Die Papierpresse berichtet heute auf breitem Bogen vom Abgesang des Fördervereins Südbayerisches Schifffahrtsmuseum. Seit 1978 haben ein paar Enthusiasten um ihre Idee vom Schifffahrtsmuseum gerungen. Im Strudel von “…kein Geld – kein Grundstück – keine Unterstützung…” ist wieder einmal ein interessantes Projekt gesunken, das unserer Ammersee-Region gewiss genutzt hätte. Ich weiß nicht, was alles falsch gelaufen ist. Aber, ein derartiges Projekt absaufen zu lassen, ist garantiert falsch!

Und das in einer Region mit so viel Potenzial und so wenigen touritischen Leuchttürmen. Ein paar Ehrenamtliche haben sich aufgerieben. Es gibt keinen Aufschrei in der Region, keine Unterschriftenlisten von Unterstützern, keine medienträchtigen Hilfsangebote (von keiner politischen Ebene), keine Rettungsversuche, auch keine Kerzen am See-Ufer zur mahnenden Trauer… Selbst die “Das-hab’-ich-doch-gleich-gewusst-Fraktion” hält den Mund.

Als ich kürzlich hier im MOOSBLOGGER auch einmal wieder das Thema “Tourismus als regionaler Wirtschaftsfaktor” bemühte, habe ich ein Zitat eines “Tourismus-Professors” zitiert. Der hatte auf dem jüngsten Tourismustag erklärt, im 5-Seen-Land sei die Frage nach der Kernkompetenz der Region nicht geklärt. Entsprechend gebremst fällt die Entschlossenheit aus, touristische Projekte anzufassen.

Ich glaube, der Schiffbruch von Stegen ist ein Beweis für die Richtigkeit dieser These.

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Kommentare

7 Kommentare zu “Schiffe(museum)versenken”

  1. wandkarten on April 28th, 2010 14:32

    Da hast Du leider mal wieder recht, auch ich habe immer mehr den Eindruck, dass Tourismus noch nicht als der regionale Wirtschaftsfaktor erkannt und gefördert wird wie es nötig wäre.

  2. Anne Webert on April 29th, 2010 09:20

    Mich wundert, dass Leader http://www.lag-ammersee.de nicht aufschreit… schließlich steht das Schifffahrtsmuseum im Entwicklungskonzept der Aktionsgruppe!?
    Oder hat sich da einfach niemand zuständig gefühlt?

  3. Hannes Sander on April 29th, 2010 09:31

    Bei den Beträgen, die da als Investitionssummen genannt wurden, ist LEADER mit seinen sehr überschaubaren Mitteln sicher der falsche “Sündenbock” (Und: Wer ist denn LEADER? – Da sind die Ammersee-Bürgermeister tonangebend, die sich z.B. zu einem Zweckverband Schifffahrtsmuseum auch nicht durchringen konnten). Interessanter sind da schon die Geschichtchen um Zusagen und Grundstücke…

  4. Anne Webert on April 29th, 2010 09:57

    Ich sehe Leader nicht als Sündenbock, sondern als verschenkte Möglichkeit. Bei Schacky hat es schließlich auch funktioniert. Und das ist ja auch reines ehrenamtliches Engagement…

  5. Petra Sander on April 29th, 2010 17:04

    Richtig ist, dass für das Projekt “Schifffahrtsmuseum” im REK die Machbarkeitsstudie steht. Träger dieses Projekts ist der Schiffahrtsmuseumsverein. Über LEADER werden EU-Zuschüsse gewährt. Dabei muss grundsätzlich bei allen Projekten ein entsprechender Antrag und die Finanzierung durch den Träger vorgelegt werden. Das ist in Bezug auf das Schifffahtsmuseum nicht erfolgt.
    Beim Schacky Park wurde ein entsprechender Antrag mit Finanzierung durch den Träger gemacht, auch deshalb wurde diesem Projekt vom Lenkungsausschuss zugestimmt.

    Für die Planung eines Museums ist meiner Meinung nach eine Machbarkeitsstudie unerlässlich, um die Wirtschaftlichkeit eines solchen Vorhabens zu analysieren, da sie u.a. aufzeigt, welche Besucherströme, Kosten, Einnahmen usw. zu erwarten sind. Dass die Ammerseegemeinden mit Zusagen zu finanziellen Unterstützungen sehr zurückhaltend sind, ist nach den Berichten zu den Haushaltsberatungen der Gemeinden verständlich. Die entscheidende Vorarbeit “Machbarkeitsstudie” ist nicht erfolgt. Wäre die gemacht worden und hätte für die Region und die beteiligten Gemeinden ein positives finanzielles und touristisches Ergebnis dargestellt, …
    Wäre, hätte-zu spät!

    Schade um die schönen Schiffe. Hoffentlich findet sich der eine oder andere Liebhaber, der sie , wie die netten englischen Steamboote, die wir vor fast zwei Jahren auf dem See bewundern durften, wieder herrichtet.
    Und gewiss gibt es in naher Zukunft eine Machbarkeitsstudie, aus der hervorgeht, dass ein Museum am Ammersee, in dem Exponate über Fischerei, heimische Flora und Fauna, die Geschichte der Seenschifffahrt und die Keilsche Eisenbahn stehen, ein Magnet für Urlauber, Tagesgäste, Kinder- und Schülergruppen wäre, wie manche ihn zur Zeit von Golfplätzen erträumen.

    Dann bleibt nur die Frage: Wo kommt es hin?

  6. Anni on April 30th, 2010 12:15

    Entschuldigung, dass ich diese ernste und wirklich interessante Diskussion unterbreche, aber ich musste gerade lachen:
    Links neben diesem Artikel wurde von Google passender Weise eine Anzeige für das Online-Spiel “Schiffe Versenken” platziert. Sehr passend.

    Nun aber weiter …

  7. Hannes Sander on April 30th, 2010 12:53

    @Anni: Womit bewiesen wäre, dass der MOOSBLOGGER sogar Google fernsteuert… ;-)