Die Wahlen sind gut ein Jahr vorüber, wir sind zur Tagesordnung übergegangen, selbst wenn im Gemeinderat gelegentlich geraunt wird, mancher Gewählte befände sich noch im Wahlkampfmodus. Schön wäre das, zumindest wenn es dabei um so ein wichtiges Thema wie “bezahlbaren Wohnraum” ginge…

Zuletzt sind wir in Diessen an dem Thema vorbeigeschrammt, als es Ende 2014 um die Psychosomatik-Klinik-Pläne im ehemaligen Kloster vom Heiligen Vinzenz von Paul (neben dem Marienmünster) ging. Immerhin sind dort 100 neue Arbeitsplätze announced worden. Und da es sicher um so einige Gering- und Normalverdiener gehen wird, ist die Frage durchaus berechtigt: Wo sollen die herkommen? Wo sollen die wohnen? Schafft der Investor auch entsprechend bezahlbaren Wohnraum?

Aktuell wird das Thema “bezahlbarer Wohnraum” in Schondorf im Zusammenhang mit den Bebauungsplänen des ehemaligen Prix-Geländes geführt. Im Blog #Schondorf hat mein Blogger-Kollege Leo Ploner mit überlegenswerten Beiträgen am 18. Februar und am 1. März sogar eine interessante Online-Diskussion initiiert. Auslöser war sein Bericht über die Schondorfer Gemeinderatssitzung vom 11. Februar. Da hatte Architekt Helgo von Meier erste Entwürfe für die Bebauung des Prix-Geländes – das Areal zwischen Schule, Bahnlinie, Schul- und Ringstrasse – vorgestellt. Dort könnte bezahlbarer Wohnraum entstehen, womit die Gemeinde verhindern will, “dass junge Menschen und Familien aus Schondorf abwandern, weil sie sich hier keine Wohnung leisten können”.

Im fernen Berlin wabert die “Mietpreisbremse” durch die hohen Gremien. Ich glaube, eine wirksame Bremse kriegen wir hin, wenn das Angebot an bezahlbarem Wohnraum aus dem sozialen Wohnungsbau deutlich vergrößert wird. Das braucht aber politischen Willen und Mehrheiten – “vor Ort”. Projekte wie in Schondorf, die in der dortigen Debatte auch schon mal wenig schmeichelhafte Bezeichnungen wie “Klein-Germerisierung” einstecken müssen, haben meine Sympathie. Denn man kann sie durchaus so gestalten, dass sie sehr wohl in hier bestehende Strukturen des ländlichen Speckgürtels passen.

Am Nordzipfel des Ammersees wird (vielleicht schon bald) gehandelt.

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Kommentare

3 Kommentare zu “Thema “Bezahlbarer Wohnraum” – in Schondorf”

  1. Eisenkolb Gerhard on März 1st, 2015 20:06

    Ich glaub in Diessen verstehen viele Verantwortungstraeger unter bezahlbarem Wohnraum, den Erwerb von Wohnraum als Eigentum. Die hier verfolgte Politik von Grund und Boden, vor allem der Verkauf von gemeindlichen, lässt nicht auf ein Verständnis von bezahlbarem Wohnraum als Miete schliessen.

  2. Hannes Sander on März 2nd, 2015 08:20

    Interessanter Impuls! Was verstehen unsere Verantwortungsträger unter “bezahlbarem Wohnraum”?

  3. Leopold Ploner on März 2nd, 2015 10:41

    Hannes, das wird die spannende Frage: Kann man es so gestalten, dass es in die bestehenden Strukturen passt?