Am 28.2.2008 wurde von Jugendbeirat (JBR), Jugendzentrum (JuZe) und der SPD zum Podiumsgespräch geladen. Um 19.15 Uhr gings in der Johannistraße 22 los. Anwesend waren ein Dutzend Jugendliche und zwei Dutzend Angehörige verschiedenster „Dunstkreise“, die eindeutig nicht mehr Erst- oder Jungwähler waren.

Ralf Kleeblatt mahnte an, dass es sich bei dieser seltenen Ansammlung von Kandidaten und Amtsträgern um eine Pflichtveranstaltung für die Jugend handeln würde und er nicht wüsste, was neben einer persönlichen Einladung noch zu tun sei. Mit dem Sammeltaxi abholen? Der Moderator Moritz Hartmann stellte sich kurz als Sozialpädagoge aus dem Fuchsthal vor, wo er auch ein Jugendhaus leite. Er führte die leeren Plätze in den vorderen Reihen auf die Fluten von Wahlwerbung zurück, die auf den Bänken wie Platzhalter ausgebreitet waren. Nachdem Louis Panizza sich und den JBR kurz vorgestellte hatte, fügte Bgm. Herbert Kirsch nur noch hinzu, dass er größtest Vertrauen in den JBR habe, dass dieser die richtigen Fragen schon stellen werde, aber musste sich damit auch schon verabschieden. Die Feuerwehr hatte leider zur gleichen Zeit Jahreshauptversammlung. Leider.

Vorstellungsrunde:

Die Vorstellungsrunde der Kandidaten begann Rudi Gleißl von der UBV. Er erinnerte sich, wie er damals selbst das JuZe mit angefangen und kurzzeitig auch geleitet habe. Er lasse sich aufstellen, da Diessen der zentrale Ort am Ammersee werden und bleiben soll, was nur mit einer guten Infrastruktur gelänge. Manche Dinge seinen zwar technisch nicht möglich, aber die Jugendlichen sollten jederzeit kommen und einen Antrag fundiert vorstellen können. Nicht nur einen Tag vor der Wahl!

Susanne Plesch von der CSU erklärte, sie habe in ihrer Arbeit schon immer viel mit jungen Menschen zu tun gehabt. Man sage ihr auch nach, dass sie anpacke. Acht Jahre ist sie nun schon im Elternbeirat und in der Pfarrgemeinde aktiv. Sie habe gelernt, dass man Jugendliche vor allem über Musik erreichen kann. Der CSU sei es wichtig, die Schwerpunkte der Jugendarbeit zu verschieben. Wichtig ist die Wertschätzung der Jugend, d.h. ihnen zuzuhören und sie in Prozesse einzubinden. Sie möchte keinen Sack voller Versprechungen liefern, aber sie garantiert für ein stets offenes Ohr.

Für die SPD war Conny Schneider vertreten, die als Übungsleiterin im MTV ihren Schwerpunkt in der Jugendarbeit vor allem auf das Beibringen legt. Die Jugend müsse verantwortungsbewusster werden und das geht nur mit Hilfe von Jugendsprechern. Zu einem Ziel muss man den Jugendlichen auch einen begehbaren Weg ermöglichen. Wie ihre Arbeit im Gemeinderat genau aussehen soll, konnte sie noch nicht sagen. Sie wolle sich erst auf die Gegebenheiten, denen sie dann begegnet, einstellen.

Antoinette Bagusat von den Diessener Bürgern war lange Zeit im Elternbeirat, warum sie sich seit ihrer Wahl 2002 auch vor allem um schulische Belange gekümmert hat. Ihr Interesse läge in einer gebundenen Ganztagsschule, für die die Chancen wohl recht gut stünden. Diese würde verschiedene Aktivitäten an der Schule selbst fördern, wodurch sich die Zeit am Nachmittag gut verwerten ließe.

OK-Spitzenkandidat Franz Sanktjohanser blickte auf eine 40 jährige Vereins- und Jugendarbeit zurück. Die eigenen Kinder hätten ihn zur offenen Jugenarbeit angeregt. Er hoffe aber vor allem auf einen Anschub von den jungen Leuten.

Petra Sander, die die Grünen vertrat, erklärte ihre Ziele seien, vor allem das Gewerbe und die Vereine jugendfreundlicher zu organisieren, da viele Schüler nicht mehr nach Landsberg oder Weilheim in die Schule müssten, sondern sich der Lebensschwerpunkt zurück nach Diessen verlagere. Dafür müsse man auch den Jugendbeirat erweitern. Der Jugendreferent müsse näher mit dem JBR zusammen arbeiten und deren Wünsche und Forderungen zuverlässiger weiter geben. Sie möchte keine Versprechungen machen, aber wenn die passenden Anträge da seien, könne man auf ihren Einsatz zählen.

Von den Freien Wählern war Christine Ludwig anwesend. Sie sei schon immer aktiv gewesen, z.B. beim Kleidermarkt und durch ihre Kinder habe sie sich entschlossen aktiv für die Jugend zu werden. Politik sei für sie wie eine Sucht. Wobei sie die Jugendarbeit für ganz wichtig hält. Sie habe viele Ideen, z.B. bei der Problematik der Lehrstellen und sie wolle mehr Schwung in die Jugendarbeit bringen.

Thomas Schumacher von der Bayernpartei schloss sich zuerst einmal allem an, was seine Vorredner schon gesagt hatten. Zur Bayernpartei sei er an einem schönen Tag im Biergarten gekommen, als ihn einfach jemand angsprochen habe. Er sei ehrenamtlich in der Jugendarbeit im MTV aktiv, aber er wolle sich vor allem für das Gewerbe einsetzen, denn gesunde kleine Firmen bieten Arbeitsplätze. Die Jungwähler sollten sehen, dass es da jemanden gibt, der sich für Arbeitsplätze einsetze, und das sei die Bayernpartei. Die Gemeinde veralte, da die Jugend abwandere. Man müsse auf Jugendarbeit bauen, wie das Haus auf den Keller.

Jungendliche Mitarbeit:

Herr Gleißl gab zu, dass es schwer zu verstehen ist, mit was für einer Geschwindigkeit sich so eine Gemeinde bewegt, aber sie müsse nun mal gewisse Gesetze einhalten. Denis Fichtl vom JBR gab zurück, es würde aber so aussehen als würde es für andere Aspekte der Gemeindearbeit (nachträgliche Korrektur) schneller voran gehen als für die Jugend. So müsse man sich nicht wundern, dass die Jugendlichen das Interesse verlieren, meinte Louis Panizza. Man müsse sehen, dass etwas passiert.

Auch die Zuschauer fordern, dass die Rechte des JBR verbessert werden müssen. Und die Gemeinde dürfe nicht immer abwarten. Die Spontanität muss gefördert werden, indem Stufen angeglichen werden. Rudi Gleißl gibt jedem Jugendlichen den Tipp, mit seinen Anliegen persönlich zu Gemeinderäten zu gehen. Frau Bagusat gab zu, dass es die letzten Jahre mit einem nie anwesenden Jugendreferenten unglücklich gelaufen ist. Frau Plesch fordert deshalb auch offene Jugendarbeit zu fördern. Wohingegen Herr Schumacher die Jugend auffordert selbstständiger zu werden und auf die Vereine zuzugehen. Ralf Kleeblatt erklärte, dass man früher ein großes Ziel gehabt hätte: das Jugendzentrum. Aber heute fehle den Jugendlichen das Thema. Das Problem sei, dass das Aufgabengebiet schier endlos sei. Einen Etat schleppe der JBR auch seit Jahren mit, also habe er genügend Geld zur Verfügung. Er erklärte, dass es vier Beine der Jugendarbeit gäbe: Die Vereine, den Jugendbeirat, das JuZe und den Jugendreferenten im Gemeinderat. Doch wenn eines nicht funktioniere, lähme das auch alle anderen.

Auf die herausfordernde Frage, ob der JBR in Diessen nur eine Alibifunktion erfüllt, verneint Rudi Gleißl: Nicht jeder kann zum Bürgermeister gehen, wenn er ein Anliegen hat. Die Jugend müsse sich die Spielregeln der Kommunalpolitik zu eigen machen und damit ihre Chancen nutzen. Frau Plesch gibt zu bedenken, dass der JBR gehört werden muss. Er habe zwar kein Stimm- aber ein Veto(Rede-)recht im Gemeinderat. Frau Bagusat schlägt die Teilhabe vom JBR an Klausurtagungen vor, und an Projekten wie dem Schacky-Park. Franz Sanktjohanser hält es für sinnig, dass der JBR regelmäßig in der Gemeinde vorspricht. Aber dazu muss die Initiative auch von den Jugendlichen selbst kommen. Petra Sander hält eine bindende Satzung für den JBR für sinnvoll. Wenn man den JBR an die Schülermitverantwortungsgremien an den Schulen bindet, hätte dieser eine größere Basis für seine Arbeit. Vor allem dürfe man den JBR und das JuZe nicht gleichsetzen. Frau Ludwig fordert, dass vor allem bei der Durchführung von Plänen mehr geholfen werden muss. Thomas Schumacher schließt sich auch hier wieder seinen Vorrednern an, aber er fordere vor allem mehr Engagement von den Jugendlichen selbst. Louis Panizza fand es gut, dass die Ideen von der Gemeinde gehört werden, aber mitbestimmen könne man nicht. Zuschauer mahnten: Als sich der JBR und die Skater zusammen mit der Gemeinde geeinigt hatten, hätte das für kurze Zeit etwas bewirkt, aber die Rückschläge, die darauf folgten, seien höchst unmotivierend.

Skate- und Sportplatz:

Louis Panizza forderte eine Aufwertung des Sport- und des Skateplatzes, wenn nötig mit Geldern der Gemeinde. Man könne doch zum Skaten den Teerplatz nebenan nutzen oder den Platz auf die Kießfläche erweitern. Aus den Zuschauerrängen wurde zu bedenken gegeben, dass es eine Einigung mit dem MTV gegeben habe, aber die Gokartfahrer seien bevorzugt worden. Thomas Schumacher von der Bayernpartei mahnte an, dass der Skateplatz nicht gut behandelt würde. Überall würde Müll herumligen. Die Jugend müsse in die Vereine. Es gehört zwar ein anständiger Skateplatz her, aber dafür muss man die Jugend in die Verantwortung nehmen. Franz Sanktjohanser verwies auf den Bebauungsplan: Der Skateplatz ist so nur eine Übergangslösung. Das Verfahren ist immernoch am Laufen. Man könne zwar auch auf das MTV-Gelände aber das verlangte raus und rein Heben der Utensilien sei einfach nicht machbar. Er erinnerte auch, dass die Gemeinde hier ein Mitspracherecht habe. Aber er gab auch zu bedenken, dass man das Naturschutzgebiet nebenan berücksichtigen müsse. Die Zusammenarbeit mit den verschiedenen Fachbehörden sei nicht so einfach. Man denke nur an den Kriechenden Sellerie, der jetzt die Neugestaltung der Seeanlagen mitbestimmt. Frau Ludwig von den Freien Wählern erklärte, man müsse einmal nach Schondorf schauen. Dort habe man einen eigenen Verein gegründet, auf Eigeninitiative gesetzt. Und irgendwo müsse es doch in Diessen Platz geben! Petra Sander sprach die Gründung einer Skater-Sparte im MTV an, doch einen Eintritt in einen Verein sei für viele nicht attraktiv meinte Louis Panizza. Die Schulen böten zwar auch Sportmöglichkeiten, aber das von Frau Plesch und Herrn Sankjohanser geforderte „hinradeln“ wurde von den Jugendlichen abgelehnt. Denis Fichtl, gab zu Bedenken, dass wenn man die Gegebenheiten besser ausbaut, es keinen Grund gäbe von Ortsteil zu Ortsteil zu fahren. Rudi Gleißl verwies auf die Neuorganisation der Seeanlagen, in die man das Thema aufnehmen sollte.

Ortsbus & Nachtschwärmer:

Frau Sander gab zu bedenken, dass Kinder aus St. Alban mit dem Auto zur Schule gefahren werden, da die Ortsteile nicht ausreichend angebunden sind. Der Ortsbus sei verbesserungsbedürftig. Auch der JBR stimmte zu. Volker Bippus im Publikum meinte, dass man noch ein Jahr auf den privaten Bahnbetreiber warten müsse, da dieser mit den Schulzubringern kombiniert werden muss. Ein Ziel müsse sein, auch St. Alban besser einzubinden.Überregionale Zusammenarbeit im Bezug auf Nachtschwärmerbusse sei laut Herrn Gleißl kompliziert und kostenintensiv. Für die Alternative eines Sammeltaxis habe man vor Jahren keinen Unternehmer gefunden. Wenn Veranstaltungen im Kreis seien, solle man die Gemeinde wegen eines Nachtbusses fragen. Frau Bagusat erinnerte sich auch, dass vor Jahren in Weilheim eine Nachtbus-Initiative mangels Akzeptanz gescheitert war. Eine Nachtlinie lohnt sich nicht, ergänzte Herr Sanktjohanser. Frau Ludwig stellte ein Projekt vor, bei dem sich Gastronomen und Geschäfte finanziell an Nachtbussen beteiligten, sowas könne der JBR in die Wege leiten.

Lehrstellen:

Zuschauer fragten nach konkreten Vorschlägen zur Schaffung von Lehrstellen. Wolle man mit utopischen Zielen nur Wahlwerbung betreiben? Thomas Schumacher widersprach: Die Ziele sind nicht utopisch. Man müsse kleine Betriebe fördern, außerdem sei zu berücksichtigen, dass einige nicht vermittelbar wären. Cristine Ludwig forderte mehr Aufklärung für bestehende Firmen. Solche Initiativen wie Infohefte und Lehrstellenbörsen seien zu fördern. Man müsse damit arbeiten, was da ist. Petra Sander meinte, die beste Grundlage sei eine gute Schulbildung. Wichtig sei auch das Gewerbe in Diessen zu behalten, indem man z.B. hier einkaufe. Franz Sankjohannser mahnte, dass man nicht zu viel erwarten dürfe, da Diessen nun mal kein Gewerbestandort ist. Frau Bagusat sprach den Informationstag der Carl-Orff-Schule an. Susanne Plesch wollte keine Versprechungen machen, aber wollte neue Wege fördern, z.B. das Azubi-Sharing. Außerdem müsse man in dieser Sache stärker mit Nachbargemeinden zusammenarbeiten.

Informationspolitik:

Louis Panizza hält die Arbeit des JBR für wertvoll, aber der Rest der Jugendlichen „kriegt davon nichts mit“. Zuschauer meinten vor allem das JuZe hätte die Pflicht alle Gruppen anzusprechen. Frau Plesch forderte das Internetangebot zu verbessern, während Denis Fichtl ein Event zur Animierung der Jugend vorschlug. Franz Sankjohannser gab zu bedenken, dass Events in den Seeanlagen auf Grund des Seehotels schwierig wären. Eine Idee aus dem Publikum sorgte für regen Zuspruch: Man solle doch den JBR am Marktsonntag einbinden, z.B. mit einem eigenen Stand.

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Kommentare

21 Kommentare zu “Die Dumbo-Runde – Ein Rückblick in sechs Punkten”

  1. Hannes Sander on Februar 29th, 2008 17:59

    Toller Bericht, Anni!
    Die “Einbindung des JBR in die Marktsonntags-Planungen” nehme ich gerne als Idee mit.
    Was die Anbindung St. Albans – gerade an die vorbeifahrenden (!) Schulbusse betrifft, dürfte es sicher eine sehr schnelle Lösung geben, zumal mit Steuergeldern am Gymnasium eine ausreichend dimensionierte Busschleife gebaut worden ist.

  2. Anni Sander on März 1st, 2008 00:52

    Fazit:

    Die Rund hat gehalten, was sie versprochen hat, auch wenn vereinzelte Kandidaten und die Zahl der jugendlichen Zuschauer enttäuschend waren.
    So konnten die Kandidaten der SPD und Bayernpartei nicht überzeugen. Sie sagte zu wenig, er sagte zu viel (“Ihr habt doch so tolle Ideen! Warum setzt Ihr sie nicht um?!” Der Mann hatte wohl die zwei Stunden zuvor den Anliegen der Jugendlichen nicht richtig zugehört.)
    Auch Ralf Kleeblatt hat teils unvorteilhaft gesprochen. Er nahm mit seinem Beitrag dem JBR ziemlich den Wind aus den Segeln, indem er meinte die Jugend hätte keine Themen (worüber wurde dann zweieinhalb Stunden gesprochen?) und sowieso genügend Geld, das sie aber nicht nutzten (wenn sich Jugendliche jeden Cent erwirtschaften müssen, denken sie eben fünf Mal nach, ob sie das Budget auf dem Konto antasten).
    Der JBR hat fundiert und kritisch mitgearbeitet und auch die älteren Zuhörer haben sich gekonnt eingebracht.
    Alles in Allem ein gelungener Abend!

  3. -Zap- on März 1st, 2008 02:16

    Das Engagement des Jugendbeirats war toll, auch die Fragen und Anregungen der anderen Erstwähler waren hilfreich. Die Aufgabe des neuen Jugendreferenten wird eine reizvolle und gleichzeitig sehr spannende sein, gemeinsam mit dem Jugendbeirat und auch dem Kreisjugendring (denn Moritz Hartmann kann bestimmt eien große Hilfe sein) Projekte für Jugend in Dießen (inkl. Ortsteile) anzupacken.

  4. Ralf Kleeblatt on März 1st, 2008 12:36

    Schönreden hilft auch nicht..

    Wollen wir schönreden, oder bisher nicht wahrgenommene Mitwirkungsrechte von jungen Menschen analysieren und dann möglicher Weise weiterentwickeln?
    Sollte der Veranstaltung am Donnerstag “Aufbruchcharakter” zugewiesen werden können, war ich auf einer anderen Veranstaltung. Die Resonanz auf die Veranstaltung dokumentiert doch das Dilemma: Irgendwie scheint doch alles niemanden so richtig zu interessieren. Genauso war es mit der letztjährigen Neuwahl des Jugendbeirates! Die ganzen Themen, die an dem Abend „ausgegraben“ wurden, waren doch durchweg keine neuen Themen, die kannte doch jeder. Warum ist bis heute dazu nichts geschehen, warum nicht zu der Amtszeit des vorherigen Jugendbeirates?
    Meine unterstützende Aufgabe im Jugendbeirat ist nicht die Aufgabe eines „Schönredners“. Ich hab übrigens nicht von der „Jugend“ (…..“er meinte die Jugend hätte keine Themen“….), sondern vom Jugendbeirat gesprochen. Und ich erkläre noch einmal:
    Der Jugendbeirat hat keine Themen für die er kurzfristig, mittelfristig oder langfristig bereit wäre sich einzusetzen, bzw. es überhaupt zu können. Themen zu benennen ist relativ einfach. Die Themen anzupacken, das ist die aktuelle Schwierigkeit. Unsere Kardinalaufgabe für die nähere Zukunft kann nur lauten, wie bekomme ich Jugendliche und Heranwachsende dazu sich für ihre Belange einzusetzen und auch gezielt daran zu arbeiten. Mit dem „Modell“ Jugendbeirat sind wir doch ehrlich gesagt gescheitert. Etwas erneuertes oder ganz neues muss her und nur die Dießener SPD hat bisher dazu Antworten gegeben:

    http://www.spd-diessen.de/index.php?cat=40_Programm&page=14_Erstw-auml-hlerbrief

    Und zu dem Geld:
    Wenn die vergangenen Jugendbeiräte eigene Finanzmittel (die nicht von ihm erwirtschaftet wurden!) vor sich hergeschoben- die Mittel nie angetastet und verwendet haben, warum soll ich einem eigenen Etat des Jugenbeirates das Wort reden. Kann jemand ernsthaft der Auffassung sein, ein (üppig?) ausgestatteter Jugendbeirat wäre handlungsfähiger oder gar aktiver? Bis jetzt hat der Jugendbeirat übrigens auch noch kein Geld erwirtschaftet, über deren Einsatz er fünfmal nachdenken musste.

    Nein, lasst die Begeisterung im Dorf. Themen, die einem wichtig sind, sind leicht zu benennen. An erkannten Themen dran zu bleiben und zu arbeiten, dass ist die schon lange bestehende Schwierigkeit!

  5. Anni Sander on März 1st, 2008 15:37

    Wenn man sich die oben genannten Punkte anschaut, kann man sehen, dass man sehr wohl sehen, dass
    1. Der Jugendbeirat und andere das Thema “Junge Leute einbringen” anpacken. Es wurde darüber gesprochen und ich vertraue auf einen neuen engagierten Jugendreferenten.
    2. Es sehr wohl Themen gibt die langfristig vom JBR angepackt und in denen auch Entwicklungen erreicht wurden (Skateplatz: Zwar noch nicht die Endlösung, wie damals das Juze, aber es hat sich mit Hilfe des JBR etwas bewegt)

    Einer Neustrukturierung des JBR stimme ich zu. Das ist ein Thema über das wir uns in meiner vierjährigen Amtszeit auch Gedanken gemacht haben, aber auch hier ohne Jugendreferenten keine Perspektive gesehen haben. Die Einbindung der Schulen halte ich für sehr sinnvoll. Auch ein Event kann nicht schaden! Da kann man dann das vorhandene Budget nutzen. ;)

    Und noch etwas wurde in der Runde erreicht: Heute fährt ein kleiner Bus der Gemeinde zu einer Veranstaltung nach Dettenhofen!
    Kleinvieh macht auch Mist!

  6. Christine L. on März 1st, 2008 20:24

    Hallo, hier Powerfrau, der Freien Wähler, Platz 20(gewollt) und im Kreistag Platz 35.
    Ich bin jetzt seit nunmehr 15 Jahren in Diessen politisch aktiv und sicherlich nicht unbekannt.
    Wenn ich eines von mir behaupten kann, dann dass ich meine Dinge stets durchziehe und zu meiner Meinung stehe.Leserbriefe waren mir hierbei oft eine große Hilfe mit meist großem Zuspruch.
    Als der Kleidermarkt in Diessen vor 10 Jahren aufhören wollte bin ich trotz 2 kleiner Kinder eingesprungen, habe ein C-Programm entwickelt mit dem heute noch gearbeitet wird. Nebenbei der ganz normale Wahnsinnn…Elternklassensprecher,
    M-Zweig Chaos,Elterbeirat,Ammerseegymnasium (2 Jahre Förderverein), Wörlein Supermarkt,50 Kostüme für 675 Jahr Feier genäht, 10 Mäntel für unsere Sternsinger in Diessen,zwei mal Wahl,
    2.Vorsitzende einer anderen Partei, ach ja und nebenbei machte ich Modenschauen für große Grössen um ein
    wenig Geld zu verdienen.
    Meine Jungs 17 und 21 lehrten mir
    schon bald, was Pubertät,Lehrstellenmangel,schlechte Fahrverbindungen,Vereinschaos (wir sind 2 Jahre nach Utting ins Basketball gefahren)bedeutet.Dies alles reichte vor 6 Jahren (Platz 2) nicht für einen G-Ratsplatz.so ist Politik eben gemacht,es hängt ja auch von den zur verfügung stehenden Sitzen ab.Ich finde auch, dass der Gemeinderat eine absolute Persönlichkeitswahl ist.Deshalb will ich es jetzt noch einmal wissen…Wenn ich Euch bei der Podiumsdiskussion gefallen habe, nur zu 3 Stimmen für Frauenpower.
    Alle Parteien haben sich sehr viel Arbeit gemacht mit Programmen und Wahlveranstaltungen jeder Art. Diese waren bei allen Parteien mässig besucht, hier hätte sich jeder über unsere Kandidaten informieren können.
    Es ist nicht nur wichtig wie die Quoten aussehen, sondern welche Arbeit machen die einzelnen Kandidaten…und das gefällt mir bei den freien Wählern sehr gut, bei uns ist jeder gerne willkommen.

    Damit Ihr mein Kampfpotential kennenlernt, von dem ich mir wünsche dass dies auch von der Jugend Diessens wieder eingesetzt wird folgender Punkt.
    Die “Freie Wähler” Kandidatin Frau Wutz, wurde vom Jugendbeirat angesprochen,ob Sie oder ein entsprechender Kandidat mit Schwerpunkt Jugend und Familie zu einer Diskussion ins Jugendzentum kommen würde, was diese vorerst zusagte. Kurz darauf erhielten alle Jungwähler von der SPD Diessen eine Einladung die wie folgt lautete:

    Diese Einladung gibt Dir die Möglichkeit mit den Kandidaten der 8 Gruppierungen ins Gespräch zu kommen. Nicht irgendwelche Politprofis erhalten das Wort, sondern Kandidaten die sich mit Jugend auskennen…

    Diese war unterschrieben von Frau Baur SPD und Herrn Kleeblatt

    Daraufhin nahmen unter anderem teil:
    Susanne Plesch CSU
    Christine Ludwig Freie Wähler
    Petra Sander Grüne
    Conny Schneider SPD

    Wir fanden uns ein in einem fast leeren Jugendzentrum, in dem sich auch einige Politiker der einzelnen Gruppierungen sowie deren Politspitzen, unter anderem Frau Helga Oehlenschläger kandidierende Landrätin der SPD befand.

    Weiter nahmen auf dem Podium Platz
    Herr Gleißl UBV
    Herr Sanktjohanser OKK
    Frau Bagusat DB

    Hier handelt es sich um Gemeinderäte,sind dies keine Politprofis?

    Den Ablauf der Diskussion hat wie ich finde Anni Sander großartig zusammengefasst,sachlich und vollständig.Vielleicht wäre es ratsam gewesen, Frau Bentele vom AK die die Diskussion nach einer guten Stunde verliess,sie mit diesem Bericht noch einmal zu besuchen,ja wir waren es ihr ja nicht einmal wert mit auf das Foto zu kommen,last not least war im AK folgendes zu lesen……

    Die fünf Diskutanten auf dem Podium, die bisher kein Mandat haben, und zum Teil im Mittelfeld ihrer Listen angesiedelt sind, konnten bei Sachfragen nicht punkten…..

    Sorry Frau Bentele, bei den Sachfragen waren Sie nicht mehr anwesend,es wurden von meiner Seite nämlich noch folgende Punkte angesprochen…

    Nachtschwärmerbus, Lehrstellenbörse,sowie Lehrstellenpaten, Verlegung des Skaterplatzes.

    Dies ist ja wohl alles andere als eine objektive Berichterstattung!!!!!

    Hier wurde eine Jugendveranstaltung auf üble Weise für politische Zwecke missbraucht. Und wir wundern uns wenn die Jugend auf diese Politik, die nur noch zum Eigennutz dient keine Lust mehr hat. Herr Kleeblatt ich wurde von Ihnen eingeladen (von welcher Seite auch immer) und erwarte eine Stellungnahme Ihrerseits .

    So bitte ich auch die anwesenden Jugendlichen mir Ihre Stellungnahme zu diesem Thema zu geben.

    PS:Das Thema Bus zum Fuchs und Haas würde ich gerne verwirklichen,habe bereits Fahrer die sich abwechseln würden…..

  7. Zeitgenosse on März 2nd, 2008 22:23

    Zu Christine L.:

    Ich fand Anni Sanders Berichts auch Klasse und informativ.

    Dass von Frau Bentele keine objektive, sondern stets zielgerichtete Berichterstattung zu erwarten ist, ist hinlänglich bekannt – und sollte nicht überraschen.

    Es wird Zeit, dass nach der Wahl – also ohne jede Aufgeregtheit – gewisse journalistische Standards auch in Dießen Einzug halten.

    Die Öffentlichkeit scheint ja jetzt allmählich wachsam zu werden, auch dank der Internetmedien.

  8. Anni Sander on März 4th, 2008 13:43

    Ein Kommentar für unsere liebe Frau Ludwig: ;)

    Als ich den Artikel im AK gelesen habe bin ich in einen kleinen Schockzustand verfallen: Dieser Artikel wird von unserer lokalen Presse veröffentlicht, von professionellen Journalisten (?). Als ich den Artikel gelesen habe, bin ich gerade zur Arbeit gekommen, nachdem ich zwei Stunden lang meine 20-Seitigen Aufzeichnungen vom Abend ausgewertet zusammengefasst und veröffentlicht hatte. Ich habe mir viel Mühe gegeben und lange überlegt, wie ich den facettenreichen Stoff am Besten verwerte, wohin gegen BB schon ziemlich bald zu wissen schien, wie der Artikel aussehen sollte.

    Was ich sagen möchte: Ich freue mich sehr über das viele Lob und war selbst vom AK enttäuscht.

    Ich bin nicht dazu gekommen im Landsberger Tagblatt und anderen Zeitungen nach zu lesen. Wurde die Runde dort erwähnt?

  9. Petra Sander on März 4th, 2008 15:51

    Ich bin am Samstag auf dem Markt von der Mitdiskutantin Susanne Plesch auf den AK-Artikel angesprochen worden.

    Eingeladen zu dieser Podiumsdiskussion hatte mich der Jugendbeirat. Zum inhaltlichen Rahmen wurden vom JBR folgende Schwerpunkte gesetzt:
    – persönliche Vorstellung,
    – Warum kandidiere ich?
    – Was sind meine jugendpolitischen Vorstellungen, was ist mir wichtig für die Jugend in Dießen,
    – Mitwirkungsrechte der Jugendlichen an kommunalpolitischen Meinungs- und Willensbildungsprozessen,
    – Mobilität, Schule, Sozialarbeit etc.

    Zu welchen Sachfragen zur Lokalpolitik sollte ich punkten? Hätte ich das in dieser Runde gewollt? Nein, es war ein Themenabend zur Jugendpolitik. Und alle waren sich einig, dass die Jugendarbeit in der Gemeinde durch das fehlende Engagement des bisherigen Jugendreferenten gelitten hat, dies zu ändern ist unser aller Anliegen gewesen.
    Bei der Kürze der Verweildauer der anwesenden Journalistin konnte sie die gesamte Veranstaltung auch nicht verfolgen und vielleicht war sie über die Thematik des Abends auch nicht richtig informiert.

    @ Anni, in anderen Printmedien wurde über den Abend nicht berichtet. Wir werden halt daran arbeiten müssen, dass die Belange des JBR nicht nur intensiver im Gemeinderat sondern auch in der Presse beachtet werden.

  10. Ralf Kleeblatt on März 5th, 2008 14:50

    Danke Petra für die Klarstellung, was unser “eigentliches Anliegen” war und ist.
    Ich würde mich freuen und es wäre unser aller Anliegen hilfreich, wenn der neue Gemeinderat dir die Funktion der neuen Jugendreferentin zutragen würde. Ich wüsste nicht, wer oder was dagegen sprechen könnte??

    Nochmal zur Abstinenz der lokalen Pressevertreter an dem jugendpolitischen Podiumsgespräch: Ich glaube, es war keine bewußte Ignoranz unseres Themas, sondern lediglich ein temporäres Problem. Der Kreisbote hätte ja erst nach der Kommunalwahl über eine Wahlveranstaltung berichtet, wäre wohl recht ungewöhnlich??!! LT und St. Merkur haben sich für den Samstag vor der Wahl eine Abstinenz in der Wahlberichterstattung auferlegt. Daher wäre auch hier erst frühestens nach der Wahl eine Berichterstattung über diese Veranstaltung erfolgt. Eine Vorankündigung der Veranstaltung war übrigens überall nachzulesen!

    Zu Frau Ludwig:
    Wer hat die Veranstaltung
    ….”auf üble Weise für politische Zwecke missbraucht”…. Wer soll für diesen massiven Vorwurf der Adressat sein??

  11. Anni Sander on März 5th, 2008 19:04

    Schade, dass es für die Zeitungen nicht geklappt hat mit einer Berichterstattung (siehe vorangegangene Diskussion über den Artikel im AK). Zum Glück gibt’s denn Moosblogger ;)
    Eigentlich war der Termin aber schon in Ordnung. So kurz vor der wahl hätte man wohl mit dem meisten Interesse von den Jugendlichen rechnen können. Hätte :(

    Nicht immer gleich angegriffen fühlen Jugendtreff:
    Aus dem Kommentar von Frau Ludwig geht klar hervor, dass sie sich auf die einseitige Berichterstattung von BB bezieht, die die Veranstaltung klar genutzt hat “alteingesessene” Gemeinderäte über neue alternative Kandidaten zu stellen.

  12. Ralf Kleeblatt on März 5th, 2008 20:38

    Nein, muss ich widersprechen. Für eine angemessene Berichterstattung in der schreibenden Presse war der Termin echt zu spät. Haben wir (JBR und Jugendtreff) leider nicht, oder zu spät dran gedacht.
    Aber: an eine Aufbereitung der Veranstaltung im Moosblogger hat erst recht niemand gedacht, sorry:-)
    Nat. ist rückblickend zu vermuten, dass auch ein früherer Termin nicht mehr Erst- und JungwählerInnen zu der Veranstaltung hätte locken können. Das Problem liegt eindeutig tiefer.
    Ach ja, die Frage war eigentlich an Frau Ludwig gerichtet, oder??

  13. Hannes Sander on März 5th, 2008 20:53

    Bin begeistert: Mancher im Dorf will bestimmt den unsäglichen Wahlk(r)ampf lieber vergessen, man nennt das dann “Nach vorne schauen!”…, aber hier im Kommentarschwanz geht es immer noch zur Sache. Weiter so! – Übrigens: Jeder kann täglich oder auch zweimal in der Woche wählen, was er lesen will und was nicht. Ganz einfach ist das: “Bringt DSL auf die Dörfer, damit die dort auch was Cooles lesen können, den MOOSBLOGGER!” ;-)

  14. Christine L. on März 7th, 2008 21:51

    Sehr geehrter Herr Kleeblatt, Sie haben genau verstanden, was der Inhalt meines Kommentars ist.

  15. Anni Sander on März 11th, 2008 16:42

    Wo widerspricht Herr Kleeblatt (geändert am 12.03.2008) denn meinem Kommentar?
    Anscheinend ist er doch genau meiner Meinung oder? Versteh ich nicht…

    Aber, dass man an den Moosblogger als Berichterstatter nicht denkt, kann schon noch vorkommen, aber auch das ändert sich langsam, denn wie ich an dem Feedback sehe, informieren sich hier die verschiedensten Kreise Diessens.

  16. Ralf Kleeblatt on März 12th, 2008 16:09

    Hmm, wieso der Jugendtreff??
    Sollte ich aber persönlich gemeint sein, muss ich gestehen, dass ich(leider)ehr selten der Meinung von “Anni Sander” bin……zumindest auf dieser Ebene.
    Leider wird die verbale Ebene konsequent gemieden…..finde ich (bekanntermaßen) sehr schade!
    Der “Moosblogger” findet sich derzeit tatsächlich als sehr interessante kommunikations Plattform wieder. War ja nicht immer so.
    Es könnte aber zwischen “Anni Sander” und dem “Jugendtreff” eindeutig konstruktiver sein, oder müsste man jetzt widersprechen??

  17. Anni Sander on März 12th, 2008 16:23

    Wollte sagen:
    Kommentar wurde begonnen mit: “Nein, muss ich widersprechen.”
    dann wurde aber genau meine Meinung vertreten?
    Daraus folgt: Warum widersprechen? ;)

    So selten sind wir also gar nicht einer Meinung!

    Alles klar? ;)

    Tschuldigung! Hab “Jugendtreff” und “Ralf Kleeblatt” verwechselt! Mein Fehler, Tschuldigung Herr Kleeblatt! Werde meine Anrede ändern! Tschuldigung! Sowas führt aber auch immer zu Komplikationen, wenn man nicht aufpasst!

  18. Ralf Kleeblatt on März 12th, 2008 21:06

    Gerade wenn man die “Macht” des Masterzugangs hat, sollt man keinerlei Veränderungen an Einträgen vornehmen (egal, ob mit Änderungsdatum versehen). Bitte alles im Originalen belassen. Warum reicht der Kommentar nicht??? Will mir auch zukünftig meine Kommentare nicht kopieren müssen, OK?

  19. Hannes Sander on März 12th, 2008 21:12

    Worum gehts?

  20. Ralf Kleeblatt on März 12th, 2008 21:28

    Anni Sander, 11. März, 16:42
    hat aus Ihrem original “Jugendtreff”,
    ……Herr Kleeblatt (geändert am 13.03.2008) gemacht. Bitte alles im Original belassen, thx.

  21. Welche Referenten braucht Dießen? « obacht! on März 19th, 2008 13:51

    […] Referenten braucht Dießen? Bei der Dumbo-Runde im Jugendzentrum ist deutlich geworden, dass die Aufgabe eines Referenten doch eine wichtige ist. […]