Gerade hat sich der Ammersee-DenkerHaus-Gründerkreis noch einmal getroffen. Im Dießener Kult.Café. Dabei sind wir aus purem Zufall in eine ortshistorische Rolle gerutscht; denn wir waren die letzten Kunden der scheidenden Pächter. (Den Zetteln in den Fenstern ist zu entnehmen, dass neue Pächter gesucht werden.)

Das Thema “letzter Kunde” wird wohl auch am Neujahrsmorgen hier und da aufblitzen. Der Rutsch wird dann hoffentlich nicht so ausfallen…

JULI

Über das Ende Juli gestartete, “gerettete” Dießener Seefest berichtet der MOOSBLOGGER mehrfach. Den Eröffnungspostings folgt wieder eine Bewegtbilddokumentation zur kultigen “Miss Dießen Wahl”. Die Krone gewinnt Jasmin Steigenberger, die Enkelin des verdienten Schöpfers dieses Events, “Negus” Steigenberger.

 

AUGUST

Weil es in Dießen mit dem Ammersee-Aquarium und in Stegen mit dem Südbayerischen Schifffahrtsmuseum auch nix wird, widmet sich der MOOSBLOGGER umso ausführlicher und voller Begeisterung der temporären Ausstellung “Ammersee-Schifffahrtsgeschichte” im Herrschinger Kurparkschlösschen. Auch hier liefert MOOSBLOGGER.TV Bewegtbilder.

 

SEPTEMBER

In diesem ereignisreichen Monat probiert der MOOSBLOGGER anhand eines Gemeinderatsprotokolls aus, wie “Open Data” oder gar “Datenjournalismus” in der Praxis funktionieren könnten. Beide Themen faszinieren mich seit langem. Die “Analyse” des 78-seitigen Protokolls (Sitzung mit einem einzigen Tagesordnungspunkt: “47. Neuaufstellung/Überarbeitung des Flächennutzungsplan(s) mit integriertem Landschaftsplan für das Gemeindegebiet des Marktes Dießen am Ammersee; Behandlung der im Rahmen der Beteiligung der Öffentlichkeit und der Behörden eingegangenen Stellungnahmen”.) bringt Erstaunliches zu Tage: In der betreffenden, 5-stündigen Sitzung müssen unsere Gemeinderäte alle 75 Sekunden einmal abgestimmt haben. – Ein hidden Weltrekord??

OKTOBER

Mehrfach steht das Thema “Bürgerbeteiligung” im Mittelpunkt: ob beim neuen Talk “Dießener Sonntagsgespräche“, beim Herumkritteln am Vorgehen Gemeindeimmobilie “Dießen Hbf” oder bei der Frage nach dem Stimmrecht von Kindern in Vereinen. Schließlich habe ich mich auf den Internetzseiten der luftkurörtlichen Gemeinderatsparteien umgeschaut. Diagnose: “Schmalspur anstatt Breitband“.

 

NOVEMBER

Live-Übertragungen aus Gemeinderatssitzungen im Web? Das steht zur Abstimmung; zwei Drittel sind dafür. Dann berichtet der MOOSBLOGGER “ernüchtert” von einer Versammlung Betroffener und Interessierter zur anstehenden Sanierung von Dießens Prunk-Mühlstraße. Ein kurzer Beitrag schließlich verlinkt zu einem BR-Fernsehbericht über die neueste Bürokratenheldentat; den “verplanten” Ausbau der Staatsstraße nach Rott, der nur uns Steuerzahler teuer zu stehen kommt. Ein Highlight war auch Nov. 2011 “Dießen leuchtet”, für das der MOOSBLOGGER im Vorfeld wieder gerne mit geworben hat.

 

DEZEMBER

Was die mächtigen Entscheider vermeiden, bietet der MOOSBLOGGER: eine Bürgerumfrage zur Umgestaltung der Mühlstraße. Diese zeigt einen leichten Vorsprung der Variante “Fußgängerzone”. Ein zweites Herzensthema ist die “Ammersee-DenkerHaus“-Initiative, die noch immer Unterstützung bei ihrer Immobiliensuche sucht. Erfolgreich gestartet ist hingegen schon die Dießener Transition-Town-Gruppe; mit Sympathie begrüßt der MOOSBLOGGER diese “Seelenverwandten” auch unseres “DenkerHauses”.

JANUAR

Ende 2010 hatte der Gemeinderat in (nicht-öffentlicher) Sitzung das Ansinnen abgelehnt, einem neuen Festwirt zumindest durch Erlass der Platzmiete in die Puschen zu helfen, dessen finanzielle Risiken zu “kommunalisieren”. Das war Anlass für den MOOSBLOGGER, seine Leser um ihre Meinung zu bitten: Soll das Dießener Seefest mit Geld aus dem Gemeindesäckel am Leben erhalten werden? – 60% lehnen das ab.

 

FEBRUAR

Am 19. Februar schreibt der MOOSBLOGGER anlässlich des unmittelbar bevorstehenden Erwerbs des Bahnhofsgebäudes durch die Marktgemeinde: “Was tun wir mit dem Bahnhof? … Wird es gar eine Bürgerbeteiligung geben, mit der Ideen gesammelt werden? Oder belassen wir es bei einem öffentlichen Klo und einer Postfiliale in einem interessanten Objekt, dass nicht schnell genug geschluckt werden konnte, weil es ja wohl viel Potenzial haben muss?”

 

MÄRZ

Nach verheerendem Erdbeben und Tsunami in Japan, bei dem das AKW Fukushima schwerstens beschädigt wird, finden auch in Dießens See-Anlagen wöchentliche Mahnwachen gegen den Ausstieg aus dem Atomausstieg von Schwarzgelb statt. Der MOOSBLOGGER ist ab sofort immer dabei und berichtet wiederholt.

 

 

APRIL

Im April feiere ich zunächst den 1. Geburtstag meines bis dahin völlig unbeantwortet gebliebenen Schreibens an Bürgermeister und Gemeinderat mit “Einwendungen” zum Entwurf des Flächennutzungsplanes vom April 2010. Dann ist der MOOSBLOGGER Mitte des Monats erstmals beim größten europäischen Blogger-Treffen, der re:publica 2011, in Berlin voller Begeisterung dabei.

 

MAI

Der Gemeinderat hat nach 3 Anfangsjahren Halbzeit. Anlass für den MOOSBLOGGER, das Wirken dieses Gremiums zu den einstigen Wahlkampfthemen (Gewerbeentwicklung/ Schaffung von Arbeitsplätzen & Lehrstellen; Entwicklung Tourismus; Gestaltung der See-Anlagen; Langfristige Entwicklungsstrategie für den Ort; Nutzung der Geothermie; Bevölkerungsentwicklung/ Familien ansiedeln; Bürgerbeteiligung, Transparenz politischer Entscheidungen) zu kommentieren. Das Resümee: “Es braucht eine Verständigung zu gemeinsamen “strategischen” Zielen. Ich hoffe, dass sich unsere Ratstischakteure dafür die nötige Zeit nehmen.”

JUNI

Als gelegentlich wiederkehrender Zuhörer von Gemeinderatssitzungen erlebe ich am 6. Juni in dieser Runde auch einmal einen interessanten Vortrag. Thema: Kleinwasserkraftwerke in Dießen. Mein Bericht darüber enthält neben einiger Begeisterung für dieses Vorhaben auch einen Herzenswunsch: “Es werden wohl langwierige Antragsprozeduren, Bestandsaufnahmen und ein ganzer Sack voll Gespräche mit diversen Amtsstübchen und Leuten nötig sein. Hoffentlich schreckt dieser, auf 1 Jahr geschätzte Dschungel nicht unsere entschlossen wirkenden Gemeinderäte doch noch ab.”

 

(Fortsetzung, “Jahresrückblick Dießen 2011 (Teil 2)”, folgt.)

Zum Jahresende bombardiert man uns mit mal besseren, mal mit schlechteren Jahresrückblicken. Bevor ich meinen moosbloggerischen Jahresrückblick abwerfe, widme ich mich erst einmal dem Jahresbericht 2011 der Marktgemeinde Dießen. Dieser ist seit ein paar Tagen auf der amtlichen Internetzseite www.diessen.de online. Wie es sich für einen oberflächlichen und ahnungslosen Blogger gehört, habe ich mir einige Passagen aus dem Werk einfach kopiert und stelle diese mit reißerischen Superlativen garniert als meine Favoriten zur Schau:

Der wohl längste Amtsdeutschsatz des Jahresberichtes: “Bei dem 2008 gestellten Eingemeindungsantrag, mit dem Flächen, die zum gemeindefreien Gebiet Ammersee gehören, den Seeanlagen angegliedert werden sollen, damit der Markt dieses Gebiet in eigener Zuständigkeit überplanen kann, musste der Marktgemeinderat in diesem Jahr ein ablehnendes Schreiben des Finanzministeriums zur Kenntnis nehmen und (hat?) sich daraufhin für eine gemeinsame Besichtigung mit dem Finanzminister ausgesprochen.”

Der wohl knölligste Satz des Jahresberichtes: “Die 2006 erfolgte Übertragung der Kommunalen Park- und Geschwindigkeitsüberwachung auf den Zweckverband „Kommunale Verkehrssicherheit Oberland“ mit Sitz in Bad Tölz hat sich auch in diesem Jahr bewährt.”

Der wohl konjunktivste Satz des Jahresberichtes: “Die Schülerbeförderung für die COS und die anderen Schulen am Ort wäre eigentlich reibungslos verlaufen, wenn nicht die Rotter Straße nach erfolgter Sanierung im Oktober für den Schulbusverkehr hätte gesperrt werden müssen.”

Der beim MOOSBLOGGER Nachfragen provozierendste Satz: “Die künftige Nutzung des Bahnhofs Dießen war Gegenstand einer Sondersitzung des Gemeinderats. Die dabei in Betracht gezogenen Nutzungen sollen von einem Architekten unter Einbeziehung eines Energieberaters auf ihre Machbarkeit und die zu erwartenden Kosten hin geprüft werden.” (Gibt es zu dieser “Sondersitzung” ein Protokoll? Wo ist das der Öffentlichkeit zugänglich?)

Der Satz mit dem mir unbekanntesten Wort: “In zwei Fällen wurde einem Erstaufforstungsantrag für eine Kurzumtriebsplantage zugestimmt.” (Eine Kurzumtriebsplantage ist lt. Wikipedia eine Anpflanzung schnell wachsender Bäume oder Sträucher mit dem Ziel, innerhalb kurzer Umtriebszeiten Holz als nachwachsenden Rohstoff zu produzieren.)

Der wohl völkerverständlichste Absatz des Jahresberichtes: “Auf die Mitteilung der Deutschen Telekom, wonach öffentliche Telekommunikationsstellen am Seeweg-Süd und in der Mühlstraße abgebaut werden sollen, hat die Verwaltung unverzüglich reagiert und darauf hingewiesen, dass die Telefonstelle Mühlstr. 4 erhalten bleiben muss, da es sich hierbei um ein englisches Telefonhäuschen handelt, das auch ein Symbol für die Partnerschaft mit Windermere darstellt.” (Well done, folks!)

Der wohl euphemistischste Satz des Jahresberichtes: “Die vom Landkreis Landsberg und der Stadt Augsburg vorgelegten Genehmigungsunterlagen brachten zur Fortführung des Bebauungsplanverfahrens keine neuen Erkenntnisse.”

Der von reichstem Überfluss kündende Satz des Jahresberichtes: “Das Wasserwerk hatte gemeinsam mit dem Bauhof im laufenden Jahr 20 (17) Rohrbrüche zu beheben, davon 13 (6) Rohrbrüche an Hauptleitungen und 7 (11) Rohrbrüche an Hausanschlussleitungen.”

Der die Brüste am meisten schwellen lassende Satz: “Das Jahr 2011 war nun bereits das achte Jahr hintereinander, in dem keine neuen Schulden gemacht werden mussten!

Der Schuldenstand konnte im Jahr 2011 durch laufende Tilgungen um 335.084,75 € (2010: 326.561,11 €; 2009: 318.384,67 €) verringert werden. Der Schuldenstand des Marktes zum 31.12.2011 beziffert sich auf 2.071.461,42 € (2.406.547,39 €; 2.712.408,45 €), der des gebührenfinanzierten Wasserwerkes auf 3.922.419,93 € (3.922.419,93 €; 3.943.120,00 €).”

Die Zahlen zum in den letzten Jahren medial wohl meist behandelten Bauvorhaben im Luftkurörtchen: Bahnhof Dießen, Umbau öffentliches WC
Beton und Maurerarbeiten, Fa. Lutz, Landsberg, 47.821,19 € brutto
Putz-, Stuck- und Gipskartonarbeiten, Fa. Lutz, Landsberg, 12.820,86 € brutto
Estricharbeiten, Fa. Krebs, Türkenfeld, 2.449,59 € brutto
Heizung/Lüftung/Sanitär, Fa. Bukoll, 52.066,75 € brutto
Elektro, Fa Seitz, 6.305,38 € brutto”. (Obacht, die “Schnäppchenimmobilie Bahnhof” verteuert sich zusehends!)

Der wohl sensationellste Erfolg des Jahres 2011: “23.06. Christian Knauer gewinnt die 44. Deutsche Schnupfmeisterschaft”

… aufgenommen “zu” oder “an” Weihnachten 2011? Dieser Tage gab es eine Familiendiskussion, wie es denn nun richtig heißen muss. Der hier im Süden geborene Jüngste der Familie brach eine Lanze für das “an Weihnachten”, während der “zugezogene Rest” vehement das “zu Weihnachten” vertrat.

Harmoniesüchtig wie ich ich nun einmal bin, habe ich recherchiert und bin beim “Zwiebelfisch-ABC” von SPIEGEL ONLINE fündig geworden. Dort wird schlicht schlichtend erklärt, es gäbe bei dieser Frage kein “richtig oder falsch”, sondern nur ein “hier oder dort” – sprich: In Norddeutschland sage man zumeist “zu Weihnachten”, während in Süddeutschland “an Weihnachten” verwendet wird. Besonders hat mir beim Zwiebelfisch der salomonische Schluss gefallen: Man brauche gar nicht streiten, denn es gehe auch ganz ohne “zu” oder “an”. Probiert es einmal aus: Wir müssen zu oder an Weihnachten tatsächlich nicht streiten. – Dann also noch: Schöne Feiertage! Und: Bei Michaela und Michi auf der Schatzbergalm gibt es zu/an Weihnachten einen total leckeren Wildschweinbraten…

Von Herzen wünsche ich allen Freunden des MOOSBLOGGERS ein wunderschönes, erholsames, besinnliches Weihnachtsfest!

Schön, dass Ihr immer so zahlreich und geduldig meinen Senf aushaltet. Ich verspreche: Ich mache so weiter…! ;-)

(Foto: Tony Blaney, mein Freund aus Windermere, dem ich auch ein herzliches MERRY CHRISTMAS sende!)

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