Als Redakteur bekomme ich täglich viele interessante Meldungen auf den Bildschirm. Diese hier, vom Bonner Institut zur Zukunft der Arbeit (IZA), zählt sicher dazu. Darin werden beachtenswerte Ergebnisse eines sozio-ökonomischen Panels zu den Belastungen von Eltern vorgestellt. Subjektiv empfinden demnach die meisten Eltern vergleichsweises den finanziellen Druck als überraschend gering, heißt es dort. Stressfaktor Nummer eins sei vielmehr die zeitliche Belastung, die mit der Kinderbetreuung verbunden ist.

Diese Wahrnehmung hätten insbesondere Mütter zu Protokoll gegeben. Aber auch die Mehrzahl der Väter würde sich stärker zeitlich als finanziell unter Druck sehen. Dies verdeutliche den hohen Stellenwert einer auf die Bedürfnisse der Familien zugeschnittenen außerhäuslichen Kinderbetreuung und flexibler Arbeitszeitmodelle, mit denen eine zeitliche Entlastung erreicht werden kann. “Denn mit mehr Geld ist es nicht getan: Die Studie ermittelt einen extrem hohen Wert, den eine monetäre Unterstützung erreichen müsste, um den Zeitstress im subjektiven Empfinden auszugleichen.”

Wenn dem so ist, sind Projekte wie das Ammersee Denkerhaus in Diessen für alle Seiten nützlich wie attraktiv und von öffentlicher Hand allemal unterstützenswert. In der Diessener Sonnenstr. 1 sind von einigen Enthusiasten professionelle und flexible Arbeitsbedingungen geschaffen worden, die nicht nur familienfeindliche Pendelzeiten ins Großstadtbüro überflüssig machen. Denkerhaus-Nutzer können hier komplett ausgestattete Büroarbeitsplätze nutzen, wenn sie diese brauchen – und sie bezahlen auch nur für diese Nutzungszeiten. Außerdem wird in einer Wohlfühlatmosphäre konzentriert und ungestört bzw. unabgelenkt gearbeitet, was am “heimischen Küchentisch” oft unmöglich ist.

Dass diese innovativen Arbeitsmöglichkeiten auf wachsendes Interesse stoßen, zeigen auch die in den letzten Wochen deutlich vermehrten Anfragen und Besuche im Ammersee Denkerhaus. Montag bis Freitag treffen Interessenten zwischen 8.30 Uhr und 18.30 Uhr dort immer jemanden, der gerne die familienfreundlichen Arbeitsmöglichkeiten vorstellt.

Übrigens: Wer das Ammersee Denkerhaus und seine Nutzer erst einmal “spielerisch” kennenlernen will, hat am kommenden Freitag, dem 13ten, ab 19 Uhr dazu gute Gelegenheit. Mit einer Karaoke-Night (Powerpoint- und auch Musik-Karaoke wird geboten) wird das 2-jährige Bestehen des ersten Coworking-Spaces “auf dem bayerischen Lande” gefeiert, unter dem vielsagenden Motto “Hemmungslos durch die Nacht”…)

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Kommentare

5 Kommentare zu “Zeit sticht Geld”

  1. Michael Hofmann on Februar 7th, 2015 11:28

    ich glaub Frau will einfach alles, frau kann nicht die Breze und das Zenerl haben !

  2. Eisenkolb Gerhard on Februar 7th, 2015 18:47

    Besonders stressig ist es vor allem für Leute die im Einzelhandel arbeiten: Kindergrippen, Gärten und Horte bis 20 Uhr und laenger gibts ja kaum. Noch schlimmer ist dies für Schichtarbeiter, vor allem wenn beide Schicht arbeiten wollen. Und vor allen 14 Wochen Schulferien, selbst manche Kindergärten fühlen sich diesen verpflichtet.Selbst wenn man nie gemeinsam Urlaub macht reicht hier der Urlaub nicht.Und die Großeltern Könnens oft auch nicht wie in anderen Kulturen, die sollen am besten auch bis 70 arbeiten.

  3. Eisenkolb Gerhard on Februar 7th, 2015 18:53

    @hofmann: a breze für a zehnerl, wann war er denn das letzte mal beim baecker?

  4. Michael Hofmann on Februar 9th, 2015 08:08

    @Eisenkolb Frau kauft beim Bäcker

  5. Eisenkolb Gerhard on Februar 9th, 2015 09:34

    @ hofmann: Ah so, Na dann! Praktisch! Stressfrei!