(Interview, Text und Bild: Anni Sander und Benjamin Weiß)

Gestern war es also endlich so weit: Startschuß für das “Almklang” Fest. Als Gast kann ich sagen, dass es sehr lustig war und wer nicht getanzt hat, war selber Schuld! Um drei Uhr, als vorbildlicher Weise die Musik abgestellt wurde (Schade!), machten sich dann auch die letzten im Auto oder in großer Herde zu Fuß auf den Nachhauseweg.

Man kann den Organisatoren für heute Abend mindestens genau so viel Erfolg wünschen, wobei Elektro ja bekanntlich am besten bei der Ammerseejugend ankommt.

Die zwei Organisatoren haben sich uns zum Interview gestellt:

moosblogger: Wird Almklang das neue Roots-Festival?

Oggy: Jein. Ja, weil ich noch der letzte verbliebene Teil des Roots-Festivals bin. Nein, weil der Roots-Reggae am Ammersee gut gelaufen ist, aber wir mal was andres machen wollen. Das Roots ist ein so großer Name, an den wir jetzt noch nicht anknöpfen wollen.

Toni: Aber im Musikprogramm ist auch Roots-Reggae mit dabei.

moosblogger: Warum habt ihr das Festival auf die Schatzbergalm verlegt?

Oggy: Erstens: Die Schatzbergalm ist eine wahnsinnig gute Location an der wir uns sehr wohl fühlen und ich wollte schon immer etwas auf der Schatzbergalm machen. Zweitens sind wir mit der Schatzbergalm etwas ab vom Schuss und wir kommen mit den Nachbarn super klar.

moosblogger: Hat die Wahl der Schatzbergalm auch etwas mit dem Pächter, Michael Risch, zu tun?

Oggy: Ja, natürlich. Wir haben beim Roots-Festival bereits mit ihm zusammengearbeitet. Nachdem er vom Sportlerheim zur Schatzbergalm gekommen war, hat es sich angeboten ihn wieder zu fragen, weil man schon immer gut mit ihm zusammenarbeiten konnte.

moosblogger: Warum sind diesmal keine Live-Acts im Lineup?

Oggy: Das Festival wird von zwei kleinen Jungunternehmen veranstaltet. Uns ist klar, dass Livemusik eine ganz andere Performance bietet als Musik, die ein DJ auflegt. Livemusiker sind aber auch teurer. Wir sehen uns vor dem Problem, dass wir nicht wissen, wie viele Gäste kommen werden, wollen aber keine Verluste mit dem Festival machen. Daher sind wir mit DJs auf der sicheren Seite. Und ich denke wir haben namhafte DJs bekommen.

Toni: Es ist aber schon in Planung Livemusik beim nächsten Festival ins Lineup aufzunehmen, weil uns beiden bewusst ist, dass eine Band mehr flair hat als DJs. Aber ich glaube, dass wir es auch nur mit Plattenspielern hier krachen lassen.

moosblogger: Stimmt das Gerücht, dass ihr euch an eine Lautstärkebeschränkung von 80 db halten müsst?

Oggy: Nein. Hier auf der Alm müssen wir nur die gesetzlichen Grenzwerte einhalten. Jedoch dürfen beim nächsten Nachbarn nur 60 db vor dem Fenster und 45 db bei geschlossenem Fenster im Schlafzimmer ankommen.

Toni: Wir haben die Boxen auch so ausgerichtet, dass sie nicht nach Dießen zeigen um unnötiges Lärmen zu vermeiden.

moosblogger: Es wird sich gemunkelt, dass der Samstag gefährdet sei. Was ist da dran?

Oggy: Wenn der Freitag nicht so läuft, wie die Gemeinde sich ihn vorstellt, hat sie sich das Recht vorbehalten uns den Samstag zu canceln.

Toni: Wir werden die Forderungen der Gemeinde einhalten, insofern sehe ich kein Problem, dass auch der Samstag stattfindet.

Oggy: Im Vorfeld haben wir öfters mit der Gemeinde gesprochen und es ist nicht in Ihrem Sinne den Samstag abzusagen.

moosblogger: Reggae, Ska und Indie. Das ist eine interessante Mischung. Was wird da überwiegen?

Oggy: Dadurch, dass wir beide heute Abend auflegen, …

Toni: Wie eigentlich immer.

Oggy: Ja, stimmt. Seit etwa einem Jahr sind wir beide Rebels-Sound-System. Ich bin da eher der Typ für Reggae und Ska. Also Toni legt natürlich auch gerne Reggae auf.

Toni: Ich finde, dass man da nicht so richtig differenzieren kann. Es hat sich halt so eingependelt, dass ich eher der Typ für’s Grobe bin. Rebels-Sound-System ist eine gute musikalische Ehe, weil wir beide uns gut ergänzen. Manchmal hören wir zwar, dass wir unglaublich viele Musikrichtungen auflegen und dass z.B. Metal aber auch Ska nicht zusammenpassen, aber unsere Erfahrung hat gezeigt, dass die Musikrichtungen doch zusammenpassen. Wir merken das jedes Wochenende aufs Neue.

moosblogger: Wo legt ihr zur Zeit auf?

Oggy: Regulär in der neuen Kantine in Augsburg, dann Freitags in Kaufbeuren im Melodrom, ab und zu in der Mahagoni-Bar in Augsburg, im Glücklicht in Landsberg sind wir einmal im Monat. Dazu kommen noch ausserplanmäßige Veranstaltungen. Es läuft ziemlich gut. Da sind wir zufrieden.

moosblogger: Welches Pubilkum erwartet ihr heute?

Toni: Auf jeden Fall viele. (lacht)

Oggy: Wir hoffen auf ein anspruchsvolles Publikum, dass die Party auch zu schätzen weiss.

moosblogger: Was macht ihr beide beruflich?

Toni: Ich arbeite im Call-Center und verkaufe dort Ersatzteile für Roller. Das bietet sich sehr an, weil ich Aufgrund meiner Herkunft Italienisch spreche und wir viel mit Italienern zusammenarbeiten. Das mache ich Hauptberuflich, drei Tage in der Woche. Die restliche Zeit bin ich im Veranstaltungsbusiness tätig.

Oggy: Ich bin eigentlich gelernter Informatiker, mache aber momentan eine Lehre zum Veranstaltungskaufmann. Nebenbei mit unserer kleinen Firma auch noch Veranstaltungen. Wir sind nicht nur ein DJ-Ehepaar sondern auch eine Firma.

moosblogger: Könnt ihr von den Veranstaltungen leben?

Toni: Nein. Wir sind Sparten-DJs und bekommen nicht so viel Geld, wie jemand der professionell elektronische Musik als DJ macht. Also braucht man doch beides. Aber ich finde es cool zwei Jobs zu haben, da wird mir nicht so schnell langweilig.

moosblogger: Wohin geht ihr, wenn ihr selbst feiern wollt?

Oggy: Ich genieße momentan auch mal den Luxus einfach mal zu Hause zu sein und gehe lieber zu Freunden um z.B. zu grillen als in Discos oder auf Parties.

Toni: Also, in Augsburg gehe ich gerne ins Lamm und in München werde ich mir das neue Fifty-nine To One anschauen. Wenn’s um’s Härtere geht in die Garage oder den Keller. Sonst gehe ich spontan weg, wenn mir ein Freund eine Party empfiehlt, die sich gut anhört, gehe ich da hin. Auch wenn wir auflegen und die Stimmung gut ist, kann man das ja als feiern bezeichnen.

moosblogger: Macht ihr noch andere Projekte in der Region?

Toni: Almklang ist unser Pilotprojekt, das wir jährlich stattfinden lassen wollen, wenn es gut läuft. Aber das ist alles noch Zukunftsmusik. Erstmal sehen, was das Wochenende bringt.

moosblogger: Vielen Dank für die Einblicke und viel Erfolg für das Wochenende.

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Kommentare

7 Kommentare zu “Die Alm tanzt”

  1. Sugar Ray on Juli 26th, 2008 20:06

    Super Interview, Anni! Sehr Informativ. Ich hoffe auch, dass am heutigen Tag noch ein Touch mehr Leute kommen.

    Also aufgehts, alle miteinander nauf zur Alm

  2. Sugar Ray on Juli 27th, 2008 14:35

    “… weil ich noch der letzte verbliebene Teil des Roots-Festivals bin….”

    Nana, Oggy… mich gibts schon auch noch – ich praktiziere zur Zeit nur nicht ;-)

  3. Anni Sander on Juli 28th, 2008 12:31

    Ich muss doch darauf bestehen, dass mein lieber Herr Kollege und Lebensabschnittsgefährte Benjamin Weiß auch mit von der Partie war!

  4. Sugar Ray on Juli 28th, 2008 13:16

    Na dann auch schöne Grüße an den lieben Herrn Kollegen: Servus Ben… schönes Interview war das! :-)

  5. Hannes Sander on Juli 28th, 2008 13:57

    @Anni: Was ist hier unter “Lineup” zu verstehen? (Vielleicht interessiert das ja noch einige weitere “betagte” Leser… ;-) )

  6. Anni Sander on Juli 28th, 2008 16:08

    Line up ist die “Aufstellung” (fast wörtlich übersetzt) der Bands.
    Das Lineup bei einem Fest(ival) bedeutet, welche Bands bzw DJs spielen werden.

  7. Sugar Ray on Juli 28th, 2008 17:28

    Und die festgelegte Reihenfolge der Bands ist die “running order”, und der kontrete Aufttrittszeitraum ist “der Slot” … :-)