schöner Tempel und Paläste in nie selbst gesehenen Landschaften. Die 3-D-Effekte sorgen für ein plastisches Erleben, rücken den Betrachter an die fernen Orte. Kaum aufzunehmen ist dabei noch die Flut von gesprochenen Informationen über eine Jahrtausende alte Zivilisation, reich an uralten Traditionen, Architektur, Kultur und Religionen.

Der Dokumentarfilm ist eine erschlagende Postkarte im positiven Sinn, die man unbedingt haben will. Er zeigt aber auch in einigen aufschlussreichen Passagen die Inder in ihrem Umgang mit ihren uralten Bräuchen. Grandioser Höhepunkt und Abschluss sind Aufnahmen von einem religiösen Fest, das alle 12 Jahre 35 Millionen Menschen an einen Ort am Ganges anzieht. Unvergesslich.

Moosblogger-Urteil: ○○○○● (4 von 5 Punkten), sehr empfehlens- und sehenswert. Die vielen, faktenreichen gesprochenen Informationen gehen in der Bilderflut unter, eingeblendete Landkarten hätten mir die Orientierung, wo sich die einzelnen Schauplätze befinden, erleichtert.

Wenn dieser Tage mal abends nicht das Runde ins Eckige muss, kann man ja mal wieder eine Runde Kinofilm gucken, bei uns um die Ecke in der Dießener Kinowelt.

Gestern Abend hat die neue Western-Klamotte „A Million Ways to die in the West“ dem enormen Leistungsdruck standgehalten: über 90 Minuten hohes Tempo, Schüsse aus allen Lagen, Überraschendes, fiese Fouls, ein paar Superstars, Action und Spaß bis zum Abpfiff. Einziger Wermutstropfen: Zwar werden großspurig 1 Million Arten im Wilden Westen zu sterben angekündigt, aber am Ende hatte ich nur 14 Leichen (die letzte gab es in der Nachspielzeit) im Spielbericht.

Schwer zu sagen, worum es in dem Streifen eigentlich geht: eine alle Western-Klischees bedienende, witzige, herrlich ferkelige, gut besetzte, schwarzhumorige Love-Story. Hier gibt es einfach alles: Sonnenauf- und Untergänge, Schurken, Indianer, Sheriff und Schafe, Verfolgungsritt durch die Prärie, Wildwesteisenbahn, Saloon mit Huren und Schlägerei, ein Menschenleben verschlingender Jahrmarkt, heiße Colts und Ladies und und und… (Soll ich verraten, ob es ein Happy End gibt? ;-) )

Ich habe mich prächtig unterhalten, viel gelacht über prickelnde Dialoge, schöne Bilder genossen von schönen Landschaften und Frauen.

Moosblogger-Urteil: ○○○○● (4 von 5 Punkten), empfehlens- und sehenswert (aber nicht mit Kindern, die Altersempfehlung FSK 12 halte ich für ziemlich gewagt).

Gestern war ich – und mit mir noch zwei andere Zuschauer – im Bauerntheater. Genauer gesagt, waren wir in der Dießner Kinowelt und haben uns “Hinterdupfing” angeschaut. Ich mag sie, diese trachtig-derben Heimatkomödien der Bayern, wie “Die Scheinheiligen” und “Wer früher stirbt, ist länger tot”. Jetzt läuft im Kino “Hinterdupfing”; die Erwartungen waren groß, die Vorgängerfilme haben die Latte hochgelegt. Und, wie war es?

Es geht um ein bayerisches Kuhdorf weit hinter Rosenheim, in das sich zunächst zufällig Touris aus dem Ruhrpott verirren. Sie stranden dort, weil ihr Auto kaputt gegangen wird (anfangs nur ein Zufallstreffer aus der Flinte). Ein paar Dorfjugendliche erkennen, dass Gäste Geld und Arbeit bringen, dann helfen sie nach, damit es noch mehr werden. Der Boom setzt ein, Hinterdupfing blüht auf, alles ist prächtig. Bis eines seligen Abends das Bier ausgeht. Nun hassen die Einheimischen, allen voran der dauersaufende Gemeinderat am Stammtisch der Dorfkneipe, die Touristen, die nur noch “Terroristen” sind, die ihnen das Bier wegsaufen… Ein Bild für die Götter, als die Ratsherren mit einem Glas Milch vor sich beratschlagen, wie man die Preußen-Plage wieder los wird.

Man könnte sagen, das ist eine heitere Geschichte von der Suche ein paar Beherzter nach Wandel, eine Komödie über aberwitzig-provinzielle Marketingideen. Hinterher frage ich mich: Nur ein Hirngespinst? Ist Hinterdupfing nur im Chiemgau? ;-)

Den Film fand ich “gewöhnungsbedürftig”: Nicht, weil hier stringent boarisch g’ret wird und auch nicht, weil die Handlung zumeist in der klebrigen Dorfwirtschaft, in der schäbigen Autowerkstatt und in der Metzgerei mit dem fetten Groben spielt. Ebenso sorgt die launig folkloristische Musik und das köstliche Ausschlachten aller erdenklichen Bayern-Klischees und Preußen-Witze für prächtig heitere Unterhaltung. Gewöhnungsbedürftig sind die Laien-Darsteller; so mancher Mono- und Dialog kommt in den knapp zwei Stunden wie gerade auswendig gelernt holprig daher, genauso wie manche filmtechnische Hakelei.

Das Urteil relativiere ich aber gerne: “Hinterdupfing” haben nämlich “Hobby-Filmer” aus dem Chiemgau gemacht – Studenten und in verschiedensten Berufen Tätige. Und: Das ganze Projekt ist ohne finanzielle Grundlage und ohne Förderungen entstanden, ist auf der Website zum Film zu erfahren. Dass immer wieder in diesem Film mit offensichtlich einfachen Mitteln improvisiert wurde wird ebenso sichtbar, wie jener Umstand, dass die Schauspieler, größtenteils Amateure, ohne Gage an kostenlos verfügbar gemachten Drehorten spielten.

Mein Urteil: ●●●○○ (3 von 5 Punkten), “kann man sich anschauen”.