Überraschend verkündigt heute das “Landsberger Tagblatt” das (vorläufige?) Ende des Dießener Seefestes: der Gemeinderat habe in seiner letzten Sitzung – im nichtöffentlichen Teil – das Angebot eines Nachfolge-Festwirtes abgelehnt und damit sei das Schicksal des Seefestes zumindest für 2011 besiegelt gewesen.

Das Siechtum des alten Seefestes habe ich seit dem Jahr 2000 miterlebt. Anfangs gab es noch echte Highlights, die das Festzelt prall füllten: Die Miss-Dießen-Wahlen mit “Negus” waren Kult, ich kann mich auch an eine Disco erinnern, die ebensolchen großen Zulauf fand wie Auftritte von Politikern, die Maßkrug umklammernde Fans und Kritiker gleichermaßen anlockten. Sogar ein sonntäglich blutigverschwitztes Boxvergnügen für die ganze Familie habe ich einmal verfolgt.

Die letzten Jahre aber ging es abwärts: Manche Abende wurden zu Geisterspielen (mein Filmchen habe ich 2008 aufgenommen), die teuren Fahrgeschäfte machten sich immer rarer, Trachtenshows sollten die starken, neuen Zugpferde sein. Aber diese und nach wie vor die Miss-Dießen-Wahlen allein brachten keine Trendwende.

Ich bin gespannt, ob und wie groß der Aufschrei im Seefestörtchen sein wird. Wer vermisst das Seefest?

Ein Innehalten, Überlegen, Diskutieren mit öffentlicher Beteiligung, dürfte nicht schaden. (Man liest heute gar von neuen Konzepten einer bemühten Rettungs-Task-Force – schau an…!) Schaden wird das vorläufige oder endgültige Aus auch nicht den heimischen Wirten, die gutes Bier an vielen schönen Plätzen ausschenken.

Unverständlich an der ganzen Geschichte ist mir wieder einmal der “Überraschungseffekt”: Eine Entscheidung wurde getroffen, die viele Bürger so oder auch so bewegen dürfte. Diskussion und Entscheid jedoch fanden – wieder einmal – im nichtöffentlichen Teil der Gemeinderatssitzung statt, oder habe ich vielleicht in einer oder sogar mehreren Tagesordnungen (öffentlicher Teil) zu den Gemeinderatssitzungen 2010 auch nur einen Punkt “Zukunft Seefest” übersehen? Wahrscheinlich ist das alles aber nach gängigem Verständnis eine reine “Grundstücks- und Vertragsangelegenheit”…

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