Die Gruppierung “Diessener Bürger” (DB) hat soeben ihren Bürgermeisterkandidaten gekürt. Der alte soll auch der neue Bürgermeister sein, meinten die 47 stimmenden “Diessener Bürger” und gaben Bürgermeister Herbert Kirsch 100 Prozent (bei der CSU endete die Kür mit 26:2 für den Herausforderer Dr. Salzmann).
Nicht einmal 60 min. dauerte die DB-Wahlveranstaltung, sogar zu wenig Zeit meine Kirsch(!)-Schorle herunterzustürzen.
Wäre es nach dem Wahlleiter gegangen, hätte man Kirschs Kür sogar noch weiter gestrafft: er wollte sogleich zur Wahl von Herbert Kirsch schreiten. Das war aber dem Amtsinhaber zu hastig und er wollte den Versammelten doch zuerst einmal erläutern, wen und was sie eigentlich wählen sollen.
Kirsch hob “vier herausragende Projekte” seiner Amtszeit hervor: das Ammersee-Gymnasium; das 3-zügig angelegte Kinderhaus Riederau; die Erneuerung der Diessener Wasserversorgung; den Umbau des Bahnhofsplatzes und von Teilen der Mühlstraße.
Als seine wesentlichen Zukunftsprojekte nannte Kirsch:
- Umgestaltung der Mühlstraße als verkehrsberuhigte Zone;
- Hochwasserfreilegung in St. Georgen (in diesem Zusammenhang kündigte Kirsch den Sanierungsbeginn der St. Georgener Kirche für März 2008 an);
- Realisierung des Gewerbegebiets Romenthal (Ende November 2007 soll der Gemeinderat noch einen entsprechenden Satzungsbeschluss fassen, so dass ab 2008 dort gebaut werden könne; verkauft würde aber nur an Bewerber mit Bauplan; Erbpacht soll auf Wunsch ermöglicht werden);
- Nutzung der Geothermie, dazu soll die Gemeinde das Erlaubnisrecht für Bohrungen erlangen (“Ohne unsere Zustimmung wird in Diessen niemand bohren.”)
- “Kinder” (als Kirschs “Schwerpunkt”): bei Bedarf sollen Ganztagsklassen an der Volksschule eingerichtet werden;
- Finanzen: In der nächsten Amtsperiode will Kirsch die Gemeinde Diessen schuldenfrei machen (bei seiner Ankündigung “rechnet” er “bewusst das Wasser raus”; das seien rentierliche Schulden, für die man kostendeckende Gebühren erhebe): Die somit 3 Mio. EUR Schulden der Gemeinde sollen in den nächsten 6 Jahren “auf Null zurückgeführt” werden.
Der Amtsinhaber hebt wiederholt den Gemeinschaftsgeist im jetzigen Gemeinderat hervor; Beschlüsse seien meist einstimmig gefasst worden und er habe den “Gemeinderat immer als eine Einheit gesehen”, dessen Stärke es gewesen sei, sich bietende Chancen genutzt zu haben. Während die Gemeinderäte die meist einstimmigen Beschlüsse gut informiert und überlegt gefasst hätten, bestünde immer eine Schwierigkeit, die Sachverhalte den Bürgern richtig darzustellen. “Wenn etwas unklar ist, können sie mich fragen”, erklärt Kirsch und fordert wörtlich auf: “einfach hinterfragen!”
Die Versammelten vernehmen Bilanz und Vorhaben des Bürgermeisters, es gibt keine Fragen oder Bemerkungen. Es folgt die einstimmige Wahl.
Das kurze Fast-Schlusswort (das abschließende Schlusswort beansprucht dann doch der Bürgermeister, sich für das Vertrauen zu bedanken) von DB-Chef Franz Kubat endet mit einem gehauchten Verweis auf die neue Konkurrenz bei der bevorstehenden Bürgermeisterwahl: “Jetzt haben wir ja einen Kandidaten von der CSU. Da müssen wir schauen, dass wir ihn schlagen.”
Dann ist es auch schon vorbei. Ich trinke meine Kirsch-Schorle zu Ende und fahre heim. Bloggen.

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