Das “Regionale Entwicklungskonzept der Lokalen Aktionsgruppe Ammersee für das Auswahlverfahren zur Initiative LEADER in Bayern” hat der Verein “Lokale Aktionsgruppe Ammersee”, in der Diessen bekanntlich Mitglied ist, als gedruckte Broschüre herausgebracht. – Auf der Herrschinger Website steht unter dem Pfad “Bürgerservice” das Dokument als PDF zum Download bereit. 

In der Schrift ist zunächst von “Gefahren” zu lesen: “Schatz in Gefahr” und “Stärken in Gefahr” sind die ersten Kapitel überschrieben. Im “Leitsatz” der Aktionsgruppe heißt es aber dann, der Ammersee sei nicht mehr Trennlinie sondern Bindeglied – das ist doch eine Riesenchance…! Als “einzigartige Stärken der Region” werden Naturschutzgebiet, reizvolle Kulturlandschaft, Klöster und Kirchen, reiche Geschichte, Bildungsstätten, engagierte Menschen u.v.m. gelistet, die es zu bewahren und verantwortungsbewusst zu nutzen gelte. 

Die “Projektplanungsübersicht” der Broschüre sollte niemandem im Luftkurort vorenthalten werden: Da steht als zwölftes Projekt “Infozentrum Ammersee und Südbayerisches Schifffahrtsmuseum” und das wird so erläutert: “Erstellung eines integrierten Konzeptes für die Umsetzung eines touristischen und regionalen Infozentrums (das erinnert mich an meine Idee vom “Haus der 5 Seen“) und überregional bedeutsamen Schifffahrtsmuseums”. Diesem Projekt folgt in der Auflistung als nächstes “Fischereimuseum Dießen” mit der Erläuterung: “Aufbau eines Fischereimuseums zur alten Tradition und Geschichte der Ammerseefischerei”.

Wie geht es nun weiter? Zum Beispiel mit der Umsetzung? So ein Fischereimuseum in Diessen könnte ich mir wirklich gut vorstellen. Auch könnte es das “touristische Infozentrum” des Ammersees mit beheimaten.

Der Wahlkampf neigt sich seinem Ende zu. (Schade! und Zum Glück!) Aber zum Schluss wird es hier und da noch mal etwas rührig; in Gasthäusern, vor Sparkassen, im MOOSBLOGGER (!!) und sogar in sonst drögeren Bauausschusssitzungen.

Normalerweise spielt das dramatische Geschehen im Bauausschuss im heimatlichen Blätterwald nicht die übergroße Geige. Anders dieser Tage. Am letzten Montag präsentierte, wie hernach Riesenlettern der Lokalpresse zu entnehmen war, der Bürgermeister dem Bauausschuss einen von ihm frisch ersteigerten Keramik-Krug als 300 Jahre alten Glücksfall für die keramikwissenschaftliche Forschung. Der Fayence-Krug soll 1684 vielleicht auf dem Hafner-Grundstück am Kirchsteig entstanden sein, wo heute die “Lösche-Dynastie” (LT) ansässig ist. Die Lösches haben lt. Zeitungsberichten den Krug auch im Auftrag des Münchner Auktionshauses Vogt vor etwa zwei Wochen begutachtet und als “original Diessener Stück” ausgemacht.

Nachdem das LT auch über 18.000 EUR als Kaufpreis geschrieben hatte, der sich im “bewilligten Rahmen” bewegt haben soll, habe ich daraufhin beim Bürgermeister nachgefragt. Zwar nicht per Mail ( ;-) ) aber doch per Rückruf gab er umgehend Auskunft: Demnach hatte Bgmstr. Kirsch den Gemeinderat in der letzten Sitzung, im nicht-öffentlichen Teil, von der bevorstehenden Auktion informiert und dort den finanziellen Rahmen genehmigt bekommen, zumal er dort schon auf zugesagte fünfstellige Sponsorengelder habe verweisen können. In unserem Telefonat am Mittwoch erklärte er sogar, nach weiteren Zusagen von Sponsorengeldern bleibe nun nur noch ein “sehr geringer Betrag” für die Gemeindekasse zu zahlen. – Den genauen Betrag wird es ja mal im öffentlichen Teil geben müssen, zumal 18.000 EUR für manche Einrichtung im Ort KEIN Peanuts sind.

Bleibt schließlich die Frage, wohin mit derlei “Schätzen”? – Eine Rathausvitrine, dort soll der Krug der Öffentlichkeit präsentiert werden, über eine Präsentation an anderer Stelle zum Töpfermarkt wird nachgedacht, ist sicher nicht die schlechteste Zwischenlösung. Bis sich Diessen irgendwann einmal zu einer attraktiven Lösung für derlei zeigenswerte Dinge durchgerungen hat. Ein “Haus der 5 Seen” z.B. war ja mal im Gespräch; dem neuen Gemeinderat erkläre ich die Idee gerne noch einmal!  

Seit gestern stehen im Web auf der Diessen-Website die Unterlagen für einen Ideenwettbewerb “Seeanlagen Dießen” zum Download bereit. Die Marktgemeinde macht als Auslober einen neuerlichen Anlauf “Ideen und Entwürfe zur Aufwertung der Seeanlagen und Verbesserung der räumlichen Verbindung zwischen Ort und See” zu erlangen. Read more

(hps) In Diessen wird zurzeit aufgescheucht diskutiert; auf Märkten, in Hinterzimmern, Kneipen, Lädchen, in vollen Zügen und na klar in Leserbriefen. Toll, die Leute machen von ihren Grundrechten Gebrauch!

Hoch erfreut bin ich besonders, dass in der emotionalen Debatte sogar wieder die Idee vom “Ammersee-Aquarium” aufgetaucht ist. Auch wenn das Revival als Dunstkreiszerstäuber gedacht war, lohnt es sich, die Geschichte zu rekapitulieren; sie ist ein Beispiel für die Innovationsfreude und -kraft, Entschlossenheit und Zuverlässigkeit maßgeblich handelnder Personen. Der MOOSBLOGGER hat die Story seinerzeit in jeder Phase festgehalten – schön, dass es Weblogs gibt! – hier, in der Kategorie “Haus der 5 Seen” (klicken!), kann man alle Beiträge zum Thema nachlesen!

Eine Zusammenfassung der Idee: Read more

Mit einer großen Geburtstagstorte und einer Vielzahl von Events feiert das Aquarium of the Lakes, eine der Hauptattraktionen in Diessens englischer Partnerregion am Lake Windermere, nächste Woche sein 10-jähriges Bestehen. 1,5 Mio. Gäste haben bisher dieses Süßwasseraquarium besucht, das den Weg des Wassers von den Quellen Cumbrias bis zur Küste eindrucksvoll und lehrreich darstellt. Eine wunderbare Attraktion besonders für Kinder und Familien bei schönem wie bei Schmuddelwetter.

Das Aquarium war von mir und einem seiner englischen Schöpfer 2005/2006 als Vorbild zur Schaffung einer touristischen Attraktion in Diessen ins Gespräch gebracht worden. Nach anfänglichem Interesse am Projekt “Haus der 5 Seen” hatte der amtierende Gemeinderat aber einen Rückzieher gemacht als es konkret wurde. – Schade eigentlich.

Die “Westmorland Gazette”, Zeitung in der englischen Partnerregion von Diessen, berichtete am 31. Januar über drastische Zuwächse bei den Besuchs- und Übernachtungszahlen ausländischer Gäste in der Region Cumbria: diese bleiben länger und geben mehr Geld aus. Die Zahl internationaler Gäste ist 2005 gegenüber 2004 um 3,4% auf 210.000 gestiegen, ihre Übernachtungszahl schnellte um 21,1% nach oben auf über 1,4 Mio. (das bedeutet: 6,6 Übernachtungen pro Kopf). Die lokale Wirtschaft habe daraus großen Nutzen gezogen: ausländische Gäste hätten 13,7% mehr ausgegeben; insgesamt 58 Mio. brit. Pfund.  Read more

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