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Seit 9 Uhr ist unsere Region um eine Attraktion reicher. Wir haben jetzt eine Bürgerbeteiligungs-Online-Plattform. Auf www.mein-ammersee-2020.de sollen in den kommenden Wochen Ideen zusammengetragen, diskutiert sowie bewertet, sogar in einer Landkarte verortet werden. Die Beiträge von hoffentlich vielen Bürgern der Ammersee-Region sind für die gerade laufende Erarbeitung einer Lokalen Entwicklungsstrategie (LES) gefragt. Die online wie offline (1. Bürger-Workshop am 24. September, ab 17 Uhr in der Aula des Ammersee Gymnasiums) erarbeitete LES ist Grundlage für die Bewerbung um Aufnahme in das LEADER-Förderprogramm 2014-2020.

Welche Entwicklungsziele setzt sich die Ammersee-Region bis 2020? In den nächsten Wochen soll im Auftrag der Lokalen Aktionsgruppe, LAG Ammersee, mit den Bürgern aus der Region eine Lokale Entwicklungsstrategie (LES) erarbeitet werden, mit der sich die LAG Ammersee dann für die nächste LEADER Förderperiode 2014-2020 um die Aufnahme in ein spezielles Förderprogramm zur nachhaltigen Entwicklung des ländlichen Raums bewerben wird.

In der Lokalen Entwicklungsstrategie (LES) sind Entwicklungs- und Handlungsziele der Region zu beschreiben. Es können Projekte der Gemeinden und privater Projektträger gefördert werden, die einen Beitrag leisten, die gemeinsam formulierten Ziele für die Ammersee-Region zu erreichen. Zu den wichtigen Bereichen der LES zählen Umwelt, Klima, Demographie und weitere wie z. B. Tourismus, Dorfentwicklung, Nahversor-gung, Land- und Forstwirtschaft, Wirtschaft, Kultur, Soziales etc.

EU-Fördermittel für regionale Projekte
LES MapDas Gebiet der Lokalen Aktionsgruppe Ammersee umfasst die Ammersee-Anliegergemeinden Andechs, Dießen am Ammersee, Eching am Ammersee, Eresing, Grafrath, Greifenberg, Herrsching am Ammersee, Inning am Ammersee, Kottgeisering, Pähl, Schondorf am Ammersee, Utting am Ammersee, Windach. Seit 2007 setzt sich der Verein LAG Ammersee für die nachhaltige regionale Entwicklung in der Ammersee-Region ein und vermittelt für Entwicklungsprojekte des ländlichen Raums Fördermittel der europäischen Union aus dem LEADER-Programm. In der zu Ende gehenden, ersten Förderperiode wurden Projekte mit einem Fördervolumen von 874,7 T€ gestartet. Dazu zählen die Ufertreppe am Kurparkschlösschen Herrsching, der barrierefreie Zugang des Missionsmuseums der Erzabtei St. Ottilien, der Vogelbeobachtungsturm Ampermoos bei Kottgeisering, in Dießen die Wiederherstellung von Teehaus und Brunnenanlagen im Schacky-Park bzw. die Einrichtung des ersten Coworking-Space im ländlichen Raum Bayerns, das Ammersee Denkerhaus.

Auf der Online-Plattform wie auch beim 1. Bürgerworkshop am 24. September sind Bürger, Unternehmen, Vereine und Gruppierungen der Gemeinden im LAG-Gebiet zur Mitarbeit an einer neuen Lokalen Entwicklungsstrategie (LES) eingeladen. Eine LES ist ein integrierter und verschiedene Bereiche übergreifender Ansatz, mit dem Entwicklungsziele koordiniert und vernetzt werden. Es gilt dabei, das Hauptaugenmerk auf den innovativen Charakter für die Region zu legen. Ausgehend von der aktuellen Situation sind neue Ideen und Herangehensweisen gefragt, erkannte Chancen zu nutzen. Die LES für den ländlichen Raum soll in Übereinstimmung mit EU-Zielen etwa der Europa-2020-Strategie für intelligentes, nachhaltiges und integriertes Wachstum stehen und übergreifende Ziele zu Umweltschutz, zur Eindämmung des Klimawandels und Anpassung an seine Auswirkungen berücksichtigen.

Sechs Handlungsfelder identifiziert
Aufbauend auf den Erfahrungen der ersten Förderperiode werden zunächst Ideen für die Entwicklungsziele der Ammersee-Region in sechs Themengruppen gesammelt, diskutiert und zusammengefasst. Vorgeschlagen sind die Bereiche: 1. Energie, Umwelt, Klima; 2. Wirtschaft, Landwirtschaft, Handwerk, Tourismus; 3. Infrastruktur, Siedlungsentwicklung, Landschaftsplanung; 4. Kultur, Brauchtum; 5. Bildung, Sport; 6. Soziales, Demographie, Jugend. Es ist geplant zum Bürgerworkshop am 24. September entsprechende Arbeitsgruppen zu bilden, in denen sich Interessenten mit spezifischen Erfahrungen und Vorstellungen zusammenfinden.

Wesentliche Unterstützung zur Bürgerbeteiligung bei der LES-Erarbeitung soll die Online-Plattform, www.mein-ammersee-2020.de, leisten.

Ein Schwerpunkt liegt von Beginn an auf der Bürgerbeteiligung, mit größter Transparenz und vielfältige Möglichkeiten zum Mitmachen. Das Engagement vieler Menschen ist gefragt. Mit ihren Ideen und Anregungen können sie Einfluss auf die Gestaltung unserer gemeinsamen Zukunft in der Ammersee-Region nehmen. Mitmachen!

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Für zwei Tage hatten wir im Ammersee Denkerhaus Besuch aus Hamburg: Johannes Bouchain von www.nexthamburg.de. Dahinter verbirgt sich ein innovativer Ansatz, einschließlich Online-Plattform, zur Bürgerbeteiligung: Bürger können Vorschläge zur Entwicklung ihrer Stadt einbringen, publik machen und zur öffentlichen Diskussion stellen. Dabei hilft eine Online-Plattform, leicht und durch jedermann zu bedienen, mit Bewertungs- und Kommentarfunktionen und einer integrierten Landkarte, in der die jeweiligen Vorschläge gleich verortet werden. Zum Gesamtpaket gehören “analoge Veranstaltungen” wie Workshops und eine breite Öffentlichkeitsarbeit.

Dieser Ansatz, die Bürgerbeteiligung zu ermöglichen, ist inzwischen in vielen Städten eingeführt worden. So gibt es auch nextkassel und nextzürich, aber auch next-Plattformen in Belgrad, Istanbul, Lissabon und sogar im indischen Bangalore. Das muss man sich doch mal näher anschauen, war die Überlegung im Ammersee Denkerhaus, und Johannes Bouchain hat die Einladung in den Diessener Coworking-Space gerne angenommen.

Heute Mittag nun stellte der junge, studierte Stadtplaner mit IT- und Programmiererfahrungen einigen Interessenten das next-Konzept und die Plattform näher vor. Unsere Einladung zur Präsentation hatte auch der neue Beauftragte für Online-Medien der Marktgemeinde, Jung-Gemeinderat Frank Fastl “Zappi” (FReie Wähler), angenommen.

Anderthalb intensive und interessante Vortragsstunden waren schnell vorbei. Im Ammersee Denkerhaus wird dieses Thema sicher intensiv weiter verfolgt werden. Danke, Johannes Bouchain, für Deinen Besuch am Ammersee und die spannenden Gespräche!

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