Feb
10
Ein “Betahaus” in Romenthal oder Downtown
abgelegt von Hannes Sander in DenkerHaus Projekt, So eine Wirtschaft in Diessen
Wie viele Freiberufler hat eigentlich das Luftkurörtchen? 50, 100, 150 …? Ich vermute einen Mittelwert mit weiter steigender Tendenz.
Was machen die eigentlich so alle? Wo stecken die? Warum wissen wir so wenig voneinander? – Ob sie alle, ähnlich wie ich, ihr kleines Büro in Häuschen oder Mehrzimmerwohnung zwischen Schlaf- und Kinderzimmer haben? Wurschteln sie dort auch die lieben langen Tage meistens alleine vor sich hin? Bis der Nachwuchs aus Kindergarten und Schule heim kommt, um mit seinem Trubel den Betrieb erst einmal bis in die Nachtstunden lahm zu legen?
Auf diese Fragen bin ich gekommen, als ich jetzt bei “ZEIT online” einen interessanten Beitrag über die Freiberufler und ein Projekt in der Berliner Freiberufler-Szene gelesen habe. Ihre Alternative zum “Home-Office” nennen sie – typisch Bärlin – “Coworking Space”. In dem Projekt entsteht in einer ehemaligen Fabrikhalle ein Ort, an dem Menschen, die freiberuflich arbeiten, zusammenkommen. Ein großes Gemeinschafts-Büros also, “nur gemütlicher soll es sein – mit Kaffeehaus-Atmosphäre“, lese ich mit wachsendem Interesse. Sie nennen es das “Betahaus”, in dem man für einen Monatsbetrag von 100 EUR seinen Schreibtisch hinstellen kann, wo es einem gefällt, eine Postadresse, Strom, Heizung und natürlich WLAN bekommt und weitere Büroservices zubuchen kann.
Vor allem bekommen die Betahäusler aber auf diese Weise Gesellschaft: “Mobile Arbeitsplätze sind eine Rückkehr zum gemeinschaftlichen Arbeiten. Freiberufler simulieren hier die Büroumgebung, die sie zu Hause nicht haben“, wird die Initiatorin, eine Sozialwissenschaftlerin, die an der Columbia University in New York ihre Doktorarbeit über Internetcafés geschrieben hat, zitiert: “Die Freiberufler bauen sich soziale Netzwerke um Bürocafés auf. Dort lernen sie Menschen kennen, bekommen ständig neuen Input und manchmal auch Infos unter der Hand.”
Ich kann nicht anders, ich muss fragen: Hätte ein Betahaus, solch ein “halb öffentlicher Raum mit professioneller Infrastruktur” für Selbständige in Diessen nicht auch eine Chance? Wie wäre es, wenn eine innovative Immobilienfirma ein solches Projekt z.B. in der ehemaligen Druckerei Huber oder mit einem Neubau im Gewerbegbiet Romenthal anschiebt? – Unweit des schönsten Gymnasiums Bayerns könnte ein solches Betahaus dazu beitragen, Romenthal doch noch in Richtung “schönstes Gewerbegebiet Bayerns” zu entwickeln. Oder in Downtown könnte der häßlichste Fleck des Luftkurörtchens endlich eine Perspektive bekommen.
Kommentare
18 Kommentare zu “Ein “Betahaus” in Romenthal oder Downtown”
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Das klingt nach einer richtig guten Idee!
Da bin ich sofort mit dabei!
Und die Indie-Stars auch.
Danke für die Anregung, Hannes!
Tom
Ich auch und die Kartographischen Werkstätten
Ammersee sind dabei
Zack … da wären wir schon vier! Mit dem Hannes, natürlich. Und Marc (Schluepmann) kennt glaube ich auch noch jemanden. Also Fünf. Hannes, ruf den Bürgermeister an … wir könnten da doch was wuppen, oder
Bin bis zum 20.sten nicht da, danach könnten wir doch mal ein Get-together im Kult arrangieren.
Tom Bohn
so ein interessenten-treffen klingt sinnvoll… @tom: wozu den bürgermeister anrufen?
Nun, der Bürgermeister hat sicher ein gewisses Interesse daran, dass die Wirtschaft in Dießen wuppt – und um dies nachhaltig sicherzustellen, könnte er sicher etwas unterstützen. Ferner sind Politiker immer an Publicity interessiert…
Terminumfrage ist gestartet
Ich finde die Idee die alte Druckerei aufzuwerten gar nicht schlecht. Ich würde sie nicht als häßlich bezeichnen, aber ich bin auch ein Fan von von alten heruntergekommenen Häusern. Ein “Make-over” würde dem Teil der Johannisstraße recht gut tun! Eine wirklich tolle Idee!
Aber dass man mir nicht die Nachwuchsmusiker vergisst! Die müssten dann auch Platz finden im Beta-Generationen-Haus!
@Hannes: Der Marc hat’s schon erklärt. Dir nochmals DANK für die tolle Idee und die Verbreitung derselben.
@ Marc: Powerbolzen, alter. Gut Dich in Diessen zu wissen.
@ alle: schöne Grüsse aus den Bergen und bis bald.
Tom
Super Idee, die ich in ähnlicher Form auch schon hatte. Da ein Büro hier in Diessen kaum zu bezahlen ist (und oft auch nicht so richtig Sinn macht) wäre das eine tolle Sache. Ich wüsste auch noch ein, zwei Leute…
Gibt es einen Termin für ein Treffen?
Gruß,
Steffi
Wir arbeiten an einem Termin – der soll bis Anfang März stattgefunden haben. Weitere Interessenten bitte hier in den Kommentaren melden!!
Ganz tolle Idee, ich habe auch schon länger über so etwas nachgedacht. Ich hätte Interesse.
Beste Grüße
Claudia
Damit die Frauenquote ins richtige Mass kommt – aber eigentlich noch mehr, weil man sonst am Arbeitsplatz vereinsamt – ich wäre interessiert!
Herzliche Grüße
Anne
@Kunstbanausin: Das “richtige Maß für die Frauenquote” ist uns allen natürlich ganz wichtig!
Ist doch auch schon in den Kommentaren wunderbar ausgeglichen. – Mal sehen, dass am Ende dann auch niemand kneift…
Dieses Projekt schlägt hohe Wellen:
ich wurde schon von Jugendlichen angerufen, die Interesse an dem Projekt haben! Muss man nicht neben der Frauenquote auch auf die Jugendquote achten? Vielleicht kann man dieses Projekt dann von Frau von der Leyen als Generationenhaus fördern lassen?!
Ich verweise dann immer ganz stolz auf den Moosblogger. Ich bin sicher Hannes hält uns über die Entwicklung auf dem Laufenden!
Büroathmosphäre simulieren…. hört sich nicht schlecht an, Aufwand wäre aber sehr hoch! Bitte mich auch mal in den Termin-Info-Verteiler aufnehmen.
@ Anni: man sollte wirklich verstärkt darauf achten keinesfalls irgendwelchen Rockern beim Rocken in die Queere zu kommen. Die haben Bestandschutz.
Das Betahaus ist ja nur eine Location in Berlin, als offenes Konzept gibt es das schon länger unter http://hallenprojekt.de – dort sollte man sich vielleicht andocken.
[...] Ein “Betahaus” in Romenthal oder Downtown [...]
…möchte das Thema nochmal hochholen.
Überlege selbst schon länger, ob sich nicht ein paar Leute finden, die dem Gebäude wieder Leben einflößen.
Vorausgesetzt der Inhaber hätte daran auch ein Interesse, sind ‘umfassende’ Renovierungsarbeiten notwendig… Wände, die im Erdreich liegen haben mit Feuchtigkeit zu kämpfen… eingeschlagene Fenster usw. usw. Ich weiß jetzt nicht, wie das Ganze bisher beheizt wurde… insgesamt könnten da noch einige Überraschungen lauern. Abgesehen davon, dass hier viel in Eigeninitiative renoviert werden kann, bedarf es sicher zusätzlich ‘einiges’ an Kapital.
Ich hätt da schon Ideen!
Würd mich freuen, wenn sich hier eine Gruppe zusammenfinden würde, die ein Konzept erarbeitet und das Projekt anschließend beim Inhaber vorstellt…
Wer macht mit?
Sonnige Grüße, Sabine