postboje

Pünktlich zum Start der neuen Wassersport- und Seenschifffahrtssaison hat auf dem Ammersee ein richtungsweisendes Experiment begonnen. Zur Nachverdichtung des in den letzten Jahren ausgedünnten Postämter-Netzes in der Region werden jetzt, vorrangig an den mondänen Marinas sowie in von Menschen dichter besiedelten Buchten des Bauernsees, Postbojen gelegt.

Die “Swimming Service Points” sollen sich im marinen Langzeittest als praktikabler und kostensparender Ersatz für geschlossene und weitere zu schließende Schalter-Ämter in den See-Gemeinden beweisen. Kräftig investiert wurde in kundenfreundliche Extras des experimentellen Aufbaus: Dazu gehört eine rundierte Platte unterhalb der postüblichen Briefkästen. Diese dient als, allerdings flächig limitierte, Ablage für einzuliefernde Päckchen bis Formatgröße S sowie als Schreib- und Stempelunterlage. (Achtung: Verluste zurückgelassener Päckchen nach evtl. windiger Aufschaukelung der Postbojen sind nicht auszuschließen!)

Die genauen Leerungszeiten werden noch mit dem Fahrplan des RMS Diessen abgestimmt. Der Seitenraddampfer soll künftig nach dem Vorbild norwegischer Postschiffe verkehrend auf seiner kleinen Rundfahrt die Swimming Service Points ansteuern. Die Verantwortlichen erhoffen sich mit zusätzlichen spektakulären An- und Ablegemanövern steigende Passagierzahlen; mehr Umsatz soll zudem ein Sonderstempel bringen, der zur Selbststempelung (gegen Münzeinwurf) steuerbords an den Postbojen kettig befestigt wird.

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Kommentare

4 Kommentare zu “Erste Postboje auf Ammersee gelegt”

  1. Kunstbanausin on April 1st, 2009 08:10

    Na, wenigstens einer mit Idee und Humor!

  2. BenamSee on April 1st, 2009 09:12

    Nett ;)
    Anhand des heutigen Datums, glaub ich’s wenn hier ein Foto mit angelegter Diessen zu sehen ist.

  3. debe on April 2nd, 2009 16:06

    Glückwunsch zu dem gelungenen Aprilscherz!

    Allerdings hat die “Postboje vom Ammersee” vier mir bekannte reale Vorläufer in Deutschland:

    1. Die bekannteste Postboje dürfte die im Steinhuder Meer sein, die seit 1964 während der Segelsaison vom Segelclub Garbsen e.V betrieben wird (siehe folgenden link):

    http://www.steinhude-am-meer.de/f5-edit/?domain=www.steinhude-am-meer.de&ebe
    ne=784&fuseaction=artikel&show=detail&artikel=20

    2. Während der Hanse Sail 2008 wurde im Hafen des Marinestützpunktes “Hohe Düne” in Warnemünde eine Postboje ausgebracht, über die sogar Feldpost aufgegeben werden konnte
    (nachstehender Links):

    http://bw-feldpost-portal.de/media/8395a72d38dc391cffff8a1fac14422e.pdf

    http://www.marine.de

    3. Im Rahmen des 500. Geburtstags der Post wurde aus Anlass des 801. Hafengeburtstags in Hamburg eine Postboje zwischen Überseebrücke
    und Landungsbrücken enthüllt, in die Segler und Barkassenfahrer ihre Post einwerfen konnten. Sie bekam einen Sonderstempel.

    4. Am 24. Juni 1984 wurde eine Postboje in der Kieler Förde ausgelegt. Grund war der Besuch der Delegierten des XIX. Weltpostkongresses, der in Hamburg tagte. Es war ein netter Werbegag zum Abschluss der Kieler Woche, um die Bevölkerung auf den Kongress und die Philatelie aufmerksam zu machen.

    http://www.nobis24.com/auktionsdetails.cfm?auctionID=371312&sid=628551501175
    253123

    Von allen Postbojen gibt es echt beförderte Postbelege, die beweisen, dass Bojenpost eben doch mehr ist als nur Seemannsgarn …

  4. Anni Sander on April 4th, 2009 22:35

    Dieses Foto ist tatsächlich auf der Hanse Sail 2008 in Rostock entstanden.

    Der Macher hat es sich lange für diesen Anlass aufgehoben. ;)