Jun
21
Ein Diessener Sommermärchen
abgelegt von Hannes Sander in So eine Wirtschaft in Diessen | 3 Kommentare
Eine Flaniermeile im Luftkurörtchen. Wie soll das denn gehen? – Gestern war bei der Jahreshauptversammlung des Diessener Gewerbeverbandes Spinnstunde, im besten Sinne des Wortes. Wenn der Ort sich derartig herausputzen wollen würde, welche Bedingungen müssten erfüllt werden und wie müsste man es angehen?
Weil es mit dem Visionieren nicht immer so einfach ist an diesem Fleck Erdkruste hatte Gewerbeverbandschef und Grünen-Gemeinderat Michael Hofmann einen klugen Schachzug getan: Als Referenten hatte er nicht nur einen (nicht-norddeutschen) erfahrenen Gemeinderat aus dem noch südlicheren Bayern eingeladen, der selbst einen jahrzehntelangen Weg zu einer Fußgängerzone in seinem Heimatort Murnau gegangen war, nein, mit Wolfgang Köglmayr sprach auch ein Urenkel eines einstigen Diessener Bürgermeisters Köglmayr frisch und frei das aus, was er für richtig hielt. Dass er sich bestens vorbereitet und dazu im Ort aufmerksam umgeschaut hatte, daran ließ Köglmayr keinen Zweifel.
Eines wurde klar in dem spannenden, sehr konkreten Vortrag: Hier hat der Gewerbeverband ein wirklich komplexes Thema aufgegriffen, diverse Fragen sind zu klären, viele verschiedene Personengruppen ins Boot zu holen.
Letztere teilte Köglmayr in Politiker, Geschäftsleute sowie Kunden/Gäste ein, wobei die Gruppen selbst natürlich auch unterschiedlichste Meinungen vertreten. Eines wurde deutlich: Es kann nur miteinander klappen.
Die Gretchenfragen bei der Einrichtung einer Fußgängerzone in Diessen stellen sich mir nach dem Vortrag des Murnauer Gemeinderates so: a) Wird die anvisierte Straße so attraktiv sein, dass die nötige Passantenfrequenz erreicht werden kann? b) Wird die Flaniermeile von ausreichend verfügbaren Parkplätzen auf kurzen Wegen zu Fuß erreichbar sein? – Das sind die beiden größten Brocken. Hinzu kämen weitere Fragen wie etwa nach der Erreichbarkeit der Grundstücke per PKW für Anwohner, am besten über die Rückseiten der Grundstücke.
Manche Zuhörer suchten bereits während des Vortrags nach Antworten auf diese Fragen für die Diessener Mühlstraße. Ich gebe zu, meine Gedanken kreisen immer noch eher um die Herrenstraße, die für mich wegen ihrer durchgängigen beidseitigen Bebauung eher als Fußgängerzone geeignet scheint.
Köglmayr vermied es konsequent, sich in eine Diskussion über die Machbarkeit in der Mühlstraße oder auch anderswo hineinziehen zu lassen. Er wolle mit seinem Vortrag erreichen, dass die Zuhörer “heimgehen und nachdenken”.
Nachdenken können wir in Diessen, auch unabhängig von der angestoßenen Debatte um eine Fußgängerzone, über eine ganze Reihe angesprochener Themen.
a) Haben wir z.B. im Luftkurörtchen schon ein ausgereiftes Parkplatzkonzept?
b) Und warum sollen wir nicht noch einmal über ein Parkleitsystem nachdenken? – Auf manchen Nachholbedarf hatte Köglmayr hingewiesen.
c) Auf den Prüfstand sollte auch unsere Parkplatz-Bewirtschaftung: Wie können wir dafür sorgen, dass die vorhandenen Parkmöglichkeiten in der Einkaufsstraße auch wirklich von Kunden genutzt werden können und nicht mit Autos der dort Beschäftigten bzw. Arbeitgeber zugeparkt sind?
d) Wie machen wir unsere bestehenden Geschäfte und Restaurants attraktiver?
e) Arbeiten die Geschäftsleute schon so eng zusammen, dass sie miteinander und abgestimmt für eine hohe Besucherfrequenz ihrer Einkaufsstraße sorgen?
Einen Satz habe ich mir in diesem Zusammenhang ganz dick eingetragen: “Der ganze Ort muss sich um den Kunden bemühen!” Ich weiß nicht, ob Köglmayr es so weit fassen wollte, wie ich es hier tue: “Der ganze Ort” muss dabei mehr einschließen als die Diessener Ladenbesitzer oder Gastwirte: Bemühen müssen sich z.B. auch unsere Politiker (von denen Bürgermeister Herbert Kirsch, 2. Bgmstr. Peter Fastl, die Gemeinderätinnen Antoinette Bagusat, Petra Sander und Marianne Scharr, die Gemeinderäte Edgar Maginot und Jürgen Zirch anwesend waren), Hausbesitzer, die Einheimischen, Journalisten usw.
Der Abend bot also viel Stoff zum Nachdenken. Ich kann nur hoffen, dass sich nicht allzu viele der Zuhörer oder auch später der Leser von Berichten über diese Veranstaltung in einer Position verschantzen und damit ihr Nachdenken auch gleich wieder abschalten: “Murnau und Diessen sind doch gar nicht vergleichbar!” – Freudig erschreckt abwinkend wurden schon einmal vorsorglich die Zahlen von Übernachtungen und von Geschäften, Restaurants und Hotels gegenübergestellt. Hoffentlich denken wir im Ort auch in dieser Frage einmal etwas weiter: Wollen wir uns denn mit unseren Zahlen begnügen? Wenn ja, dann kann (muss) man auch die Idee von der Flaniermeile getrost ins Bettchen schicken. – Ich habe es anfangs geschrieben: Die Frage nach einer Fußgängerzone im Luftkurort Diessen ist ein komplexes Thema….
Jun
20
Gewerbeverband: Welchen Weg wählen?
abgelegt von Hannes Sander in So eine Wirtschaft in Diessen | kommentieren
Um den richtigen Weg soll es heute abend gehen. Der Diessener Gewerbeverband trifft sich 19.30 Uhr im Gasthaus “Unterbräu” zur Mitgliederversammlung, und nicht nur die Gestaltung der Mühlstraße als Fußgängerzone gilt es zu besprechen. Neuwahlen stehen personell zwar nicht an, aber der Ortsverband muss dennoch wählen: Soll die Stagnation anhalten, oder rafft sich der Verein wieder auf? Eine handvoll Aktiver unter Diessens Gewerbetreibenden und Selbständigen hält den Verein zwar tapfer am kleinschrittigen Laufen; doch ein Marktsonntag und ein – mit viel Engagement eines einzelnen erstellter – Werbeflyer pro Jahr ist einfach zu wenig. So manches ehemalige Mitglied hat wohl auch deshalb in den vergangenen Monaten seine Mitgliedschaft gekündigt. – Muss in einem Verein tatsächlich immer jemand für die große Masse “vorturnen”? Ist nicht jeder einzelne auch selbst verantwortlich für seinen Verein? Müsste nicht gerade ein Verein von Unternehmern viel mehr unternehmen können?
Ach ja, und dann ist da ja noch das Thema Umgestaltung der Mühlstraße. Fußgänger- oder verkehrsberuhigte Zone?? – In der MOOSBLOGGER-Umfrage hat sich eine deutliche Mehrheit für eine Umgestaltung ausgesprochen. Dabei wird eine “Fußgängerzone Mühlstraße” klar favorisiert:
Heute abend spricht zu diesem Thema auch der Murnauer Stadtrat Köglmayr, der als ehemaliger Vorsitzender des dortigen Gewerbeverbandes “hautnah” einst die Umgestaltung einer innerstädtischen Straße in eine Fußgängerzone miterlebt hat. Das dürfte also interessant werden.
Jun
19
Der Löw’ im Aquarium
abgelegt von Hannes Sander in Übrigens.... | kommentieren
Die richtige Antwort auf den UEFA-Unfug: 3:2 & Halbfinale!! Schweini = Fußballgott!
Jun
19
Schwedens Problembär…
abgelegt von Hannes Sander in Übrigens.... | kommentieren
… ist ein Gute-Laune-Bär: eine junge Mannschaft spielt einen gepflegten Tempofußball. Ob es aber gegen die Holländer reichen wird, bei der mangelhaften Chancenverwertung?
Aufgemerkt: Erst gewannen Russen den UEFA-Cup, dann den Grand Prix de la Chancon (oder so) und nun…. ?! Schau’n mer mal, wem “Mischka” noch so alles Probleme macht (spätestens zur Fußball-WM).
Jun
17
Rekordverdächtig: Einschaltquote 2.0
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Einschaltquoten, Auflagenzahlen,…. – waren einmal. Die Musik spielt im Web, immer lauter und deutlicher, und da zählt man nun in neuen, transparenten Kategorien wie etwa “Anzahl Seitenaufrufe”. Bei meiner Beschäftigung mit Web 2.0 und vor allem seiner Wirkungsmessung ist mir dieser Tage ein bemerkenswerter Blog-Eintrag über den Weg gelaufen. Darin wird über die Wirkung von Youtube-Filmen geschrieben – und vom vermeintlich meist gesehenen Beitrag dieser Plattform.
Ich hätte es bestimmt niemals erraten: weder, wie oft dieser Rekordhalter des “shared content” (mit vielen “geteilter Inhalt”) bislang angeschaut worden ist – das lässt sich ja haargenau messen; noch womit der Beitrag sich befasst. Ich löse das hier mal auf: weit über 88,5 Mio. Aufrufe hatte ein 6-Minuten-Filmchen bislang; darin demonstriert ein Comedian sehr gekonnt die “Evolution” der Tanzstile in den letzten Jahrzehnten. Und weil er das richtig lustig und sehr unterhaltsam tut, hat er es auf die Rekordklickzahl gebracht. – Einfach mal anschauen!
Jun
17
Zappi jubelt verhalten
abgelegt von Hannes Sander in Übrigens.... | 1 Kommentar
Eigentlich wollte ich ja im MOOSBLOGGER nix schreiben über den Fußball. Zu viele Blogs quellen derzeit über mit mehr oder weniger qualifizierten oder witzigen Postings zum Geschehen zwischen Klagenfurt und Basel.
Heute abend bestaune ich Zappi’s nur gebremsten Jubel über den deutschen Pflichtsieg gegen die Möchtegernealpenargentinos. Er sieht sogar noch zu viel Sand im deutschen Getriebe (wer nicht?).
Es war kein schönes Spiel, aber diesen Sieg habe ich doch genossen, nach dem Getöse der Regionalligisten.
Bin gespannt, was die Truppe von Jogi (Was war denn das mit dem Trainergeplänkel vorhin? Sehr witzig: Platzverweis zu Angie…!) gegen die Portugiesen reißt. Das Spielchen war heute ein Hoffnungsschimmer, die können viel mehr, als sie bisher – nur im Polen-Spiel – gezeigt haben. Das Fähnchen bleibt am Auto.







