Okt
20
Zurück aus Moskau
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Zurück von einer Geschäftsreise nach Moskau, muss ich noch meine Eindrücke sortieren. Was soll man auch sagen, zu einer Riesenstadt mit offiziell 12 Mio., aber wohl doch mit noch ein, zwei, drei… Milionen mehr Einwohnern? – Es verschlägt einem den Atem. Fährt man auf einer der drei-, vier-, fünfspurigen Straßen vom oder zum Flughafen – natürlich gibt es auch davon mehrere – sieht man links und rechts Hochhäuser sprießen. Je dichter man ans Stadtzentrum kommt, desto dicker wird der Straßenverkehr, der schließlich in ein Chaos mündet, wie ich es aus Neapel kannte. Hier heißt es vor allem: “Immer weiter vorwärts fahren!”… In der City dann ein interessanter Architekturmix: herausgeputzte Kirchen mit goldenen Zwiebeltürmen, weltbekannte Zuckerbäckerhochhäuser der Stalinzeit und vielgeschossige Hochhäuser wechseln sich munter ab. Viel Leuchtreklame überall; je schillernder, desto besser, scheint es. Die Straßen sind übervoll, mit gut besetzten Linienbussen, klapprigen Ladas und protzigen Dickschiffen jeder Nobelmarke. Ebenso Überfüllung in der berühmten Metro mit ihren prunkvollen Stationen und den uralten Zügen, in die man von den routinierten Metrofahrern buchstäblich hineingepresst wird. Ein Erlebnis!
Höhepunkt meines kurzen Besuchs war ein abendlicher Spaziergang um den mächtigen Roten Platz und eine kurze Visite im Nobelshoppingcenter GUM mit seinen hunderten Boutiquen. Wo gibt es in der Welt einen schöneren Platz, als diesen Roten Platz? – Die Kirchen, Museum, Mausoleum, die Kremlmauer, der Spasski-Turm, das Kaufhaus GUM und – vor allem – die prächtige Basilius-Kathedrale sind eine einmalig schöne Kulisse.
Okt
15
“Lomnicer Fischernetz” und prächtige Burgen
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Kennen Sie Lomnice, unsere neue Partnergemeinde in Tschechien? – Kannten wir auch nicht, bis zum letzten Wochenende. Und weil das endlich einmal ohne Termine frei geblieben war, entschlossen wir uns samstagfrüh spontan zu einer Stippvisite bei unseren tschechischen Nachbarn.
Die Hinfahrt nach Südböhmen versuchten wir auf der Autobahnroute München-Salzburg-Linz und dann einfach nach Norden ins Böhmische. Diese Strecke ist angesichts zigtausender Alpenausflügler am Wochenende nicht zu empfehlen. Besser also eine Route über Passau und von dort entweder via Linz nach Lomnice, oder über Bayerisch-Eisenstein über gute Landstraßen ans Ziel wählen!
Am Nachmittag waren wir nach fünfstündiger zäher Autofahrt endlich in Lomnice angekommen. Und es blieb noch genügend Zeit, bei Sonnenschein das Städtchen zu erkunden. Wir parkten das Auto also vor dem Rathaus auf dem sichtlich neu gestalteten Hauptplatz.
Unser Rundgang führte zunächst vorbei am Rathaus und dem WK I -Kriegerdenkmal zur 1359 gegründeten und Anfang dieses Jahrtausends restaurierten St. Wenzels Kirche.
Danach ging es weiter zur in der Modernisierung befindlichen Lomnicer Schule, anschließend vorbei am erst kürzlich umgestalteten Dorfanger zur Kirche, deren Turm mich an unseren Taubenturm erinnerte.
Danach führte uns der Weg vorbei am neu umgestalteten Areal der “Mehrzweck-Pfarrwiese”, dann an einem sanierungsbedürftigen Gemäuer mit dem Straßenschild “Zamek” (also Schloss) und schließlich durch eine Straße mit bunt verputzten, typisch eingeschossig flachen Häusern mit großen Toreinfahrten zurück zum Hauptplatz.
Ungewöhnlich die Lautsprecher im ganzen Ort, vermutlich gibt oder gab es hier einen “Ortsfunk”. Überall wird gebaut und gewerkelt, viele Häuschen werden saniert, wärmegedämmt und bunt angemalt. Dennoch wirkt Lomnice sehr ruhig, nur die Hauptstraße mit der Nummer 24 rege befahren.
Auf vielen Bau- und Erinnerungstafeln im Ort fielen uns die zahlreichen Europafahnen und Hinweise auf genutzte EU-Fördermittel auf. Lomnice peppelt sich auf! (Und bereitet sich zudem unübersehbar flächendeckend mit Wärmedämm-Aktionen – Türen, Fenster, Fassaden – an diversen Häusern auf den Winter vor.)
Inzwischen dämmerte es, Zeit also nach einer Herberge für die Nacht Ausschau zu halten. Unser Blick fiel auf das Hotel “Bohemia” an der Stirnseite des Hauptplatzes. Hier nahmen wir erst einmal Platz zum Abendessen. Weil das Restaurant mit seiner – auch deutschsprachigen – Speisekarte einen guten Eindruck machte, fragten wir nach einem Zimmer für drei Personen. Und die nächste Überraschung: der junge Wirt sprach deutsch! – Nachdem uns das Hotelzimmer ebenfalls zusagte, konnten wir beruhigt den Abend im Hotelrestaurant mit einer leckeren Fischplatte “Lomnicer Fischernetz” mit Forelle, Zander, Karpfen und Waller und bei mehreren leckeren gezapften Bieren ausklingen lassen.
Geschlafen haben wir in dem modernen, ruhigen Haus (sogar mit Swimming-Pool und Sauna) sehr gut, und am nächsten Morgen gut gefrühstückt.
Danach ging es auf Burgen-Erkundungstour in der näheren Umgebung, Richtung Heimat. Was es dort zu sehen gibt, verschlug uns die Sprache. Wir haben “nur” zwei Burgen an diesem wunderbaren Sonntag geschafft; aber beide sind unbedingt zu besuchen!: Schloss “Hluboka” (Frauenberg) im unglaublichen Tudorstil, thront über dem gleichnamigen Städtchen, das sich auch dank eines blühenden Fremdenverkehrs mächtig herausputzt; sowie Altstadt, Burg und Schloss in Cesky Krumlov (Krumau), das uns total fasziniert hat. Dieser historische Flecken – Weltkulturerbe! – wird zu recht als “Venedig an der Moldau” oder als “Perle des Böhmerwaldes” bezeichnet und beansprucht mindestens einen ganzen Besuchstag. – Und so haben wir auch bereits beschlossen, wo wir im Sommer 2009 eine Sommerferienwoche verbringen werden.
Okt
9
“Preußischen Töpfermarkt” derbleckt
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Was ist der Unterschied zwischen “Geiß” und “Ziege”, zwischen “kehren” und “fegen”, zwischen “Wapperl” und “Bapperl”, zwischen “Wetter” und “Gewitter”…? Wann sagt man “duschen”, wann “baden”, was verbindet “Schnürsenkel” und “Schuhband”, wer benutzt die “Treppe”, wer eine “Stiege”…? – Anderthalb Stunden habe ich heute abend dem BR-Rundfunkjournalisten Gerald Huber in der Carl-Orff-Volksschule genussvoll aufs Maul geschaut, mich für den korrekteren Umgang mit der bayerischen Stiefmuttersprache zu rüsten. Ein wunderbares Erlebnis waren Hubers Kurzgeschichten, umrahmt von Dießener Volksmusikanten. Nun schwirrt mir aber der Preußenschädel, ich muss gestehen, “mangels römischer Vorfahren” (die Bayern hatten die und reden deshalb heute so, habe ich gelernt), bleibt mir Nordlicht diese schöne Sprache trotz abendlichem Crashkurs auch weiterhin ein süßes Rätsel. – Doch auch den Hiesigen, den Muttersprachlern, dürfte der Sprachwissenschaftler und Historiker zumindest eine Nuss zum Knacken mitgegeben haben: “Töpfermarkt” sei ein ganz und gar preußischer Begriff, enthüllte – pardon: “derbleckte” – er. Ich will damit auf Oxfordbayrisch sagen, er “entblößte kurz die Wahrheit” über einen uns so lieb gewordenen Begriff, ja eine Marke; “Töpfermarkt”. Der ist nämlich überhaupt nicht bayrisch, preußisch also, denn hier, im ehemaligen Reich der Römer, heißt der Töpfer “Hafner”. Gut, dass unter den Zuhörern gleich drei Gemeinderätinnen mit genauso viel Spaß wie ich dem Sprachkenner lauschten. Mal sehen, wer von ihnen wann die Umbennung in “Dießener Hafner-Markt” ins Gespräch bringt… oder heißt das “oh’schiejbt”…?
Okt
8
So ein Sch… am frühen Morgen
abgelegt von Petra Sander in Hier bloggt eine Gemeinderätin | 1 Kommentar
Diese Aufkleber mit einer unmissverständlichen Ansage sind in unserer englischen Partnergemeinde häufig zu sehen.
Heute morgen lag auf dem Weg unmittelbar vor unserem Kindergarten ein … Hundehaufen. Danke lieber Hundehalter, dass du ein blütenweißes Tempo draufgelegt hast. So haben wir es gleich gesehen und für dich weggeräumt, bevor eines der Kinder hineingetreten ist.
Okt
8
Plies riepiet!: “Abseilers”
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Irgendwann im Frühjahr hatte sich der damals neu gewählte Vorstand des Freundeskreises Ammersee Windermere e.V. vorgenommen, die in unserer englischen Partnerstadt verbreitete Lokalzeitung, “The Westmorland Gazette”, zu abonnieren und den Diessenern z.B. in einem Lokal öffentlich zugänglich zu machen. Hinter dieser guten Idee steckte der Wille, zur Sprachenbildung beizutragen und über das Geschehen in unserer Partnerregion zu informieren. Nach auch finanziell prächtig überstandener “Britischer Woche” kann ja nun dieser alte Vorsatz doch noch verwirklicht werden.
Aber zurück zur Sprachenbildung mittels “Westmorland Gazette”. In der Online-Ausgabe habe ich heute eine Nachricht gefunden, die mein englisches Vokabular nachhaltig erweitert haben dürfte. Dort wird über eine aufsehenerregende Kirchturm-Inspektion der St Mary’s Parish Church im wunderschönen Örtchen Ambleside berichtet. Neben “ladders” (Leitern) und “scaffolding” (Gerüst) einzusetzen, hatten sich die beiden inspizierenden Spezialisten “to abseil” (abseilen)! In der Überschrift sticht das passende Substantiv zu diesem schönen Verb mit offensichtlich deutschem Stamm ins Auge: “Abseilers on Parish Church“. – Wieder etwas dazugelernt. Das Web macht es möglich….
Okt
5
Birkenallee
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Am Wochenende habe ich sie getestet – die sanierte Birkenallee. Plötzlich war sie da, innerhalb von zwei Wochen, obwohl es im Juli noch ganz anders aussah.
Die Birkenallee war wochenlang im Focus der Bevölkerung und der Presse, weil sich die Unfälle häuften und die Opfer auch Nachbarn, Bekannte, Freunde waren.
Der Schriftwechsel zwischen Rathaus und Staatlichem Bauamt begann im April, im Juni stellten die Grünen an das Staatliche Bauamt sehr konkrete Fragen zum Zustand der Staatsstraße 2056 zwischen Dießen und Fischen.
Die Antwort war kurz und knapp, nur der Bereich um die Altammerbrücke solle erneuert werden und der Rest der Straße 2009 oder 2010. Nun ist es genau umgekehrt.
Vor zweieinhalb Monaten stellte sich der gesamte Gemeinderat hinter ein Schreiben der Grünen Fraktion, in dem das Staatliche Bauamt auf Grund der schlechten Zustandswerte zu Erhaltungsmaßnahmen aufgefordert und an seine Verkehrssicherungspflicht erinnert wurde, vielleicht hat das zum schnellen Ausbau etwas beigetragen.
Ich habe viel über Straßenerhaltungsmanagement gelernt, Merkblätter gelesen, den Computer meines Sohnes stundenlang blockiert und sogar ein kurzes Referat im Gemeinderat über die Bewertung der Griffigkeit von Straßen gehalten. Geholfen haben mir dabei Fachleute aus unserem Ort.
Vielen Dank an die Bauingenieure für die Erläuterung von Griffigkeit, Schwellenwerten, die richtige Zusammensetzung von Asphalt und die Hilfe bei der fachlich korrekten Formulierung, an den Rechtsanwalt, der das BGH-Urteil aus dem Jahr 1974 besorgte und allen Unterstützern für die Hilfe.
Und bitte immer daran denken: Die Straße führt durch ein hochrangiges Naturschutzgebiet, nicht rasen!


























