Der AmmerLechTaler als neues regionales Tauschmittel – viele Informationen sind auf der brandneuen Website verfügbar – ist nach mehrjähriger Vorbereitungszeit am 23. Juni in Utting gestartet. Einer der Organisatoren lebt in Diessen. Ich habe mit Peter G. Schmidt gesprochen.

AmmerLechTaler AmmerLechTaler

 
Der AmmerLechTaler ist am vorletzten Samstag in Utting gestartet. Wann geht es in Diessen los?

Es gibt kein spezielles Datum für die einzelnen Ortschaften. Der Startschuss ist gefallen und gilt für das ganze AmmerLechTaler-Gebiet.
 

Der Diessener Gewerbeverband wird bei seinem Stammtisch am 12. Juli (öffentlicher Stammtisch um 19.30 Uhr im “Unterbräu”) erneut das Thema AmmerLechTaler auf der Tagesordnung haben. Wie kann die bisherige deutliche Zurückhaltung der Diessener Gewerbetreibenden überwunden werden?

Es gibt immer welche, die bei solchen Aktivitäten vorangehen, welche die sie ablehnen und welche die erstmal abwarten. Falls noch Informationen fehlen sollten, werden diese in Kürze auch über das Internet bereitgestellt.
 

Warum hat der Start Deiner Meinung nach in Utting geklappt, während man sich in Diessen noch zurückhält?

In Utting stehen die Agenda 21 (und mit ihr auch die Gemeinde) und der Gewerbeverband hinter dem AmmerLechTaler. Außerdem leben einige starke Multiplikatoren – Mitglieder der AmmerLechTaler-Vereins – in Utting. Sie engagieren sich mit enorm großem Einsatz von Arbeitsstunden für den AmmerLechTaler und dabei speziell in Utting.
 

Wie könnte ein Start des AmmerLechTalers in Diessen konkret aussehen?

Wir werden nochmal eine Info-Veranstaltung machen. Außerdem müßte eine täglich oder zumindest meist gut erreichbare Kontaktperson für Diessen da sein. Auch eine Ausgabestelle ist aufzubauen mit regelmäßigen Öffnungszeiten.
 

Eine “gut erreichbare Kontaktperson” und eine “Ausgabestelle mit regelmäßigen Öffnungszeiten” werden also gegenwärtig gesucht. Wer wäre dafür nach den bisherigen Erfahrungen anderer Orte geeignet?

Ein Mensch, der sich für den AmmerLechTaler begeistert oder ihm zumindest wohlwollend gegenüber steht. Jemand der regelmäßig in einigermaßen zentraler Lage im Ort präsent ist und einen kleinen Verwaltungsaufwand nicht scheut. Erfassen des Umtausches, Rücktauschen abwickeln und einmal im Monat abrechnen.
 

Bei früheren Diskussionen kamen von Diessener Geschäftsleuten Bedenken, das Einbeziehen von Landsberg in das AmmerLechTaler-Projekt würde gegen die Idee laufen, das Geld in der Region zu binden, stattdessen würde es in die Kreisstadt fließen. Welche Überlegungen treiben die Organisatoren, auch Landsberg einzubeziehen?

Das Gebiet ist sonst zu klein um echte Wirtschaftskreisläufe auf der Basis des AmmerLechTalers in Gang zu bringen. Der Chiemgauer geht z.B. über drei Landkreise. In München gibt es auch eine Regionalwährung. Außerdem haben wir Mitglieder aus dem Lechgebiet und aus Landsberg, die natürlich ihre Ortschaften integrieren wollen.
 

Könnten neben dem Gewerbeverband weitere Vereine und Zusammenschlüsse die Idee in Diessen voran bringen?

Der Marktverein sicherlich, größere Vereine natürlich, wobei aber immer die Frage ist: Abwarten und Tee trinken oder sich einbringen. – Bei den Vereinen ja auch zu ihrem eigenen Vorteil, weil sie aus den Fördergeldern unmittelbar Vorteile ziehen können.
 

Warum engagierst Du Dich für den AmmerLechTaler?

Weil ich daran glaube , dass die Zukunft in den Regionen liegt und nicht in den großen überregionalen Organisationen und Verbünden. Der AmmerLechTaler als regionales Tauschmittel ist für mich ein gestaltgebendes Element einer erfolgreichen Region.

Kommentare

3 Kommentare zu ““Abwarten und Tee trinken – oder sich einbringen””

  1. Moellus on Juli 12th, 2007 09:41

    So richtig einleuchten will mir die Idee ja nicht … fast schon erinnert mich das an Kleinstaaterei usw.
    Aber vielleicht schlagt ihr Wellen und ich hab demnächst den Wowi-Groschen inna Börse. =)

    Jedenfalls Daumendrückung aus der Bundeshauptstadt!

  2. Hannes Sander on Juli 12th, 2007 10:09

    “Kleinstaaterei” – ein überlegenswertes Stichwort! Als Gegengewicht zur Globalisierung gemeint, regt das doch zu interessanten Gedankengängen an – und macht den Begriff, der bisher als Synonym für Rückständigkeit stand, sympathisch: Ich finde den Ansatz schon richtig, Kaufkraft im “Kleinstaat” zu halten. Schließlich sollen hier Ausbildungs- und Arbeitsplätze angeboten werden, will ich hier eine schöne, lebendige Ortsmitte mit Einkaufsmöglichkeiten und Lokalen haben, wollen die Vereine im Ort immer wieder Unterstützung haben… – In diesem Sinne: Kleinstaaterei mit dem AmmerLechTaler? – Ja!

  3. pete on Juli 13th, 2007 14:22

    „Von nix kommt nix“

    Klasse Idee der AmmerLechtaler – ist sicherlich ein gutes Mosaiksteinchen, regionales Gewerbe und Handel zu unterstützen
    Jetzt fehlt nur noch ein kleines bisschen Marketing und engagierte Mitmacher für Diessen.
    Die hiesige Agenda21 fällt leider als Multiplikator aus, nachdem bekanntermaßen Bürgerbeteiligung in Diessen noch nicht erwünscht ist. Unterstützung durch Bürgermeister und Verwaltung ist erfahrungsgemäß auch nicht zu erwarten, auch wenn`s unserer Region gut tun würde.

    Also liebe AmmerLechtaler, noch mal die Ärmel ehrenamtlich hochkrempeln, mit Gewerbeverband und Marktverein an einen Tisch und los geht`s. Kurz „gehirnt“, wo am besten die Wechselstube hinkommt (warum z.B. nicht zum Wochenmarkt), eine Auftaktveranstaltung für Diessen und der Rubel bzw. AmmerLechtaler rollt!

 

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