Seit dem Start im Oktober 2005 war mein MOOSBLOGGER-Weblog auch immer ein Experimentierfeld für allerlei Internetzzeux. Erinnert sei z.B. an Live-Webcam-Übertragungen, die ich hier – immer mit bundesweit fachkundigem Support (Danke schön!!) – zum Fliegen gebracht habe.

Seit gestern nun zieren den MOOSBLOGGER neue hellgrüne “Knöpfe”. Diese Flattr-Button zeigen, dass ich mit meinem Weblog fortan den Social-Payment-Service Flattr nutze. Das Flattr-Prinzip ist genial einfach: Webaffine Benutzer – wie ich –  zahlen monatlich einen frei wählbaren Abonnementsbetrag (es muss ja nicht immer die olle Papierzeitung sein ;-) ) auf ein Konto ein. Medienanbieter – auch wieder wie ich mit meinem MOOSBLOGGER – platzieren auf ihrer Website einen Flattr-Button, den ein Nutzer (der auch bei Flattr mitmacht) anklicken kann, wenn ihm der Internet-Inhalt gefällt. Am Monatsende wird der eingezahlte Abonnementsbetrag des Nutzers gemäß seinen Klicks an die jeweiligen, geklickten Medienanbieter verteilt. Und weil das böse, böse Internetz die Transparenz so liebt, stehen neben den hellgrünen Flattr-Button auch noch Zahlenfelder. Diese zeigen an, wie viele Flattr-Nutzer den jeweiligen Button geklickt und damit also “ein bisschen bezahlt” haben. Das Ganze heißt “Flattr”; der Begriff setzt sich aus Flatrate (Pauschalgebühr) und dem englischen Verb to flatter (jemandem schmeicheln) zusammen.

Ich weiß natürlich nicht, wie viele meiner täglich mehr als 400 Leser auch schon flattern. Wenn Ihr es aber tut, flattert mich!! ;-)

Eines der mich aktuell am meisten interessierenden Weblogs ist das “Datablog” des GUARDIAN. Nach dem Motto “Fakten sind heilig” werden dort Zahlen, Fakten “visualisiert”. Gekonnt veranschaulichen im “Datablog” kluge, kreative Köpfe, was für eine Geschichte hinter aufgehäuften Daten steckt. “Datenjournalismus” wird das auch genannt – ein faszinierendes Feld!

Dieser Tage ging das Datablog der Frage nach, wie britisch sich die Leser fühlen und stellte schließlich die Umfrageergebnisse mit Landkarten der britischen Inseln dar. Je nachdem, wie die Leser ihr “Lebensgefühl” – als Briten, Engländer, Schotten, Waliser, Iren, Nordiren – beurteilt hatten, wurden an jenem Punkt der Landkarte, wo diese Stimmen abgegeben worden waren, Farbpunkte gesetzt. Dabei wurde nicht nur sichtbar, dass auch in UK der Lokalpatriotismus lebt: von den rund 15.000 Stimmen waren knapp 6.000 “britisch”. Es zeigte sich auch, dass sich in den Metropolen “britische Gefühle” eher häufen.

Ein interessantes Detail habe ich außerdem gefunden. Nachdem ich ganz tief ins Detail der Karte geklickt hatte, fand ich sogar eine (von 15.000) Antwort aus Windermere, unserer nordwestenglischen Partnerstadt: Dieser Teilnehmer outete interessanterweise schottische Gefühle… ;-)

Das Thema und die Verarbeitung der Daten finde ich hoch interessant. Es gibt ein schönes Beispiel, was vielleicht auch im Kleinen, hier im Luftkurörtchen, gemacht werden könnte. Vorstellbar ist z.B. ein “Zufriendenheits-Atlas”, wo im Luftkurörtchen und in seinen Sateliten wie zufriedene Bürger wohnen. Oder man weist einmal aus, wo gehäuft Leute wohnen, die sich als Bayern, Preußen, Schwaben, Sachsen… oder auch als Deutsche oder Europäer fühlen. Vermutlich würde das auf dem Ortsplan zu interessanten Ergebnissen führen.

Viel Zeit müsste man haben…!

 

Wie würde die Weihnachtsgeschichte im Zeitalter von Facebook, Twitter, Google-Maps & Co. wohl ablaufen? Dieses wundervolle Filmchen verrät es uns. Auch wenn es schon über 3,7 Mio. Mal angeschaut worden ist, haben es ja vielleicht noch nicht alle gesehen. Oder? Viel Spaß – und noch einen schönen Weihnachtscountdown!

Youtube-Video

logo_netzneutralitaetZurück aus dem Urlaub in Ost-Nord-Ost werde ich nun auch den MOOSBLOGGER wieder fürsorglicher behandeln. Versprochen!

Als erste Amsthandlung nach dem Rumhängen an Stränden, auf Burg- und Kirchtürmen sowie Landstraßen habe ich rechts neben diesem Posting das Logo der Initiative “Pro-Netzneutralität” gepflanzt. Ich bitte Euch, den hinterlegten Link anzuklicken und Euch dort einzutragen.

Worum geht es bei “Pro-Netzneutralität”? Es geht um ein “freies Internet ohne staatliche oder wirtschaftliche Eingriffe”. Der freie Meinungs- und Informationsaustausch im Web weltweit, an den wir uns so langsam gewöhnen, soll erhalten bleiben. “Haben wir doch, wozu diese Schwarzmalerei?”, werdet Ihr fragen.  Man könnte auch sagen: Wir haben es noch. Was passiert, wenn etwa die mächtigen Telekommunikationsfirmen beginnen, ihre Netzangebote – sagen wir mal in Sachen Geschwindigkeit – je nach entrichtetem Obulus abzustufen? Was hätte es für Folgen, wenn die Mächtigen im zunehmend verstopfenden Web mautpflichtige Schnellstraßen einrichten? Welche Konsequenzen hätte es, wenn diese Bezahl-Rennpisten “plötzlich” unumgänglich werden, um Informationen unverzüglich senden, empfangen, Daten up- oder downzuloaden oder einfach nur um Youtube-Videos ruckelfrei abspielen zu können? – Wenn sich das eines bösen Tages nur noch zahlungskräftige Nutzer leisten können und die mächtigen Medienkonzerne die Datenautobahnen unter ihre Nägel reißen, wo bleibt dann am Ende die Meinungsfreiheit? Wo bleiben dann die Websites der kleinen Leute, die Weblogs oder die Communities, die von schnellem Informationsaustausch, Bildern, Filmen leben?

Damit das Web allen und gleichberechtigt zur Verfügung stehen möge und nicht zur “Arena” finanzstarker Akteure mutiere, dafür sollten sich viele, viele Leute jetzt stark machen. Bevor es zu spät ist. – Unterschreibt bitte!

In einem Papierbrief  :-( hat mir Bürgermeister Kirsch für den “aufmerksamen Hinweis” zum ungeräumten Gehsteig in der Kirzingerstraße (“Wer ist zuständig für diese ‘Gehbahn’?”, 31.01.2009) in meinem MOOSBLOGGER gedankt. Die Verwaltung habe die Anlieger davon in Kenntnis gesetzt, dass dieser “Hinweis zu Recht erfolgt ist, dass die Kirzingerstraße in diesem Bereich nicht geräumt und gestreut ist”.

Der nette Papierbrief – Danke! – endet mit einem Wermutstropfen: der MOOSBLOGGER gehöre “nicht zur Pflichtlektüre der Bediensteten”, ist dort geschrieben, deshalb sollte ich künftig für derartige Hinweise besser eine andere Form der Mitteilung an die Verwaltung wählen. – Das muss ich natürlich bedenken, fallweise es wohl auch (noch) so tun, und ganz sicher weiter hart arbeiten, bis der MOOSBLOGGER zum Amtsmedium aufsteigt. (Danke bei dieser Gelegenheit übrigens den treuen, zurzeit täglich 240 MOOSBLOGGER-Lesern!)

Wie schafft es eigentlich ein Medium in den Rang der “Pflichtlektüre für Bedienstete”… ? Hat jemand eine Idee?

Ein Indiz für bestehenden Nachholbedarf: Ein anderer MOOSBLOGGER-“Hinweis” – zu den finsteren Wegen in Lachen (“Zurück in ‘Dark Alban'” vom 21.01.2009) – hat tatsächlich bislang keine, auch keine briefpostalische, Reaktion am Marktplatz 1 ausgelöst.

Was nicht ist, kann ja noch werden. ;-)

In Weilheim haben sich schon vor ein paar Jahren einige Jugendliche zusammen getan und das unabhängige Magazin Husk gegründet. Gestartet als Internetplattform und in den ersten zögerlichen Schritten mit 20 Exemplaren Auflage auch als Printausgabe erschienen, ist das Magazine inzwischen auf bis zu 1000 Hefte pro Ausgabe gewachsen und kann eine große Fangemeinde vom Ammersee bis ins tiefe Allgäu sein Eigen nennen.

Nun hat auch der Bayerische Rundfunk davon mitbekommen, dass die Jugendszene in Weilheim nicht schläft, und ein Interview mit den zwei Gründern des Husk, Kathi Schwaiger und Vinz Hölzl, geführt. Wer möchte kann es hier nachlesen oder anhören.

Mitte Januar erscheint die vorerst letzte gedruckte Ausgabe der Jugendzeitschrift. Es geht in die Abi-Pause, da Chefredakteurin und Herausgeber sich auf ihre Prüfungen konzentrieren müssen. Trotzdem geht es natürlich auf der Internetseite weiter!

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