Ist Diessen nun doch auf dem Weg, Bayerns Geothermie-Zentrum zu werden? – Puzzled man sich Informationsfetzen aus Bürgerversammlung, Gemeinderatssitzungen und brandaktuellen Wochenmarktgesprächen zusammen, ergibt sich dieses kühne Bild: Die seit mehreren Wochen in München laufenden Verhandlungen mit dem russischen Geoprom-Konzern sind offensichtlich weit vorangekommen. Es soll geplant sein, das ehemalige Staatsgut Romenthal zur deutschen Geoprom-Zentrale mit Verwaltungs- und Forschungsabteilungen auszubauen. Die unterhalb liegende Fläche des umstrittenen Gewerbegebietes soll zum Geoprom-Technikpark entwickelt werden. In die Gespräche soll inzwischen auch die Marktgemeinde Diessen einbezogen worden sein. Das könnte die Bemerkung des Bürgermeisters aus der Bürgerversammlung erhellen, man habe potenzielle Investoren für die Geothermie an der Hand. Wie dem “Buschfunk” weiter zu entnehmen ist, soll Geoprom die Schaffung von “deutlich über” 150 Arbeitsplätzen ebenso in Aussicht gestellt haben, wie ein großzügiges Sponsoring der MTV-Fußballer mit der Marschroute bezahlter Fußball. Kniffligster Knackpunkt der Realisierung dieser märchenhaften Aussichten soll allerdings die Geoprom-Forderung sein, die Romenthal-Kapelle in eine russisch-orthodoxe Basilika umwidmen zu wollen. Hoffentlich scheitert nicht ausgerechnet an diesem Problem dieses fantastische Projekt, das angeblich auf der Agenda der April-Sitzung des Gemeinderates stehen soll. – Und wenn es wieder mal nur eine Ente war, lässt sich auch dieser Tagesordnungspunkt ja einfach streichen. 

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