Berlin, Düsseldorf, Hamburg, Karlsruhe, Leipzig, Mallorca, München, Ravensburg, Rosenheim, Salzburg, Stuttgart, Wolfsburg, Zürich … und Diessen am Ammersee (!!): Die Cowork2015, Coworking Barcamp & Konferenz am vergangenen Wochenende in Stuttgart, hat meine Erwartungen an das lange ersehnte Treffen der deutschsprachigen Coworking-Community bestens erfüllt. Ich war dabei, habe Motivation getankt, Ideen eingesaugt, interessante Leute getroffen. Und ich durfte in einem friendly Expertenkreis vor Gleichgesinnten aus allen Himmelsrichtungen das Ammersee Denkerhaus vorstellen – und unsere Diessener Pioniertat hat als Vorbild wohltuende Anerkennung gefunden.

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studie cover coworkingZum Einstieg in die Cowork2015 stellte samstagfrüh Klaus-Peter Stiefel vom renommierten Fraunhofer Institut eine Studie “Faszination Coworking” vor. Besonders interessierten mich seine Ausführungen zu der Frage, wie eine Zusammenarbeit zwischen Coworking Spaces wie dem Ammersee Denkerhaus und Unternehmen funktionieren kann. Es gab interessante Einblicke, wie Unternehmen über Coworking denken und wie sie Coworking-Ansätze realisieren. Da gibt es also ganz verschiedene Ansätze: vom Sponsoring über das Einmieten in bestehende Coworking-Spaces und die eigene Nachbildung von Coworking-Elementen als “unternehmeninterne Spielwiesen” bis zur Eröffnung eigener Coworking-Spaces, was also auch durchaus Wettbewerb für bestehende Spaces bedeuten kann. Laut Fraunhofer-Experte Klaus-Peter Stiefel sind verschiedene Motivationen bei Unternehmen anzutreffen. Da gibt es z.B. Coworking anstatt Home-Offices eigener Mitarbeiter, da wird andererseits Coworking zur Kompetenzerweiterung der Mitarbeiter gefahren, Coworking als Teil-Sabbatical akzeptiert (Angestellte können an Urlaubsorten coworken) oder auch Coworking im Verbund mit anderen Unternehmen gestartet, um den Austausch zu fördern.

Und die Konsequenzen aus diesen diversen Ansätzen? Ich glaube, Coworking-Spaces sind gut beraten, wenn sie unabhängig bleiben. Denn das A & O erfolgreicher Coworking-Spaces  sind deren Grundwerte Collaboration / Community / Sustainability / Openess / Accessability, die in jedem Fall zum Überleben beibehalten werden müssen. Wenn das aber in einer Kooperation mit Unternehmen gewahrt werden kann, beide Parteien zusammenpassen, die Community erhalten und weiterentwickelt wird, dann bietet die Zusammenarbeit mit Unternehmen erhebliches Potenzial, das “Coworking-Geschäft aufzumöbeln”, wie es Stiefel formulierte. Es geht also um eine ausbalancierte, maßvolle Entwicklung, die keine keine Bubbles bildet, die dann nichts mehr der Coworking-Community bringen. “Verkauft Eure Seele nicht!” Bemerkenswert fand ich die spürbar große Sympathie des Referenten für das Coworking. Stiefel erklärte: “Coworking: It’s just about fun!”. Auf die traditionlle Arbeitswelt schielend, bemerkte er anerkennend: “Dass Ihr nur mal wisst, wie gut es Euch geht!”

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Das Programm zum anschließenden Cowork2015-Barcamp wurde dank der zahlreichen, zum echten Teilen bereiter Teilnehmer binnen kürzester Zeit picke packe voll gepackt (Bild oben). Mit dabei zwei Vorschläge aus dem Ammersee Denkerhaus: Erfahrungsaustausch zum “Coworking auf dem Lande” und “Zusammenarbeiten in einem Coworking Space”.

Bevor ich meine Session “Coworking auf dem Lande” zu bestreiten hatte, konnte ich in einigen Runden zuvor höchst interessante Diskussionen erleben. Da ging es anfangs um das Thema “Coworking bekannter machen”. In Öffentlichkeit (nicht nur am Ammersee) wie in der kleinen, großen und ganz großen Politik muss die gebührende Beachtung – und damit Unterstützung – erreicht werden. Als Ergebnis dieser Session wurde auf der Cowork2015 die “German Coworking Federation” gegründet. Yes!!!

In einer nächsten, von mir besuchten Session ging es um Fragen der Finanzierung und Förderung von Coworking-Spaces. Ein weit verbreitetes, zumeist unbefriedigend gelöstes Problem. Hoffnungsschimmer: Es gibt Kommunen, die Coworking-Spaces als Keimzellen wirtschaftlicher Entwicklung fördern; in Wolfsburg ist das Coworking Space sogar eine 100-prozentige städtische Einrichtung mit 3 festen Angestellten.

Eine dritte, von mir besuchte Session rankte sich um “Coworking im Ferienparadies”. “Wenn Diessen vielleicht ein Ferienparadies ist, dann…”, war meine Eingangsüberlegung dort hineinzuhören. In dem Workshop stellten @DoSchu Coworking auf Mallorca und @MarkTheGlobe das Coworking Camp (Nov.-Dez. 2015, 6 Wochen, in Tunesien) vor. Tolle Initiativen, denke ich. Wenn es zutrifft, dass Arbeiten und Urlaubmachen immer mehr verschwimmen, steckt da nicht auch die eine oder andere Idee in dem Thema, das Coworking in unserer Region, das Ammersee Denkerhaus, voranzubringen? Ich freue mich schon, mit meinen Denkerhaus-Mitdenkern hier weiter zu spinnen.

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(Bild: Twitter @winchenbach)

Schließlich habe ich dann am Samstagnachmittag selbst eine kleine Session mit 20 Zuhörern moderiert. Dabei habe ich erzählt, wie wir in Diessen am Ammersee mit dem Ammersee Denkerhaus Coworking auf das Land verpflanzt haben. Aus unseren Erfahrungen der letzten Jahre habe ich einige Erfolgsgeheimnisse geteilt: Community & Networking & Engagement, handfester Nutzen für die Beteiligten sind die Basis, ebenso wie ganz viel Herzblut, grundsolides Wirtschaften und Wohlfühlen, Wohlfühlen, Wohlfühlen… Eine ganze Reihe Fragen konnte ich bei meinem Vortrag beantworten. Und ich habe eine wohltuende Anerkennung als Feedback erfahren, die ich gerne zuhause mit meinen Denkerhaus-Kollegen teile. Mein Eindruck: Wir sind richtig gut dabei mit unserem Projekt – und zwar inzwischen ziemlich weit vorne…! Wer etwas ausführlicher und in einem anderen Medium über meine Session und die Reflektionen dazu nachlesen will, wird bei den NETZPILOTEN – Medienpartner der cowork2015 – fündig.

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Wie Ihr vermutlich schon gemerkt habt, bin ich an diesem Montagnachmittag immer noch beflügelt von der #Cowork2015. Es gab dort übrigens einige Anstupser von Zuhörern, denen ich offensichtlich ein sehr schönes Bild vom Ammersee und seinem Denkerhaus in die Köpfe gemalt haben muss. Ob denn nicht eine der nächsten Coworking-Konferenzen in unserem Luftkurörtchen an den Stränden des Südzipfels des Ammersees stattfinden könnte. – Gefällt mir, diese Idee. Aber das ist eine andere Geschichte.

sueddeutsche.de hat gestern berichtet, dass Microsoft die Büro-Anwesenheitspflicht für seine Mitarbeiter in Deutschland vollständig abgeschafft hat. Mitarbeiter könnten jederzeit ins MS Büro kommen, hätten dann aber keinen eigenen Schreibtisch. Für die Softwareschmiede sei nur das Ergbnis wichtig, eine Anwesenheit sage hingegen nichts über die Qualität der geleisteten Arbeit. Flugs findet sich im SZ-Text wieder die verbreitete Personaler-Formel, «Wer in Ruhe arbeiten will, arbeitet von zu Hause».

Ich bezweifle das: Nicht jeder kann wirklich zu Hause professionell arbeiten, und in Ruhe erst recht nicht immer.

Dieser Ansicht sind offensichtlich auch meine Mitstreiter vom Ammersee Denkerhaus. Die haben den SZ-Beitrag zum Anlass für einen bemerkenswerten Post auf Facebook genommen: Sie laden die Microsofter in der Ammersee-Region ein, das “Arbeiten in Ruhe” im Coworking-Space in der Diessener Sonnenstraße 1 auszuprobieren. Dort hat man nicht nur wirklich Ruhe zum Arbeiten; auch das Equipment (WLAN, Drucker, Kopierer, Scanner, Schreibtisch etc.) steht immer funktionsbereit zur Verfügung. Auch soziale Beziehungen müssen damit nicht abgeschnitten werden, denn im Ammersee Denkerhaus trifft man immer jemanden zum Gedankenaustausch oder auch einfach nur zur gemeinsamen Kaffee- oder Rauchpause. Und was die nötige Flexibilität des Angebots betrifft, bleibt im Coworking-Space der Ammersee-Region auch kein Wunsch offen: Die Schreibtische können äußerst flexibel gemietet werden; stundenweise z.B. mit einer Streifenkarte bezahlt oder Vielnutzer, die nur selten mal wieder in der Microsoft-Zentrale vorbeischauen wollen, können eine so genannte Flatrate buchen.

screen denkerhaus facebook

IQONOMY in Diessen

In der Dießener Mühlstraße 27 feiern an diesem Mittwochabend drei gute Bekannte den Start ihrer gemeinsamen Unternehmung. IQONOMY heißt ihre Agentur für digitales Marketing. Die Starter sind Patricia Hilbig, seit zehn Jahren Marketing-Spezialistin, Sascha von Hirschfeld (rechts im Bild), seit 13 Jahren Kommunikationsberater im Bereich Marketing & Vertrieb, Moritz Neumann, über 12 Jahre Softwareentwickler, “Digital Native” und “Querdenker”.

Ihre neue Agentur ist – wenigstens zu einem Teil – ein Produkt des Ammersee Denkerhauses. Denn Moritz aus Dießen, Patricia aus Windach, Sascha aus Herrsching haben hier einige Zeit gearbeitet, haben sich in unserem Coworking-Space getroffen. Ein schöner Erfolg für unseren Coworking-Space also: Selbst noch am Anfang stehend, hat das Ammersee Denkerhaus einem Start-up am Ammersee Geburtshilfe geleistet.

So soll es weitergehen, Interessenten sind immer gerne gesehen im Ammersee Denkerhaus! IQONOMY wünsche ich viele Erfolge! Ich bin mir sicher, mit ihrem Auszug aus der Sonnenstraße in die Mühlstraße enden nicht unsere freundschaftlichen Beziehungen zu den drei ehemaligen Mit-Denkern.

cover coworkingGerade lese ich eine interessante Buchankündigung. Es geht um mein Thema: Coworking. Kein Geringerer als das Fraunhofer Institut äußert sich zu »Coworking als spezifische Form der Organisation von Arbeit und Zusammenarbeit«. Diese scheine zwar vor allem Selbstständigen oder Start-ups vorbehalten zu sein, aber dennoch sei untersucht worden, wie Unternehmen von den neuen Coworking-Ansätzen profitieren können. Dabei herausgekommen ist ein neues Buch: »Faszination Coworking«.

Es entwickle sich beim Coworking häufig eine Kultur der Zusammenarbeit, der gegenseitigen Hilfsbereitschaft und Unterstützung, heißt es in der Buchankündigung von Fraunhofer. Die “als »Coworking Spaces« bezeichneten Gebilde entwickeln eine Anziehungskraft, ein Wachstum und eine Kreativität, die in den meisten Unternehmen ihresgleichen sucht.” Was für ein Ritterschlag auch für unser Ammersee Denkerhaus!

Das Buch »Faszination Coworking – Potenziale für Unternehmen und ihre Mitarbeiter« nimmt das Wesen der neuen Arbeitsform unter die Lupe. Wenn jemand von Euch »Faszination Coworking« lesen will, kann er das Buch ab Mitte September zum Preis von 24 EUR im Fraunhofer IAO-Shop bestellen. Natürlich bin ich auch an Lesereindrücken interessiert: Ihr könnt also gerne auch hier im MOOSBLOGGER etwas über dieses Buch schreiben.

Übrigens: Im Ammersee Denkerhaus, dem ersten Coworking-Space im ländlichen Raum Bayerns, ist zurzeit ein Einzelbüro zur Miete verfügbar. Interessenten können sich gerne in der Diessener Sonnenstr. 1 informieren. Wir sind an Arbeitstagen von 8.30 bis 18.30 Uhr anzutreffen. Und natürlich sind dort immer weitere Coworker – oder auch Schnupper-Gäste – herzlich willkommen.

Der nächste – öffentliche – Blogger-Stammtisch findet im Ammersee Denkerhaus am 25. September, 19 Uhr, statt, Thema: Suchmaschinen-Optimierung für Blogs und anderes….

Das Ammersee Denkerhaus ist jetzt schon über ein Jahr geöffnet. Wer von Euch war noch nicht dort? Schaut es Euch doch mal an, täglich zwischen 8.30 und 18.30 Uhr kann man vorbeischauen, wird nicht aufgefressen und kann sich alles ansehen, sogar ausprobieren und einen echt leckeren Café schlürfen…

Wenn vom Dießener Ammersee Denkerhaus geredet und geschrieben wird, fällt immer wieder der Begriff “Coworking”, das Denkerhaus ist ein sogenannter “Coworking Space”. Es geht um selbstbestimmtes Zusammen-Arbeiten, Ressourcen-Teilen, um Austausch und Kooperation auf Augenhöhe – in angenehmer Atmosphäre, völlig flexibel bei der Nutzung …und Bezahlung.

Coworking Konferenz 2014 in Wolfsburg
Anfang Februar haben sich auf der “Coworking Konferenz 2014″ in Wolfsburg Vertreter deutscher Coworking-Initiativen getroffen. Eigentlich wollte ich auch dabei sein, war auch schon angemeldet, aber ein anderer Termin ist dazwischen gekommen. Nun gibt es ein kleines Video zu dieser Tagung, das in vielerlei Hinsicht bemerkens- und sehenswert ist. Read more

Die Zahl der freiberuflich Selbstständigen ist im vergangenen Jahr wieder kräftiger –  gegenüber dem Vorjahr um fast 4,3% auf nun knapp 1,2 Mio. – gestiegen. Das  habe ich gerade auf www.mediafon.net, der Online-Plattform der Beratungsgesellschaft mediafon, gelesen. Nach ihren eigenen Angaben ist die mediafon GmbH ein “kein rein profitorientiertes” Unternehmen, das sich überwiegend durch Aufträge von ver.di finanziert.

Bei der Veröffentlichung der Wachstumszahlen stützt sich mediafon auf Statistiken des Nürnberger Universitäts-Instituts für freie Berufe IFB, mit dem wir als Gründerteam des Ammersee-DenkerHauses unlängst bei den Existenzgründertagen in Landsberg selbst Kontakt hatten.

Besonders interessant finde ich in der Veröffentlichung den Hinweis, dass nicht die klassisch “verkammerten” freien Berufe zulegen (nicht einmal um ein halbes Prozent), sondern die anderen Bereiche mit über 7% um so kräftiger. Am stärksten legten nach der Einteilung des IFB Heilberufe und “Berater” zu; am geringsten übrigens die Kulturschaffenden…

Warum ich das hier im MOOSBLOGGER schreibe? Weil ich mit diesen neuen Zahlen bestätigt sehe, woran wir Initiatoren des Ammersee-DenkerHauses fest glauben: Die Zahl der freiberuflich Selbständigen wächst und wird auch weiter wachsen. Diese wackeren Solisten, denen alle Risiken aufgehalst sind, sollen es bei uns am Ammersee gut haben, erfolgreich sein! Mit unserem Coworking-Space bieten wir ihnen die passende Plattform. Mitmachen!!

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