Es rauscht nicht nur im Web gewaltig, das Thema “übereifriger Bundestrojaner”. Auf “Netzpolitik.org” ist ein 3-minütiges Video veröffentlicht worden, das erklärt, was das gefundene Schnüffelstück so “kann”.
Wie die Lokalzeitung unserer nordwestenglischen Partnerregion “The Westmorland Gazette” berichtet, soll Bowness, der wunderschöne, am See gelegene Ortsteil unserer Partnerstadt Windermere, der Ort Großbritanniens mit den höchsten Hotelpreisen sein. Eine britische Online-Plattform hat ein Ranking der Übernachtungspreise auf der Insel im ersten Halbjahr 2011 erstellt. Darin hat Bowness mit durchschnittlich £134 die Pole-Position eingenommen; noch vor St Peter Port (£115), auf der edlen Kanalinsel Guernsey, und auch vor der Metropole London (£113). Der durchschnittliche Übernachtungspreis in UK wurde mit £82 ermittelt.
Interessant in dem Zeitungsartikel sind zwei weitere Dinge. Erstens versucht ein Tourismus-Manager aus dem Lake District das mit dem Ranking entstandene “hochpreisige” Bild zu relativieren und verweist auf ein vielfältiges Angebot von Übernachtungsmöglichkeiten. Das soll wohl heißen, es gibt auch günstigere Betten, was ich aus eigenem Erleben bestätigen kann. Die Rangliste basiere auf Angaben der eigenen Websites der Hotels; viele “preiswertere” haben keine Online-Präsenzen. (Womit wieder einmal bewiesen wäre, KEIN INTERNET ist schädlich!)
Zweitens wird in dem Artikel der Begriff “Staycation”, wohl ein Mix aus “Stay”=Aufenthalt und “Vacation”=Ferien/Urlaub, im Zusammenhang mit der Beschreibung eines Trends in UK verwendet. Immer mehr Briten würden ihren Urlaub auf der eigenen Insel verbringen angesichts schrumpfender Familienbudgets. Auch dieser Run auf heimatliche Betten habe zu den steigenden Hotelpreisen in UK beigetragen.
Die Piratenpartei hat heute auf der Bundespressekonferenz ihre Ziele auf Bundesebene erklärt. Dieses 20-minütige Video (Link) gibt ein paar Statements wieder. Ganz Eiligen empfehle ich zumindest in die Passage mit der hübschen Bundesgeschäftsführerin Marina Weisband, so ab Minute 6, zu klicken. Denn, was sie zu sagen hat, lässt sich von der Bundes- auf niedere Ebenen herunterbrechen. “Im Moment spielt sich Politik irgendwo da oben ab, wenn wir ehrlich sind”, erklärt sie eingangs. “Niemand bekommt davon wirklich etwas mit. Und das ist kein Zustand, der haltbar ist.” Die Bürger müssten wieder in die Entscheidungsfindungsprozesse involviert und aktiv an der Politik beteiligt werden. Die Piraten bieten dazu ein “Betriebssystem”, einen “neue Politikstil”, der die Beteiligung wissender Bürger ermöglicht. “Beteiligung funktioniert nicht ohne Wissen”, deshalb wollen die Piraten Transparenz: “Absprachen, Gesetzesentwürfe und Verträge sollen offen und für die Bürger leicht ersichtlich gemacht werden. Denn es passiert ja in ihrem Namen. Hier sehen wir den Staat in einer Bringschuld.” Etwas später spricht sie über die Transparenz in der eigenen Partei und erklärt dazu: “Es ist nicht leicht transparent zu sein. Aber das ist der Preis, den wir bereit sind zu zahlen für unsere innerparteiliche Demokratie.” Und das Schlussstatement ist ganz großes Kino in meinen Augen und Ohren: “Für mich, und ich denke für die meisten in unserer Partei, ist es sehr viel wichtiger, dass wir an unseren Idealen festhalten, als konkreter Erfolg in der klassischen Politik.”
Schön, dass es da wieder Politiker gibt, die ihre Ideale höher hängen, als Erfolge in irgendeiner Realpolitik, und dass die sogar Volkes Stimmen kriegen.
Sogar in unserem Luftkurörtchen gibt es eine “Talk-Runde”: die “Dießener Sonntagsgespräche”. Heute, sonntags um 11, wollte dieses “1. BürgerForum live” die “Rolle des Augustinums in der Marktgemeinde Dießen” diskutieren. Wohl 100 Bewohner des Wohnstifts hatte das Podium mit Moderator Gustav Dick (Bild Mitte) vom Augustinum, Bürgermeister Herbert Kirsch, Augustinum-Direktor Bernhard Benne, Bewohnerin Hiltrud Danneberg und dem Stiftsbeiratsvorsitzenden Dietrich Meintzinger (v.l.n.r.) in den Theatersaal gelockt. Dazu kamen noch die SPD-Gemeinderäte Hannelore Baur und Erich Schöpflin, die GRÜNEN-Gemeinderätin Petra Sander und natürlich der MOOSBLOGGER wie auch der “Ammersee-Kurier”.
Weniger die “Rolle des Augustinums in der Marktgemeinde”, als vielmehr die Probleme der Stiftsbewohner im und mit dem Ort wurden besprochen; und das unverschnörkelt offen und manchmal sogar etwas kontrovers. Unmittelbar zu Beginn hatte es zunächst geknistert. Read more
Im Theatersaal des Augustinums soll morgen, Sonntag, um 11 Uhr das “1. BürgerForum live” stattfinden. Angekündigt als “Dießener Sonntagsgespräch” mit Gastredner Bürgermeister Herbert Kirsch steht dieses Thema auf dem Programm: “Die Rolle des Augustinums in der Marktgemeinde Dießen”. Moderator Gustav Dick vom Augustinum wird auf dem Podium neben Bürgermeister Kirsch eine Stiftsbewohnerin namens Hiltrud Danneberg, den Stiftsbeiratsvorsitzenden Dietrich Meintzinger und den Direktor des Augustinums Bernhard Benne präsentieren. In der Ankündigung des Veranstalters heißt es: “Das Augustinum ist für die Marktgemeinde Dießen ein wichtiger Wirtschaftsfaktor, es ist ihr größter Arbeitgeber und zählt mit über 140 Arbeitnehmern zu den drei größten Arbeitgebern am westlichen Ammersee.” Daraus hergeleitet hat man sich diese Frage…: “Was tut die Gemeinde für uns?” – Schau an, könnte interessant werden.
Auch das Attribut “live” im Veranstaltungstitel “1. BürgerForum live” reizt den MOOSBLOGGER. Mal sehen, was “live” tatsächlich bedeutet. Doch nicht etwa ein Online-Stream??
Das Luftkurörtchen hat wieder einen Aufreger: Bei der Arbeiterwohlfahrt (AWO) ist nicht nur der Vorstand abgewählt und ein neuer Vorstand gewählt worden; dies geschah auch noch mit kindlichen Wählerstimmen!
Es ist nicht das erste Mal, dass die Neuwahl eines Vereinsvorstandes, angezettelt durch rebellierende Mitglieder, in unseren Breitengraden für verständnisloses Entsetzen sorgt. Aber im Vergleich zu den Vorgänger-Freveltaten, hat die AWO dem Ganzen noch die Krone aufgesetzt: Die Rebellen haben Kinder mitwählen lassen.
(Wie der ungläubig reportenden Lokalpresse zu entnehmen ist, wurden bei der Wahl “sicherheitshalber” parallel die Stimmergebnisse auch ohne die Kinderstimmen erhoben; was aber auch nichts für die Unterlegenen “retten” konnte…)
Ich werde hier nichts zur Ab- und Neuwahl des AWO-Vorstandes kommentieren. Das ist Sache der AWO-Mitglieder, die haben demokratisch entschieden.
Was ich hier aber erfragen will, ist ein Meinungsbild der MOOSBLOGGER-Leser: Sollen Kinder, die in Vereinen Mitglied sind, dort auch ein Stimmrecht haben? Bitte hier mit abstimmen!!