Deichkind – Like mich am Arsch from DJ Coma on Vimeo.

Ich bin ja nun schon ein paar Wochen fern von Facebook. Mir hatten die neuen Nutzungsbedingungen nicht geschmeckt – da war ich also weg…
Jetzt zieht ein Song von “Deichkind” durchs böse Internetz, der ganz offensichtlich auch kein Loblied auf Facebook ist. Es geht zwar vor allem um den dortigen Riesenhaufen Nichtssagendes – und leider nicht um Datenschutz-Kritisches. Aber dennoch findet der Song – natürlich! – ganz viele LIKEs, trotz seinem Titel…

Danke allen KommentatorInnen!

Buergerversammlung_2015_AntragIch habe es getan.

In der amtlichen Bekanntmachung zu den diesjährigen Bürgerversammlungen heißt es: “Anträge zur Bürgerversammlung und zu den Ortsversammlungen sind schriftlich, spätestens eine Woche vor der jeweiligen Versammlung, beim Markt Dießen einzureichen.”

Und so habe ich gestern, fristgerecht, in den Rathaus-Briefkasten-Schlitz dieses Schreiben geschoben:

Antrag zur Bürgerversammlung Diessen vom 26.03.2015

Als Zuhörer verfolge ich regelmäßig die Sitzungen des Marktgemeinderates. Dabei erlebe ich die schwankenden, aber oft nur geringen Besucherzahlen. Außerdem sind immer wieder am Ratstisch geführte Debatten selbst für mich als interessierten und den Gemeinderat kontinuierlich besuchenden Beobachter nur schwer verständlich. Denn mir fehlen für Verständlichkeit sorgende Hintergrund- bzw. Detailinformationen.

Ich bin davon überzeugt, dass mehr und besser verständliche Informationen das Interesse in der Bevölkerung an der verantwortungsvollen Arbeit des Gemeinderates ebenso steigern, wie das Engagement der Bürger(innen). Deshalb stelle ich den Antrag, die Bürgerversammlung für den gesamten Gemeindebereich am 26.03.2015 möge beschließen:

Der Marktgemeinderat soll sich mit diesen Vorschlägen einzeln befassen:

  1. Künftig werden der online veröffentlichten Tagesordnung vor den Sitzungen des Gemeinderates auch Beschlussvorlagen / Anträge (für den öffentlichen Teil) als Anlage hinzugefügt. So können sich interessierte BürgerInnen über die Inhalte/Hintergründe einzelner Tagesordnungspunkte vorab informieren. Knapp formulierte Punkte der Tagesordnung werden verständlicher. Zugleich werden so vorab Gespräche mit Gemeinderatsmitgliedern zu bevorstehenden, angekündigten Gemeinderatsthemen besser möglich.
  1. Vor, während und nach den (öffentlichen) Gemeinderatsdebatten der Presse ausgehändigte Informationen zu den einzelnen Tagesordnungspunkten werden entsprechend vor, während bzw. nach den Sitzungen auf der Website der Marktgemeinde für die allgemeine Öffentlichkeit online verfügbar gemacht. So werden die Hintergrund- und Detailinformationen für die interessierte Öffentlichkeit zugänglich, auch wenn diese etwa aus Platzmangel oder aus subjektiven Ermessensgründen in der Presseberichterstattung nicht berücksichtigt werden.

Wenn Ihr diesen Antrag unterstützen wollt, kommt bitte am 26. März, 20 Uhr, in das Wirtshaus “Kirchsteig” zur “Bürgerversammlung für den gesamten Gemeindebereich” und stimmt dafür ab! – Gerne weitersagen!

(ACHTUNG: Wie ich gerade zufällig gesehen habe, ist der Veranstaltungsort vom ursprünglich angekündigten, aber zwischenzeitlich geschlossenen Gasthaus “3 Rosen” in den “Kirchsteig” verlegt worden!!)

Internet-Skeptiker – leider auch in der Kommunalpolitik – pfeifen immernoch auf Blogs wie den MOOSBLOGGER: Dort würde ja sowieso nur Unsinn geschrieben, den niemand liest und der natürlich auch niemanden interessieren braucht. Dass sie damit weiterhin auf dem Holzweg sind, hat die jüngste Diskussion hier im MOOSBLOGGER gezeigt, die wir anlässlich der Schließung von zwei Diessener Restaurants führen. Für die hochinteressanten, sachlichen wie engagierten Kommentare, exklusiv im MOOSBLOGGER, möchte ich mich an dieser Stelle herzlich bedanken!

Das gleichzeitige Aus der Restaurants “3 Rosen” und “kultcafé” (inzwischen hat auch das “Wengen 28″ per Facebook das Ende seines Restaurantbetriebs angekündigt) hatte ich hier zum Anlass zur Ursachenforschung genommen. Zu hohe Pachten, gesättigter Markt, Geiz-ist-geil-Kunden, denen heimische Betriebe schnurz sind, saisonal extrem schwankende Auswärtsgästezahlen, tödlich lange nebensaisonale Durststrecken, gemeindliche Wirtschaftspolitik – waren meine Vorschläge zur Ursachenbenennung. In den Kommentaren kamen bemerkenswerte Meinungen sowie weitere Impulse hinzu, die ich hier gerne einmal zusammenfasse.

So weist @Eisenkolg Gerhard darauf hin, dass das Nichtbemühen des Luftkurorts Diessen um Ganzjahrestourismus gastronomisch natürlich von großem Nachteil sei. “Schon alleine die Verweigerung der Ganzjahresschifffahrt sagt alles.” Er sieht den von mir positiv bewerteten Umbau der Mühlstraße und des Bahnhofs weitaus kritischer: “Was aber soll der Umbau der Mühlstrasse und des Bahnhofes, so wie erfolgt, touristisch bringen? Nichts Halbes und nichts Ganzes ist der Umbau. Nur weniger Parkplätze aber trotzdem keine “Kurzone”! Eine Post im Bahnhof aber dafür keine touristischen Attraktionen.” Er schlägt Investitionen in die touristische Infrastruktur, z.B. in eine Kunsteislaufbahn und in ein Ganzjahres(frei)bad vor. Weitere Ideen sind Skilanglauf um die Schatzbergalm und der Schacky-Park auch im Winter als attraktives Ziel. Zustimmung beim Thema hohe Pachten: “…Lokale und Hotels (werden) verpachtet zu Preisen von denen die Verpächter sehr gut auch ohne zu arbeiten leben könnten. Nur die Pächter können das bei den Preisen nicht: Denn die Höhe der Pacht entspricht lustigerweise in etwa die Höhe der Rendite die man mit so einem Lokal erwirtschaften kann.”

Jung-Gemeinderat der FREIEN WÄHLER, @Zapp, meint hingegen: “Unterm Strich wirds immer so sein: Es gibt welche, die könnens einfach, und es gibt welche, die könnens einfach nicht, ein kleiner Prozentsatz muss ggf. mit Widrigkeiten zurecht kommen die man nicht planen kann (z.B Krankheit). Aber es gibt auch genügend positive Beispiele in Dießen. Gaststätten, Restaurants und Lokale die seit Jahren und Jahrzehnten gut gehen und beliebt sind.” @Zapp stimmt zu: “Klar hilft es allen, wenn wir unsere einheimischen Unternehmer (nicht nur in der Gastro) unterstützen und in einem heimischen Laden anstatt in einem Großmarkt einkaufen, einen ortsansässigen Handwerker beauftragen, als einen auswärtigen, etc.” Er legt abschließend Wert auf die Bemerkung: “Aber die unternehmerische Fähigkeit des Einzelnen muss natürlich vorhanden sein.”

Das in meinem Blog-Beitrag angesprochene Thema, die Probleme bei der Wurzel zu packen und einen Konsens im Luftkurörtchen zu erarbeiten, wohin sich Diessen eigentlich entwickeln soll, wird in Kommentaren ebenfalls aufgegriffen. @Marc Schlüpmann schreibt: “Auch hier wieder die Frage, die sich wie ein roter Faden durch die jüngere Geschichte Dießens zieht und die noch immer nicht beantwortet wurde: Wohin soll sich Dießen entwickeln? Was sind die Ziele?”

Der langgediente Bayernpartei-Gemeinderat @Michael Hofmann meint zu dem von mir begrüßten einstimmigen Beschluss unseres Gemeinderats, ein Integriertes Städtebauliches Entwicklungskonzept (ISEK) zu erstellen und damit einen Grundkonsens zur Entwicklung im Luftkurörtchen zu schaffen, kritisch: Das ISEK sei für ihn “eine Ansammlung von unverbindlichen Allgemeinplätzen”. “Da ist kaum was Brauchbares für Dießen dabei.”

Relativierende Töne steuerte als “Außenstehender” mein #Schondorfer Blogger-Kollege @Leopold Ploner bei: Er habe nicht den Eindruck, dass Diessen generell veröden würde: “Ich sehe eine vielfältige gastronomische Szene und auch einige lokale Initiativen, um die wir euch beneiden (z.B. Wochenmarkt, Denkerhaus, Unikat, Gewerkhaus…).”

(Ergänzung vom MOOSBLOGGER am 15.03., 10 Uhr: In ihrem Kommentar vom 14. März, der erst einging als ich diesen Beitrag schon veröffentlich hatte, lenkt @Scholl die Debatte in eine andere, beachtenswerte Richtung: Sie bricht eine Lanze für Mieter und sich abmühende Pächter, plädiert für verantwortliches Eingreifen der Gemeinderäte und für nachhaltiges Handeln der Haus- und Grundbesitzer.)

PIC_1310Beim Blick in unsere lokale Presse keimt die Frage auf, ob ich irgendwo die Veröffentlichung der Ergebnisse oder gar des Wortprotokolls des nichtöffentlichen “Faktenchecks” vom 21.1.2015 vielleicht übersehen habe? In der Starnberger SZ ist letzte Woche immerhin ein “Regierungsvertreter” wörtlich mit dem Satz, “Wenn ein Gaul erst mal tot ist, sollten die Reiter absteigen“, zu der geschlossenen Runde zitiert worden.

Auch das Landsberger Tagblatt wusste zu berichten, dass beim nichtöffentlichen “Faktencheck” “die Sache dann schon wieder eher so aus (gesehen hat) wie auch in all den Jahren zuvor. Einem Radweg stehen naturschutzfachliche Gründe entgegen – und, so hieß aus Teilnehmerkreisen, die seien eher noch gewichtiger geworden als früher.”

Beide Informationen wurden übrigens vor der ersten Radldemo der Radwegbefürworter des neuen Jahres gedruckt. Dennoch schwangen sich am vergangenen Freitag 70 Befürworter auf die “toten Gäule”, mancher von ihnen mit der erklärten Absicht, es nach der Lektüre jetzt erst recht zu tun.

Die Bürger sind bekanntlich von Faktencheck-Veranstalterseite angehalten worden, geduldig die bis für Ende April angekündigten schriftlichen Ergebnisse des Faktenchecks abzuwarten. Ist das jetzt zu erlebende Durchsickern eine Konsequenz aus dem nichtöffentlich arrangierten “Faktencheck”, der vielleicht besser gleich für die gesamte interessierte Öffentlichkeit offen hätte stattfinden sollen?

puhdys

Rock-Legenden auf Abschiedstournee: Gestern abend volle Hütte, volle Pulle PUHDYS in Kempten. Träne im Knopfloch.

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