Ein Freund hat mir diesen Reim – und damit eine interessante Geschichte – gemailt (Danke schön dafür!!):

“Ich pflege meine Thesen nach eigenem Kopf zu schreiben und wer sie nicht will lesen, der lass’ es eben bleiben.”

Wilhelm Wenzel (1841-1914)

Ungeheuerliches geschah um die vorletzte Jahrtausendwende in einer deutschen Kleinstadt namens Hörde, wie man auf einer Dortmunder Website nachlesen kann: Der Buchbinder und Ladenbesitzer Wilhelm Wenzel kletterte fast täglich auf eine kleine Leiter um auf einer schwarzen Schiefertafel neben der Eingangstür zu seinem Buch- und Schreibwarenladen mit Kreide kurze Texte aufzuschreiben. Mit seinen Reim- wie auch Prosafragmenten teilte er sich der Welt mit und gab auch Werbesprüche zum besten. Dabei soll er sich nicht um die Meinung der braven Bürger geschert, sondern allein seine Ansichten hingekritzelt haben. Die Leute sollen immer öfter vor jener Tafel verharrt haben, die bald als “Hörder Pranger” bekannt war. Beigetragen dazu habe wohl seine unbeugsame Art, selbst angesehene Bürger auf seiner Schiefertafel aufs Korn zu nehmen, die schließlich einen gewissen Respekt vor dem “Schiefer-Blogger” gehabt haben sollen. – Seine Stadt hat dem “Original” Wilhelm Wenzel hundert Jahre später eine Strasse gewidmet und sogar ein Denkmal in Stein gesetzt. Seinerzeit war er als “armer Kauz” und “Sohn unbekannter Eltern” gestorben, der ein Sachvermögen von 6 Mark und 11 Pfennigen hinterlassen haben soll.

(Diese Geschichte habe ich nach einem Beitrag von www.netzwerk-dortmund.de geschrieben.)

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Kommentare

5 Kommentare zu ““Ur-Blogger”: “…wer sie nicht lesen will, der lass’ es eben bleiben””

  1. Moellus on Januar 30th, 2008 10:19

    Klowand war gestern. Ab heute benutze ich nur noch ‘Den Wenzel machen.’ …

  2. Basic Thinking Blog | der Urahne der Blogger on Januar 30th, 2008 14:09

    […] manche haben gemeint, es wäre Luther, was Schmarrn ist. Es war ein gewisser Wilhelm Wenzel: “Ur-Blogger”: “…wer sie nicht lesen will, der lass’ es eben bleiben” […]

  3. Patsy Jones - nippifippi hell yeah » Blog Archiv » Gibts schon ganz lange: Ur-Blogger on Januar 30th, 2008 15:21

    […] Warum Wilhelm Wenzel ein Mordstyp ist steht bei moosblogger.de. […]

  4. medienlese.com » Blog Archiv » medienlese - der Wochenrückblick on Februar 3rd, 2008 21:25

    […] Schlämmers Blog wurde von Sex-Werbung besetzt und ist zurzeit nicht mehr erreichbar, ein Ur-Blogger wurde aufgefunden, das Schicksal der Qualitätsjournalisten mit dem der inzwischen ausgestorbenen […]

  5. *indigoidian.de* » Gibts schon ganz lange: Ur-Blogger on Dezember 11th, 2008 18:45

    […] Warum Wilhelm Wenzel ein Mordstyp ist steht bei moosblogger.de. […]