Morgen ist der 9. April. Vor genau einem Jahr, am 9. April anno 2010, habe ich die Einladung der Verwaltung unserer Marktgemeinde angenommen, meine Meinung zum Entwurf des Flächennutzungsplanes (FNP) kundzutun. Die amtliche Einladung galt im O-Ton “Anregungen und Bedenken”.

Wie zuletzt auf der Bürgerversammlung 2011 am 24. März zu hören war, müssen noch viel mehr Leute aus dem Luftkurörtchen diesem Aufruf gefolgt sein und Stellungnahmen geschrieben haben. – Das ist doch toll!

Was mein per e-Mail eingelangtes Schreiben vom 9. April 2010 betrifft, habe ich bisher kein Feedback bekommen; nichts Inhaltliches, nicht einmal eine “Eingangsbestätigung”. Ob es den vielen anderen auch so ergangen ist…?

Nicht um zu zeigen, dass unsere Amtsmühlen offensichtlich gründlich, langsam mahlen, sondern weil ich mir seinerzeit wirklich einige ernste Gedanken gemacht hatte, feiere ich hier den 1. Geburtstag meiner verhallten eMail. Ich nehme den Jahrestag zum Anlass, die einst an Bürgermeister und Gemeinderat adressierten Gedanken nun im MOOSBLOGGER öffentlich machen – und gerne auch zur Diskussion zu stellen.

Den FNP-Entwurf hatte ich als ein “interessantes, faktenreiches Dokument, das den aktuellen Zustand detailliert beschreibt” gelobt und den Autoren ausdrücklich herzlich gedankt. Dann hatte ich nicht nur einige „Anregungen und Bedenken“ aufgeschrieben, sondern diese 3 ganz konkreten Vorschläge unterbreitet:

1. Zur Formulierung „gemeindlicher Ziele“: “…Vereinbaren/formulieren Sie die langfristigen Ziele nachhaltiger Entwicklung; erarbeiten Sie ein Leitbild für die Marktgemeinde, mit dem Sie dann an dem FNP-Entwurf weiterarbeiten! Gleichen Sie Ihren Entwurf mit Langfristzielen/Leitbild ab!”

2. Zu Arbeitsplätzen in Diessen: “…Achten Sie bei der Betrachtung der wirtschaftlichen Situation in unserer Marktgemeinde künftig nicht mehr nur auf „gewerbliche Wirtschaft“, Landwirtschaft oder Kunsthandwerk. Es ist längst eine neue, bedeutende Gruppe von „ständig selbst Tätigen“ herangewachsen, wie IT-Spezialisten, schreibende, gestaltende, fotografierende Kreative, Berater und Ingenieure. Die haben spezifische Bedürfnisse; ihr Flächenbedarf ist z.B. auf bezahlbaren Büroraum unter einem gemeinsamen Dach gerichtet, der flexible Möglichkeiten der Kommunikation und Vernetzung bieten muss. Die Marktgemeinde kann für den „Wirtschaftsstandort Diessen“ durch konkrete Förderung dieser Gruppe mit großem Potenzial die richtigen Weichen für die Zukunft stellen.”

3. Zur im Entwurf erwähnten Idee der „Errichtung eines Fischereimuseums in Diessen“: “… Welche Flächen kommen dafür in Frage? Vorschlag: Halten Sie eine mögliche Fläche im FNP dafür vor! Die auf Seite 45 aufgelistete „Nutzungsumwandlung: Hauptort Diessen“, „Teil des Gewerbegebiets westl. der Seestr.: Gewerbegebiet -> Parkplatz“ sollten Sie bitte noch einmal überdenken.”

Ehrlich gesagt, wünsche ich nicht nur irgendeine Reaktion auf mein Schreiben. Die Vorschläge in den FNP einfließen zu sehen, fände ich noch viel besser.

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