Gestern Abend hat nun nach langer Pause die Jahreshauptversammlung des Dießener Gewerbeverbandes stattgefunden. Und es wurde ein kompletter Vorstand mit interessantem strategischen Ausblick gewählt. Das war sehr gut. Der Zulauf an diesem italienisch-warmen Freitag-Sommerabend jedoch war beängstigend gering.

BDS 2014 Vorstand

V.l.n.r.: Michael Risch, Georg Hoiß, Uwe Jennerwein, Michael Hofmann, Karin Kleber.

Gewählt worden ist im Beisein von Uwe Jennerwein, Geschäftsführer des Bezirksverbandes Oberbayern West im Bund der Selbständigen – Gewerbeverband Bayern e.V., für zwei Jahre dieser neue Vorstand: Michael Hofmann, Kartographische Werkstätten, Gemeinderat der Bayernpartei, wiedergewählt als Vorsitzender, Karin Kleber, Bistro Essens-Art und Mitinitiatorin der Initiative Mühlstraße als 2. Vorsitzende, Georg Hoiß vom gleichnamigen Schuhhaus als Kassierer wiedergewählt, Michael Risch, der herzlich willkommene Rückkehrer von der boarisch guaden Mühlstraßen-Gastwirtschaft Michi² als Schriftführer. Die gelungene, nun auch personelle Verbindung von Gewerbeverband und Initiative Mühlstraße ist das Highight der gestrigen Versammlung. Sie zeigt, dass hier verstärkt an einem Strang gezogen wird, die Jahrhundertbaustelle Mühlstraße für die betroffene Geschäftswelt erträglicher zu gestalten.

Gefallen hat mir gestern auch der einleitende Gastvortrag der schon vom Ammersee Denkerhaus Schnupperma(h)l bekannten Marketingberaterin Patricia Hilbig. Die schwierige Situation der Geschäftsleute in der Mühlstraße kann auch als Chance gesehen werden: Wenn dort und jetzt etwas Neues in der Zusammenarbeit der Einzelhändler und Wirte entsteht, werde sich das vielfach auszahlen, wenn erst die Mühlstraße zu einem Schmuckstück umgestaltet sei. Dass sich im Sinne einer Gemeinschaft tatsächlich etwas bewegt, hatte auch Karin Kleber von der Initiative Mühlstraße berichtet: “So, wie man jetzt die Leute in der Mühlstraße trifft, näher kennenlernt, miteinander redet, das habe ich die ganzen Jahre zuvor noch nicht erlebt.” Von einem “langsamen Wachstum einer Mühlstraßen-Gemeinschaft” war die Rede, das auch vom Gewerbeverband gefördert wird.

Wie groß die Unterstützung durch die lokale Politik ist, war gestern Abend nicht auszumachen. Neben Gewerbeverbands-Chef Michael Hofmann, Bayernpartei-Gemeinderat, war noch eine weitere Gemeinderätin Gast der Jahreshauptversammlung: Petra Sander, Fraktionsvorsitzende der GRÜNEN. Es ist noch kaum 2 Monate her, da hatten alle Parteien, Gruppierungen und Kandidaten noch das Wohl und Wehe der lokalen Wirtschaft vor sich hergetragen und war auch eine Stärkung des Gewerbeverbandes proklamiert worden.

Gewohnten Klartext hatte übrigens der wiedergewählte Gewerbeverbandsvorsitzende, Michael Hofmann, in seinem Bericht gesprochen. Er fühle sich in der gegenwärtigen Situation mit der Mühlstraße persönlich “besonders verantwortlich”. Denn er sei einer der Ersten im Gemeinderat gewesen, der eine Umgestaltung der Mühlstraße zu einer verkehrsberuhigten Zone gefordert hatte. “Jetzt haben wir den Salat”, meinte Hofmann augenzwinkernd ernst. Er wolle auch weiterhin daran mitwirken, dass “der Gewerbeverband als eine Solidargemeinschaft” den Betroffenen Hilfestellung leistet. Zufrieden zeigte sich Gemeinderat Hofmann auch mit der Auftragsvergabe bei dem Mammutprojekt. Dass ein überwiegender Anteil der Aufträge an Dießener Firmen vergeben wurde, darauf habe er als ehemaliger Gewerbereferent der Gemeinde “jahrelang hingearbeitet”.

Schon in wenigen Tagen werden die Gewerbetreibenden in der Dießener Mühlstraße eine neue Probe ihrer Gemeinschaftsarbeit abgeben: Am 14. August findet auf der Baustelle erstmals die “Lange Dießener Weiße Tafel” statt. Darauf freue ich mich schon sehr und werde natürlich dabei sein. Den Organisatoren wünsche ich von Herzen einen großartigen Erfolg!

muehlstrasse leer

Unser Gewerbeverband lädt am kommenden Freitag zu seiner Jahreshauptversammlung ein. Nicht nur weil die Neuwahl der Vorstandschaft auf der Tagesordnung steht dürfte das eine besondere, wichtige Versammlung werden. Denn das bis weit ins Jahr 2015 laufende Mammutprojekt “Umgestaltung Mühlstraße” ist wohl die größte Herausforderung unseres Ortsverbandes.

Wer wenn nicht dieser Verband kann für den Zusammenhalt der Einzelhändler und Gastronomen sorgen; als wesentlicher Beitrag diese schwierigen Monate zu überstehen? Raufen sich die Gewerbetreibenden und Selbständigen Dießens zusammen, finden sie gemeinsame Wege? Wie ist der Zusammenhalt im Luftkurörtchen von örtlichem Gewerbe, Bürgern und Politik?

Haben wir alle – Gewerbetreibende, Bürger, Verwaltung und Gemeinderäte – schon verstanden, dass es hier nicht um das Ach und Weh irgendeines kleinen Ladens geht? Unseren Ort macht die Vielfalt kleiner Läden und Lokale so lebenswert und einzigartig. Wer das erkennt und erhalten will, muss in dieser besonderen Zeit ganz bewusst unsere Läden und Lokale – und erst recht in der Mühlstraße – unterstützen.

Der Gewerbeverband muss sich als deren Plattform aufstellen und bewähren, z.B. gemeinsame Aktionen, auch Öffnungszeiten organisieren, starker Partner für die Gewerbetreibenden und zugleich für die Baufirma und die Verwaltung sein. Ich wünsche mir, dass am Freitag dafür die Weichen gestellt werden – “mit ganz großem Orchester”.

Jahreshauptversammlung Bund der Selbständigen/Dt.Gewerbeverband, Ortsverband Dießen: Freitag, 18.07./19.30 Uhr, Bistro “Teufelsküche”

 

Seit nun 10 Jahren (oh, bin ich da nicht langsam reif für eine Ehrung? ;-) ) mache ich emsig mit im Bund der Selbständigen/Dt. Gewerbeverband, der auch bei uns im Luftkurörtchen immernoch nur und fälschlicherweise “Gewerbeverband” genannt wird.

Unser Ortsvorsitzender, der GRÜNEN-Gemeinderat Michael Hofmann, hatte sich im letzten November als einer von drei Wackeren gegen die hastige Erhöhung der Gewerbesteuer in Dießen durch den Gemeinderat (Abstimmung 3 : 18) ausgesprochen.

Jetzt hat sich der Präsident des Bayerischen BdS/DGV-Landesverbandes, Prof. Fritz Wickenhäuser, in einer Presseerklärung zum Thema Gewerbesteuern geäußert. Darin heißt es u.a.: “Dem falschen Argument, dass diese Steuererhöhung wegen der Anrechnung auf die Einkommenssteuer für die Unternehmen aufwandsneutral ist, sind Gott lob nicht alle Kommunen gefolgt. Die Verantwortung einiger Bürgermeister für das Wohl und Wehe ihrer heimischen Familienbetriebe ist der Lichtblick in einer ansonsten für den Mittelstand ärgerlichen Diskussion.

Es werde Licht!