Wann wart Ihr das letzte Mal essen? Habt Ihr bezahlt? Wie viel? Und: Wie viel hättet Ihr bezahlen wollen? – Diese Fragen sind mir gerade in den Sinn gekommen, als ich in der Online-Ausgabe der “Westmorland Gazette” eine ungewöhnliche Geschichte gelesen habe. In Ambleside, einer Nachbargemeinde unserer nordwestenglischen Partnerstadt Windermere, ist dieser Tage ein Etablissement namens The Glass House förmlich überrannnt worden. Das Restaurant hat etwas gewagt – und offensichtlich viel gewonnen.

Die Speisen auf der Karte werden seit letztem Donnerstag ohne Preise angeboten (Getränke und Beilagen sind wie immer ausgepreist). Die gesättigten Gäste dürfen so viel bezahlen, wie ihnen das Essen wert gewesen ist; wer sich zum Schluss unsicher ist, kann sich von der Bedienung bei seiner individuellen Preisfindung beraten lassen.  Diese spezielle Art sich abspeisen zu lassen hat offensichtlich eingeschlagen; die Wirtin diktiert dem Reporter einen “huge success” in den Notizblock. Überraschung bekundet auch der Wirt; die meisten Gäste hätten positiv reagiert und es sei öfter mehr denn weniger bezahlt worden, als auf der Karte gestanden hätte. Das spleenige Restaurant hat einen in Januartagen nie dagewesenen Run erlebt: dreimal so viele Gäste wie sonst seien dort eingekehrt, ist zu lesen. Noch bis zum 31. Januar wollen die Wirtsleute ihr Spezialmenü anbieten.

Was für eine Geschichte! – Wer nichts wagt, der nichts gewinnt.

Kommentare

1 Kommentar zu “Pej wott ju leik”

  1. Anne Webert on Januar 28th, 2010 18:52

    Aber Hannes – auch wenn wir ein wenig ab vom Schuß leben – diese Sache ist echt nicht neu. Und ich kenne einige Wirte, die auch ganz schnell wieder damit aufgehört haben.

    Dir und mir wäre es sicherlich peinlich, zu wenig zu zahlen und ich neige dazu, eher etwas großzügig zu sein… aber es gibt leider doch viele Mitmenschen, die da keine Skrupel haben.

    So kenne ich auch schon die Variante mit einer unteren Grenze… was das Ganze wieder völlig absurd macht.

 

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