…eine Idee, in Dießen einen touristischen Anziehungspunkt zu schaffen, der Gäste auch außerhalb der Sommerhochsaison ins Luftkurörtchen bringen sollte. Diese sah ein Ammersee-Aquarium als “Haus der 5 Seen” vor und wurde einst niedergemacht

Wie ich jetzt darauf komme? Dieser Tage habe ich wieder einmal eine – nicht von mir angeregte ;-) – Diskussion miterlebt, in der es darum ging, “ob Dießen ein Tourismusort ist”. Ich habe “damals” gelernt, dass er es nicht ist, habe ich in diese Diskussion eingeworfen und mich dann zurückgelehnt…

Das würde hier aber nicht im MOOSBLOGGER stehen, wenn nicht dieser Tage auch von einem tollen Projekt zu erfahren gewesen wäre, das gerade in unserer nordwestenglischen Partnerstadt Winderemere Gestalt annimmt. Am vergangenen Montag wurde dort der Öffentlichkeit der Planungsentwurf für das “Windermere Steamboat Museum” zur Diskussion vorgestellt. Dieses wird als wichtigstes kulturelles Projekt der Region Cumbria (vergleichbar mit “5-Seen-Land”) bezeichnet, mit dem auch die national bedeutsame  Sammlung historischer Boote gesichert werden soll.

Wie die – öffentlich zugänglichen – Bilder zeigen, wird bei dem großen Projekt auf ein Cluster kleiner, einfacher Gebäude gesetzt. Das erinnert mich an die Bootshütten, die bei uns am Dießener Ufer stehen. In diesen schlichten Gebäuden sollen die Boote ausgestellt und dennoch die Sicht auf See und herrliche Landschaft erhalten werden. Ein großes – großartiges – Museum wird in Form kleiner Einheiten möglich, die sich perfekt in die Uferlandschaft schmiegen. – Es geht, wenn man will – und kann…

Ich freue mich schon sehr, das neue Steamboat Museum eines schönen Tages – in Windermere – zu besuchen.

steamboat innensteamboat aussen

WSM View from Lake(Bilder: www.lakelandartstrust.org.uk / WSM Wetdock – ® Carmody Groarke)

Die Papierpresse berichtet heute auf breitem Bogen vom Abgesang des Fördervereins Südbayerisches Schifffahrtsmuseum. Seit 1978 haben ein paar Enthusiasten um ihre Idee vom Schifffahrtsmuseum gerungen. Im Strudel von “…kein Geld – kein Grundstück – keine Unterstützung…” ist wieder einmal ein interessantes Projekt gesunken, das unserer Ammersee-Region gewiss genutzt hätte. Ich weiß nicht, was alles falsch gelaufen ist. Aber, ein derartiges Projekt absaufen zu lassen, ist garantiert falsch!

Und das in einer Region mit so viel Potenzial und so wenigen touritischen Leuchttürmen. Ein paar Ehrenamtliche haben sich aufgerieben. Es gibt keinen Aufschrei in der Region, keine Unterschriftenlisten von Unterstützern, keine medienträchtigen Hilfsangebote (von keiner politischen Ebene), keine Rettungsversuche, auch keine Kerzen am See-Ufer zur mahnenden Trauer… Selbst die “Das-hab’-ich-doch-gleich-gewusst-Fraktion” hält den Mund.

Als ich kürzlich hier im MOOSBLOGGER auch einmal wieder das Thema “Tourismus als regionaler Wirtschaftsfaktor” bemühte, habe ich ein Zitat eines “Tourismus-Professors” zitiert. Der hatte auf dem jüngsten Tourismustag erklärt, im 5-Seen-Land sei die Frage nach der Kernkompetenz der Region nicht geklärt. Entsprechend gebremst fällt die Entschlossenheit aus, touristische Projekte anzufassen.

Ich glaube, der Schiffbruch von Stegen ist ein Beweis für die Richtigkeit dieser These.

…mit dieser Überschrift ist heute die Titelgeschichte im (gedruckten) Lokalteil des “Starnberger Merkurs” aufgemacht. Berichtet wird über den “Tourismustag Starnberger Fünfseenland”.

Wie in unserem Luftkurörtchen ist es demnach auch anderswo im herrlichen Fünfseenland verbreitet, die Bedeutung des Tourismus als wichtigen Wirtschaftsfaktor – ich sage mal – “kontrovers” zu sehen. Interessant: eine Moderatorin vom BR habe einen “Zusammenhang zwischen Widerständen und vermögenden Einwohnern” gesehen. Noch eine weitere Bemerkung finde ich bedenkenswert: Ein Tourismus-Wissenschaftler habe die “zentrale Frage” nach der “Kernkompetenz des Fünfseenlandes” für nicht geklärt gehalten.

Diessen als gut zahlendes Mitglied auch im Tourismusverband Starnberger Fünfseenland tanzt da sicher nicht aus der Reihe. Eine “Kernkompetenz” für unser Luftkurörtchen erstmals herauszuarbeiten bietet sich derzeit bei den Herkulesarbeiten am neuen Flächennutzungsplan an. Ich bin davon überzeugt, dass solche “klaren Fronten” für eine langfristige Planung unerlässlich sind.

Da ist sie wieder einmal: die Diskussion, wer denn vom Tourismus in der Region profitiert. Interessanterweise wird sie immer dann geführt, wenn kleine Unternehmer wie Gastwirte und Einzelhändler zur Kasse gebeten werden. Diesmal sind 20 EUR Mitgliedsbeitrag für den Tourismusverband Ammersee-Lech der Auslöser, für die sich Herr Landrat in einem offenen Brief stark gemacht hat.

Ich will heute nicht die Mitgliedschaft Diessens in diesem Verband diskutieren (das Luftkurörtchen zahlt dort und im Starnberger Tourismusverband 5-Seen-Land Beiträge).

Mir geht es um die heute im “Landsberger Tagblatt” aufgeworfene Frage, wer vom Tourismus in der Region profitiert. Ich behaupte: das “Landsberger Tagblatt”! ;-) Ich, du, er, sie, es, wir, ihr, sie – wir alle profitieren vom Tourismus in der Region. Das ist der Wirtschaftsfaktor bei uns. Das ist die Existenz-Grundlage für Gastwirte, Einzelhändler, Hoteliers genauso wie für Dienstleister vom Handwerker über Webdesigner bis hin zu Papier-Verlagen. Das ist die Grundlage für Beschäftigung, Ausbildung und Steueraufkommen. Wenn die vielen, vielen Kleinen gut existieren können, “profitieren” selbstverständlich wir Einwohner ganz kräftig davon: z.B. dass wir in Diessen zwischen 40 verschiedenen Lokalen und diversen kleinen Läden wählen können, ein Kino und viel Kleinkunst haben. Das gäbe es in dieser Vielfalt und damit Qualität nicht. Gemeinden und Landkreis verdienen zudem an den Steuern direkt und indirekt aus dem Tourismus und können so ihre Aufgaben vor Ort erfüllen.

Vom Tourismus profitieren also alle. Diesen Wirtschaftszweig intelligent und fantasievoll, behutsam und zielstrebig zu entwickeln ist die Aufgabe.

Geretsried ist gar nicht weit weg

abgelegt von Hannes Sander in Haus der 5 Seen | Kommentare deaktiviert

Kennen Sie Geretsried? Das ist ein Städtchen mit nicht ganz 25.000 Einwohnern im Landkreis Bad Tölz-Wolfratshausen (und mit einer informativen Stadt-Website: http://www.geretsried.de u.a. mit einer ständigen Info-Rubrik zum Stand des dortigen Geothermie-Projektes).

Geretsried ist gar nicht weit von Diessen. Dort hat am letzten Wochenende ein Bürgerentscheid stattgefunden, in dem die Gegner eines orientalischen Wellnessbad-Projektes “Spaladin” eine deutliche Niederlage einstecken mussten. Eine deutliche Mehrheit sprach sich für eine rund 100-Mio.-EUR-Investition (dahinter soll tatsächlich ein richtiger saudischer Scheich stecken) auf einem 68.000 qm Grundstück aus, von der man 600.000 Gäste im Jahr, sprudelnde Gewerbesteuereinnahmen und 170 neue Arbeitsplätze erhofft.  Für eine zweite Ausbaustufe sei der Bau eines 4-Sterne-Plus-Hotels anvisiert. Eine Bürgerinitiative “Spar dir Aladin” fand da offensichtlich wenig Gehör. Die Medien haben ausführlich berichtet.

Über die Dimension des Projektes will ich hier nicht urteilen, das haben die Geretsrieder soeben mit gutem Recht selbst getan. Ich musste aber bei diesen Nachrichten an die schlummernde Idee vom “Haus der 5 Seen” für Diessen denken. Eine Idee, die der heimischen Tourismuswirtschaft einen Schub geben sollten, und das in einem verträglichen und auf diesen Ort optimal zugeschnittenen Format.

von Peter Oefele

Wer braucht schon Vermarktungs- und PR-Profis!
Da wurden doch gestern Abend ganz von alleine sehr sehr schöne Bilder ausgestrahlt: Im Bayerischen Fernsehen lief innerhalb der Sendung “Quer” eine interessante Reportage über unseren schönen Ammersee, der – an alle Auswärtigen und potentiellen “Zuagroasten” da draußen im Internet! – im Übrigen viel cooler ist, als das Starnberger Pendant. Yo, muss auch einmal gesagt werden.

Anlass der Berichterstattung: der neue Dampfer “Augsburg” und die Wellen die er schlägt, bevor er überhaupt losgefahren ist. Insbesondere die kuriosen Meinungsverschiedenheiten rund um seinen für die Ammerseeflotte – gar nicht so – untypischen Namen. Ältere Dießener können sich noch gut daran erinnern, dass schon früher ein Schiff namens „Augsburg“ auf dem Ammersee verkehrte.

Nichts desto trotz, wird nun sogar ein “Friedensfest” zwischen Augsburgern und Herrschingern nötig. Dessen Bürgermeisterin hatte nämlich reichlich uncharmant gegen den neuen Schiffsnamen argumentiert: “Wenn am Ostufer etwas nicht beliebt ist, dann sind es die Augsburger!” So etwas geht heutzutage als astreines “dissen” durch, und natürlich war es ein gefundenes Fressen für Print und Broadcast in der Schwabenmetropole… Read more

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