Nur wenige Gäste hatte gestern Abend die Jahreshauptversammlung unseres Gewerbeverbandes, oder genauer gesagt des “Ortsverbandes Dießen im Bund der Selbständigen/Deutscher Gewerbeverband”. Dabei war im “Seefelder Hof” ein Vortrag zu erleben, den sich viel mehr Dießener anhören hätten sollen – und können, denn eingeladen war die ganze “interessierte Öffentlichkeit”.

Hans Kopp, Berater, Trainer und Coach, Chef der in der Dießener Fischerei beheimateten AmmerseeAkademie, widmete sich der Frage, ist “Markenbildung auch im lokalen/regionalen Umfeld wichtig?” Besonders wichtig fand ich an seinem Vortrag, dass er das Thema immer wieder am Beispiel der “Marke Dießen” behandelte.

Marken geben Orientierung, erläuterte Kopp, sie sorgen für eine “Monopolstellung in der Psyche der Kunden”, um mit ihnen mehr und profitablere Umsätze zu machen, z.B. gute Preise durchsetzen zu können.

Kopp erzählte, im Februar nach Weilheim fortgezogen zu sein. Was das wohl über die “Marke Dießen” aussage, fragte er in die Runde. Mit der Monopolstellung Dießens in der Psyche dieses ehemaligen Mitbürgers war es offensichtlich nicht allzu weit her, denke ich, und dass sich auch die schönste Gemeinde angestrengt um ihren “Kunden Einwohner” bemühen muss…

Worin bestehe eigentlich der Markenkern von Dießen, fragte Kopp weiter. Man bekomme darauf zwar immer wieder “Ammersee” geantwortet. Doch der Ammersee sei “gottgegeben”, nicht aber Markenkern, so der Referent. Ich glaube, hier lohnt es sich, weiter nachzudenken; auch über Ziele unseres Tuns im Luftkurörtchen…

Verstehen sich z.B. die Einzelhändler Dießens als eine Marke oder sind das alles einzelne Marken?, bohrte Kopp weiter. Seine Empfehlung: “Wir könnten eine Marke werden, indem wir z.B. einheitliche Öffnungszeiten einführten.”

Ein anderes, auf die Stellung Dießens in der Psyche seiner Besucher wirkendes Thema sprach Freizeitradsportler Kopp an: Wie wirke wohl die “unterirdische Verkehrssituation für Radfahrer” bei diesen Besuchern auf die Marke Dießen, fragte er. Kopp nannte in diesem Zusammenhang die Radweg-Abzweigung nach Raisting gar als “lebensgefährlich”.

“Marke ist Chefsache”, appellierte Kopp schließlich; um dieses Thema hätten sich die Geschäftsinhaber gründlich Gedanken zu machen, was noch viel zu selten geschehe. Ich fände solche Überlegungen auch bei unseren Kommunalpolitikern nicht fehl am Platze…

Aufhorchen ließ mich schließlich eine Episode in Hans Kopps Vortrag, die wohl auch sein Markenbild von Dießen geprägt haben dürfte. Er berichtete von einem inzwischen lange zurückliegenden Brief an die Gemeinde Dießen, in dem er seine Vorstellungen zur Entwicklung aufgeschrieben hatte. Dieser sei bis heute ohne Reaktion geblieben. – Da ist es dem geschätzten Kollegen Kopp also wohl nicht anders ergangen als mir. Meine ins Rathaus eingesandte “Stellungnahme” zum Entwurf des Flächennutzungsplans ist auch seit über einem Jahr irgendwo am Marktplatz “verhallt”; nicht einmal zu einer amtlichen Eingangsbestätigung hat es gereicht. – Das sind Marken…!

Zum Ende des 1. Schulhalbjahres hatten Schüler des Projekt-Seminars “Promotion of Twinning Diessen – Windermere” am Ammersee-Gymnasium ihre Ergebnisse aus anderthalb Jahren Arbeit vorgestellt. Sie hatten in mehreren Fragebogenaktionen und auch bei einem Besuch in Windermere Antworten auf die Frage gesucht, wie die Städtepartnerschaft Dießen-Windermere durch stärkere Einbindung der jungen Generation nachhaltiger gestaltet werden könnte. Eine ihrer Handlungsempfehlungen lautete, eine Facebook-Seite zu starten, auf der man sich treffen könnte.

OK. Probieren wir es also einmal aus!

Gestern abend habe ich zunächst eine spezielle Seite “Ammersee-Windermere-Friends” mit wirklich nur wenigen Klicks erstellt. Dort steht also nun die berühmte “Pinwand” bereit, an die Moderatoren wie “Fans” ihre Botschaften schreiben können; wir haben ein erstes Fotoalbum und wir haben einen unübersehbaren Link zur Website des Freundeskreises Ammersee-Windermere.eV. FAW.

Damit unsere neue Facebook-Seite einen offiziellen Eintrag und eine offizielle Web-Adresse von Facebook bekommt, brauchen wir zunächst 25 Leute, die durch ihren Klick auf den dortigen Button “gefällt mir” jener Seite “Fan” werden. (Falls der direkte Link zur Facebook-Seite nicht funktioniert, bitte bei Facebook im Suchfeld Ammersee-Windermere-Friends eingeben, die Seite wird dann angezeigt.) Ich bin optimistisch, dass wir unser erstes Ziel 25 Fans zu finden schnell erreichen. Liebe MOOSBLOGGER-Leser: Bitte helft mit!

Der Ammersee ist mal wieder ziemlich voll gelaufen nach den Regenfällen der letzten Tage. In meinem Lieblingsstrandbad St. Alban ist sogar die Wassserrutsche momentan auf Tauchstation gegangen.

Irgendetwas war anders beim neuesten Ammersee-Kurier. Irgendwas war mit dem Layout anders. Irgendwie moderner…

Mit der neuen Ausgabe 50/2011 erscheint der AK, das “Unabhängige Heimatblatt für das Ammerseegebiet”, nun fünf- anstatt wie bisher vierspaltig. Das soll die Lesbarkeit verbessern, wie Verlag und Redaktion in einer Notiz sehr richtig feststellen. Ebenso ist die Inhaltsangabe auf der Titelseite etwas umfangreicher geworden und von der rechten in die linke Spalte gewandert. Auch die einzelnen Seiten sind jetzt thematisch sortiert und überschrieben, was für Übersichtlichkeit sorgt: Es gibt Seiten für “Ammersee-Südost”, “Ammersee Nord-West”, die “Marktgemeinde Dießen” sowie “Geschäftswelt”, “Verschiedenes”, “Sport” – “Kirche” ist in dieser Ausgabe die vorletzte Seite.

Die Blattmacher sprechen von einer “behutsamen Überarbeitung” des Zeitungslayouts und erinnern, dass sie vor zwei Jahren Farbfotos an die Stelle von Schwarzweißbildern gesetzt haben (das würdigte damals auch der MOOSBLOGGER am 8. Januar 2009). Weiter versichern sie: “Auch wenn der Ammersee Kurier sein Gesicht gewandelt hat, so bleibt doch Eines immer gleich. Die unverändert aktuelle, solide Berichterstattung über Menschen und Ereignisse am Ammersee und seine gewissenhafte Zustellung.”

Ich finde es sehr bemerkenswert, dass es hier in unserer Region diese unabhängige, zweimal pro Woche erscheinende Zeitung gibt. Wer in einem so kleinen Raum von seiner aktuellen, soliden Berichterstattung leben will, braucht zunächst viel Geschick, alle – Leser, Anzeigenkunden und Wissensträger – für sich zu gewinnen. Hinzu kommen die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen: Zeitungsverlage haben in den letzten Jahren immer mehr mit sinkenden Leserzahlen und schmelzenden Anzeigenerlösen zu tun. Die Wirtschaftskrise bekamen sie mit Wucht zu spüren. Aber besonders das Lese- wie auch das Zuschauverhalten ändert sich in den Internet-Zeiten; immer mehr sind es gewohnt, nicht mehr nur zu rezipieren, sondern über die Medien vor allem zu kommunizieren. Die Berichterstattung bleibt zudem nicht mehr alleinige Domäne der alten Medien; das Mitmach-Web hat Kanäle für viele “Freizeit-Federn” eröffnet. Ich sehe die Zukunft professioneller “Qualitätsjournalisten” darin, dass sie ihr Dasein mit mehr Analyse und Hinterfragen rechtfertigen und erfolgreich verteidigen. – Ob und wie die klassischen Medien, vor allem im Print, diesen Wandel meistern, wird sich zeigen. Da stehen uns sehr spannende Monate und Jahre bevor.

Ich bin überzeugt, dass der Satz in jener zitierten AK-Notiz, “Jetzt kommt als letzte Neuerung der Feinschliff und dadurch eine bessere Lesbarkeit”, nicht stur wörtlich gemeint gewesen ist. Denn Neuerungen wird es auch beim AK in der Zukunft noch viele geben müssen. Dazu wünsche ich viel Erfolg!

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