Am Freitag (5. September) startet am Feuerwehrhaus Fischen um 17 Uhr der nächste Radausflug der Initiative Birkenallee-Radweg. Die Tour führt über die Birkenallee bis zum Bahnübergang am Südende Dießens und zurück. Wie es in einer Presseinformation der Initiatoren heißt, soll damit der “gemeinsame Wille der Radfahrer in Fischen und Umgebung erneut zum Ausdruck” gebracht werden. Die Initiative Birkenallee-Radweg ruft die Schutzgemeinschaft Ammersee e. V. auf, “umzudenken und gemeinsam mit den betroffenen Gemeinden und der Bürgeraktion nach Lösungen zu suchen, den Radweg entlang der Birkenallee zu realisieren“.

Ich werde am Freitag radeln. Wer kommt mit? Ich habe mir meine Pro-Test-Route so gedacht: 16 Uhr ab Sonnenstraße 1 in Diessen über die “Raistinger Schleife” – ist sie nun “unsäglich” oder der “Königsweg”? – nach Fischen Feuerwehrhaus. Von dort ab 17 Uhr gemeinsam mit der Radausflug-Gruppe über die Birkenallee zurück ins Luftkurörtchen. Ich würde mich freuen, wenn mich ein paar Leute vom Westufer begleiten und wir es selbst einmal testen, wo es uns gefällt zu radeln…

Radstaender

Mit den “Radausflügen” der Fischener Initiative Birkenallee-Radweg ist die seit 3 Jahrzehnten dümpelnde Diskussion um einen Radweg Birkenallee neu entbrannt. Exponenten sind auf der einen Seite die Fischener Initiative und auf der anderen die Schutzgemeinschaft Ammersee e.V. und der Bund Naturschutz mit ihren zementierten Positionen. Ihnen stellt die Fischener Initiative in ihrer jüngsten Presseinfo (Birkenallee Radweg Presseinfo) ihre Sicht entgegen: “Die Gründe, die vor sechs Jahren dazu führten, den geplanten Radweg nicht zu realisieren, liegen nach Meinung der Befürworter nicht mehr vor. „Aktuelle Monitoring-Ergebnisse bezüglich des Brutverhaltens geschützter Vogelarten haben gezeigt, dass diese in dem betroffenen Gebiet südlich der Birkenallee nicht mehr brüten“, so Prof. Ernst Roeckl von der Initiative. „Damit ist ein wesentliches Argument  gegen die kürzeste und sicherste Radverbindung zwischen Fischen und Dießen nicht mehr haltbar“, so Roeckl weiter.

Dagegen seien entsprechende Vorkommen entlang der sogenannten Raistinger Schleife festgestellt worden, die vom Bund Naturschutz und der Schutzgemeinschaft Ammersee e.V. als Alternative zum Birkenallee-Radweg gesehen wird. „Diese Variante ist über drei Kilometer länger und  stört  damit die entsprechenden Vogelarten erheblich mehr“, so Roeckl. Außerdem mündet sie am Ende auch wieder in eine für Radfahrer gefährliche Landstraße ein.”

Dass Schutzgemeinschaft Ammersee e.V. und BN “endlich ihren grundsätzlichen Widerstand gegen einen Birkenallee-Radweg aufgeben” sollen, wird mit weiteren Gegenargumenten zu behaupteten Kosten und Flächenverbräuchen zur Raistinger Schleife untermauert. Diese wird ja zumeist als Alternative gepredigt und ist bei vielen der Diskussionen müden Gemeinderäten favorisiert. Delikat in diesem Zusammenhang dieser Satz in der Presseinfo: “Im übrigen würde ein Radweg entlang der Birkenallee nach Auskunft des Pähler Bürgermeisters Werner Grünbauer vollständig vom Land finanziert werden. Die Kosten für einen Radweg entlang der Ortsverbindung zwischen Raisting und Dießen dagegen, der für die Raistinger Schleife erforderlich wäre, müssten Landkreis und Gemeinden tragen.”

Nachtigall, ich hör’ dir trapsen…! Als kommunlapolitisch Interessiertem wird mir mulmig, wenn ich die Versuche in den Räten erlebe, eine Raistinger Schleife durchzuboxen. Ich bin davon überzeugt, dass diese mehrheitlich von der Bevölkerung gar nicht gewollt wird. Warum hat niemand das Kreuz, die Bewohner unserer betroffenen Gemeinden einmal zu befragen, welchen Radweg sie wollen??

In meinem persönlichen Gespräch gestern mit Prof. Ernst Roeckl habe ich diesen Eindruck gewonnen: Hier wird keine Konfrontation auf Teufel komm raus aufgepustet. Vielmehr steht der Einstieg in eine gemeinsame Lösungssuche mit den betroffenen Gemeinden, Naturschutzorganisationen und der Bürgeraktion im Mittelpunkt, den Radweg entlang der Birkenallee zu realisieren.

Wie gesagt, am Freitag, 16 Uhr, mache ich mir selbst ein Bild. MitRadler vom Westufer des Ammersees sind willkommen.

P.S. Interessantes in Blogposts zum Thema bei #Schondorf, bei der Diessener Grünen-Gemeinderätin Petra Sander und natürlich hier im MOOSBLOGGER am 17. August.

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Kommentare

2 Kommentare zu “Am Freitag: Radeln für den Radweg”

  1. Leopold Ploner on September 3rd, 2014 10:50

    Wenn das Wetter halbwegs mitspielt, bin ich gerne dabei.

  2. Hansjürgen Riggenmann on September 5th, 2014 12:24

    Ganz klar:
    Vogelschutz geht vor Menschenschutz! So die Devise der Vogelschützer:
    ein zusätzlicher Fahrradweg an der viel befahrenen Birkenallee schadet den brütenden “seltenen” Vögeln in einer unakzeptablen Weise! Wer glaubt denn so einen Schwachsinn?