Blütenträume

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Gespenstisch ruhig ist es um die Blütenträume Druckerei-Huber-Erbe in Dießen geworden.

Das Thema “Bezahlbarer Wohnraum” ist wohl in der großen Dießener Politik kein Kernthema. Es hieß sogar, bei uns bestünde gar kein Bedarf… Aber ich denke, es sollte dennoch beachtet und betrachtet werden, weil selbst unsere heile Welt Leute hat, für die das bezahlbare Dach über dem Kopf immer und zunehmend ein Problem ist. Schaue ich mir die Neubautätigkeit im Luftkurörtchen an, frage ich mich immer wieder, ob da bezahlbarer Wohnraum geschaffen wird, wie ich ihn meine: für mittlere und Kleinverdiener, ausgelernte, junge Erwachsene, jungen Familien mit Kindern, Alleinerziehende, Rentner mit einer ganz normalen, schmalen Rente…

Dass für viele Akteure dieses Thema aber von untergeordneter Bedeutung ist, mag erklären, warum ein suchender Blick in die Programme aller 8 Dießener Parteien und Gruppierungen hierbei zumeist ins Leere führt. Wenn überhaupt, bedeutet für einzelne Kandidaten “bezahlbarer Wohnraum”, “bezahlbaren Baugrund im Einheimischenmodell” bereitzustellen. Ich glaube aber nicht, dass das wirklich für die genannten “kleinen Leute” auch nur ansatzweise eine realistische Option sein könnte.

“Eine neue Form der Eigentumsbildung in Geschossbauweise (Wohnungen)”

Entsprechend sind nach meiner Recherche Konzepte für den kleinen Geldbeutel Mangelware. Einige zarte Pflänzchen habe ich gefunden. Bei der Dießener SPD kann man auf der Website unter “Ziele” bei “Nachhaltige und schonende Wohnungsbaupolitik und Ortsentwicklung” lesen: “Wohnen in Dießen muss auch für Familien mit durchschnittlichen Einkommen finanzierbar sein. Neben der Realisierung von Wohneigentum als Einheimischenmodell sollte eine neue Form der Eigentumsbildung in Geschossbauweise (Wohnungen) umgesetzt werden.” So bin ich gespannt, ob und was daraus dann in der nächsten Wahlperiode konkret folgen wird.

Auf der UBV-Website wird in einem Text eine interessante Frage gestellt: “In Dießen muss es bezahlbaren Wohnraum für Familien, Alleinstehende, Senioren geben. Gemeinsames Wohnen verschiedener Generationen als Lebensform gilt es anzubieten: Wie stehen in diesem Zusammenhang Möglichkeiten, aus dem noch von den Barmherzigen Schwestern in Augsburg genutzten Klosterbau St. Vinzenz eine Mehrgenerationen-Nutzung zum gemeinsamen Wohnen aller Altersklassen zu ermöglichen?” 

Mehrgenerationenprojekte sind hier und auch bei anderen Parteien und Gruppierungen ein Thema. Aber bedeuten diese, dass sie auch für die Kleinen “bezahlbar” sein werden?

“Bereitstellung preiswerten Wohnraums” im geerbten Huber-Areal

Einen unerwarteten Vorprescher zum Thema konnten übrigens aufmerksame Beobachter der letzten Gemeinderatssitzung miterleben. Da hatte der scheidende CSU-Gemeinderat Dr. Salzmann über eine Nutzuung des Druckerei-Huber-Erbes laut nachgedacht und die “Bereitstellung preiswerten Wohnraums für unsere Bürger” ins Spiel gebracht. Aber (zumindest “laute”) Nutzungsüberlegungen, darin war man sich im scheidenden Gemeinderat einig, sollen den Nachfolgern vorbehalten sein. – Ich bin gespannt, ob der neue Gemeinderat den “preiswerten Wohnraum” aufgreifen wird.

Wie könnte das Thema “bezahlbarer Wohnraum” noch angegangen werden? Oder seht Ihr es eher als Nebensache bei uns? – Ich freue mich auf Meinungen und Anregungen!

Da haben wir doch ein Stückchen daneben gelegen: Im Stimmungstest von Ammersee-Bademeister bzw. Moosblogger, ob das Druckerei-Huber-Erbe in Dießen angetreten werden soll, hatten sich 50% für “Ja, wenn Kosten und Nutzen klar” ausgesprochen, 15% absolut dagegen, während 31% “Ja, sofort & unbedingt!” gemeint hatten.

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Gestern Abend nun hat der Gemeinderat Dießen die “Annahme eines Erbes” einstimmig quasi “Ja, sofort & unbedingt!” beschlossen. Für ein Ja! hatte eingangs Bürgermeister Herbert Kirsch in seiner Erklärung geworben. Read more