Sogar in unserem Luftkurörtchen gibt es eine “Talk-Runde”: die “Dießener Sonntagsgespräche”. Heute, sonntags um 11, wollte dieses “1. BürgerForum live” die “Rolle des Augustinums in der Marktgemeinde Dießen” diskutieren. Wohl 100 Bewohner des Wohnstifts hatte das Podium mit Moderator Gustav Dick (Bild Mitte) vom Augustinum, Bürgermeister Herbert Kirsch, Augustinum-Direktor Bernhard Benne, Bewohnerin Hiltrud Danneberg und dem Stiftsbeiratsvorsitzenden Dietrich Meintzinger (v.l.n.r.) in den Theatersaal gelockt. Dazu kamen noch die SPD-Gemeinderäte Hannelore Baur und Erich Schöpflin, die GRÜNEN-Gemeinderätin Petra Sander und natürlich der MOOSBLOGGER wie auch der “Ammersee-Kurier”.

Weniger die “Rolle des Augustinums in der Marktgemeinde”, als vielmehr die Probleme der Stiftsbewohner im und mit dem Ort wurden besprochen; und das unverschnörkelt offen und manchmal sogar etwas kontrovers. Unmittelbar zu Beginn hatte es zunächst geknistert. Ein Eingangsstatement der Stiftsbewohnerin, die Gemeinde mache Profit mit dem Augustinum; da wollten manche Bewohner nachgefragt haben, was eigentlich mit dem Geld für die Bewohner getan werde, reizte Bürgermeister Kirsch. Er verwahrte sich dagegen, die Marktgemeinde mache mit dem Augustinum Profit; die Marktgemeinde leiste vieles, woraus auch die Stiftsbewohner Nutzen ziehen.

Das brachte der Bürgermeister auch in den anschließend diskutierten Themen der Bewohner immer wieder zur Sprache. Die Stiftsbewohner hatten 6 Schwerpunkte mit dem Bürgermeister zu besprechen: Zustand der Gehwege in der Schützenstraße, Einhaltung der Räum- und Streupflicht, sichere Querung der Herrenstraße, Nahverkehrsanbindung an die Kreisstadt, öffentliche Toiletten sowie Radweg nach Raisting.

Bemerkenswert, weil von mir bisher nicht als bedeutsam wahrgenommen, waren diese Punkte alle. So wurde der Zustand der Gehwege in der Schützenstraße als “katastrophal” bezeichnet. Dieser wichtigste Zugangsweg zum Bahnhof oder auch zur Post müsste “Rollator-tauglich” sein. Der Bürgermeister versprach erneute Ansichtnahme, verwies aber auch auf Gehwege im Ort, die in noch schlechterem Zustand seien, und dass bei der Reparatur Prioritäten zu setzen seien.

Ein zweiter Diskussionspunkt rankte sich ebenfalls vor allem um die Schützenstraße: die Einhaltung der Räum- und Streupflicht. Der Bürgermeister meinte, die Einstellung zum Schneeräumen werde allgemein immer schlechter. In diesem Jahr würde die Verwaltung – zusammen mit dem Wohnstift – betreffende Säumige direkt anschreiben.

Punkt 3 war eine sichere Querung der Herrenstraße. Hier haben die Stiftsbewohner ein deutlich gestiegenes Verkehrsaufkommen diagnostiziert, so dass oft gespurtet werden müsste, wenn man die Herrenstraße überqueren wolle. Zum Schutz der Fußgänger brachte Kirsch die Aufstellung einer Probe-Ampel an dieser Staatsstraße ins Gespräch, mit der zunächst der Bedarf ermittelt werden soll.

Als 4. Punkt diskutierte das BürgerForum die Nahverkehrsverbindung in die Kreisstadt während den Sommerferien, also in der schulbuslosen Zeit. Hier verwies Kirsch auf “finanzielle” Fragen und auf “unpopuläre” Alternativen, wie etwa eine Bahnfahrt nach Landsberg, die allerdings 1h, 7 min. brauche und zweimal Umsteigen bedeute. (Hier war mir das anschließende Geraune im Saal sehr verständlich. Lösungsvorschlag des MOOSBLOGGERs: Nehmen wir uns doch Weilheim als Kreisstadt, da kommen wir mit der Ammersee-Bahn direkt und binnen 20 min. hin!)

Die letzten beiden Punkte, öffentliche Toilette und Radweg nach Raisting, sind Dauerbrenner, die auch die Stiftsbewohner bewegen. Im Zusammenhang mit dem Bahnhofsklo waren zwei Bürgermeisterstatements für mich interessant: Einerseits soll es in diesem Jahr noch eine samstägliche Sondersitzuung des Gemeinderates zum Thema “Bahnhof” geben, andererseits warte man momentan nur noch auf die Erteilung der Baugenehmigung, um mit dem Umbau der Bahnhofsklos beginnen zu können…

Zum Schluss des Sonntags-Talks brachte Augustinum-Direktor Bernhard Benne noch eine andere interessante Bemerkung: Von allen 22 Augustinum-Standorten bundesweit sei Dießen am Ammersee am stärksten nachgefragt. Dieser Fakt, wie auch die heute genannten “Widrigkeiten” zeigten, dass es uns hier sehr gut geht.

 

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