Wann wart Ihr das letzte Mal essen? Habt Ihr bezahlt? Wie viel? Und: Wie viel hättet Ihr bezahlen wollen? – Diese Fragen sind mir gerade in den Sinn gekommen, als ich in der Online-Ausgabe der “Westmorland Gazette” eine ungewöhnliche Geschichte gelesen habe. In Ambleside, einer Nachbargemeinde unserer nordwestenglischen Partnerstadt Windermere, ist dieser Tage ein Etablissement namens The Glass House förmlich überrannnt worden. Das Restaurant hat etwas gewagt – und offensichtlich viel gewonnen.

Die Speisen auf der Karte werden seit letztem Donnerstag ohne Preise angeboten (Getränke und Beilagen sind wie immer ausgepreist). Die gesättigten Gäste dürfen so viel bezahlen, wie ihnen das Essen wert gewesen ist; wer sich zum Schluss unsicher ist, kann sich von der Bedienung bei seiner individuellen Preisfindung beraten lassen.  Diese spezielle Art sich abspeisen zu lassen hat offensichtlich eingeschlagen; die Wirtin diktiert dem Reporter einen “huge success” in den Notizblock. Überraschung bekundet auch der Wirt; die meisten Gäste hätten positiv reagiert und es sei öfter mehr denn weniger bezahlt worden, als auf der Karte gestanden hätte. Das spleenige Restaurant hat einen in Januartagen nie dagewesenen Run erlebt: dreimal so viele Gäste wie sonst seien dort eingekehrt, ist zu lesen. Noch bis zum 31. Januar wollen die Wirtsleute ihr Spezialmenü anbieten.

Was für eine Geschichte! – Wer nichts wagt, der nichts gewinnt.

Gerade hat mir jemand, dem ich bei Twitter folge, die Web-Adresse einer Online-Umfrage gezwitschert. Ein Student der Uni Lüneburg führt die Umfrage für seine Diplom-Arbeit durch. Gefragt sind Meinungen zum Thema Ökostrom, in weniger als 10 min. sind die Fragen beantwortet. Bitte mitmachen!

P.S.: Ich finde Atom- und Kohlestrom beknackt.

Die Region um unsere nordwestenglische Partnerstadt Windermere schmiedet Pläne: langfristige Pläne für die nächsten 100 Jahre. Die Küste Nordwestenglands (und von Nord Wales) soll angesichts des Klimawandels geschützt werden; vor einem steigenden Meeresspiegel sowie zunehmenden Naturgewalten wie Stürmen und extremen Regenfällen. Der Entwurf eines “Shoreline Management Plans” wird zurzeit in den betroffenen Gemeinden heftig diskutiert, wie die “Westmorland Gazette” berichtet. Detaillierte Informationen stehen auch im Web zur Verfügung: www.mycoastline.org.

(Die regionale Wochenzeitung aus der englischen Partnerregion, “The Westmorland Gazette”, liegt zur kostenlosen Lektüre jede Woche neu im Dießener KultCafé aus. Das Abo zahlt der Städtepartnerschaftsverein Freundeskreis Ammersee-Windermere.e.V: FAW.)

“Ein Satz mit X: War wohl nix!” Meine Hansa-Kogge hat gestern abend eine schlimme Breitseite gefangen in der Löwen-Arena. Ich trauere noch immer, ein bisschen.

Da kam das heutige Samstags-Ritual ganz recht; mit der allwöchentlichen Rundreise in die “Wertstoffsammelstelle” und in unsere Markthalle. Dort fand ein kleiner Aushang meine gesteigerte Aufmerksamkeit. Neben “Offenem” (immer dienstags für 10 EUR “hellfühliges sehen”) warb auch ein “Frauenkreis” für sein Tun, was sich mir aber mit den aushängigen Flyern nicht erschloss. Beim “Frauenkreis” geht es auch um “Göttinnen-Kraft”, las ich. – Das will mir nun gar nicht mehr aus dem Sinn: Was ist das denn…?

Tapfer hat mein Counter hier in der rechten Spalte unter der Überschrift “immer was los” monatelang die Tage, Stunden und Minuten herunter gezählt. Endlich ist es so weit. 18 Uhr wird der Kracher des Zweitligaspieltages angepfiffen: TSV 1860 München vs. FC Hansa Rostock. Das Spiel soll von den freistaatlichen Ordnungshütern als “Risikospiel” eingestuft worden sein. Ich hoffe, die vielen Jungs und Mädels von de Küst’ sind wieder friedliche, lustige Gäste – wie so oft!

Dennoch haben sich für heute mächtige Risiken zusammengebraut. HANSA hat die Chance, den 6. (in Worten: sechsten) Auswärtssieg bei den Münchner Löwen zu landen. Das dürfte nicht einfach werden, aber probieren kann man es ja mal bei diesem Fast-Lieblingsgegner…

Ich kenne vier Dießener, die heute in der Arena beim Gladiatorenkampf mit den Löwen dabei sein werden. Wer fährt noch zur riskanten Löwen-Domptur??

Da ist sie wieder einmal: die Diskussion, wer denn vom Tourismus in der Region profitiert. Interessanterweise wird sie immer dann geführt, wenn kleine Unternehmer wie Gastwirte und Einzelhändler zur Kasse gebeten werden. Diesmal sind 20 EUR Mitgliedsbeitrag für den Tourismusverband Ammersee-Lech der Auslöser, für die sich Herr Landrat in einem offenen Brief stark gemacht hat.

Ich will heute nicht die Mitgliedschaft Diessens in diesem Verband diskutieren (das Luftkurörtchen zahlt dort und im Starnberger Tourismusverband 5-Seen-Land Beiträge).

Mir geht es um die heute im “Landsberger Tagblatt” aufgeworfene Frage, wer vom Tourismus in der Region profitiert. Ich behaupte: das “Landsberger Tagblatt”! ;-) Ich, du, er, sie, es, wir, ihr, sie – wir alle profitieren vom Tourismus in der Region. Das ist der Wirtschaftsfaktor bei uns. Das ist die Existenz-Grundlage für Gastwirte, Einzelhändler, Hoteliers genauso wie für Dienstleister vom Handwerker über Webdesigner bis hin zu Papier-Verlagen. Das ist die Grundlage für Beschäftigung, Ausbildung und Steueraufkommen. Wenn die vielen, vielen Kleinen gut existieren können, “profitieren” selbstverständlich wir Einwohner ganz kräftig davon: z.B. dass wir in Diessen zwischen 40 verschiedenen Lokalen und diversen kleinen Läden wählen können, ein Kino und viel Kleinkunst haben. Das gäbe es in dieser Vielfalt und damit Qualität nicht. Gemeinden und Landkreis verdienen zudem an den Steuern direkt und indirekt aus dem Tourismus und können so ihre Aufgaben vor Ort erfüllen.

Vom Tourismus profitieren also alle. Diesen Wirtschaftszweig intelligent und fantasievoll, behutsam und zielstrebig zu entwickeln ist die Aufgabe.

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