Dez
30
Die Marktgemeinde Dießen hat ihren Jahresbericht im Web veröffentlicht (bravo!) – und einige der dort angeführten Punkte reizen mich, in den folgenden Tagen meinen Senf dazu zu geben.
Da ist zunächst die Statistik zu den Gemeinderatssitzungen 2006. Darin heißt es:
“… Der Marktgemeinderat hat im Berichtszeitraum in 13 (13) Gemeinderatssitzungen insgesamt 262 (339) Tagesordnungspunkte beraten. Dabei wurden 95 (212) Beratungspunkte in öffentlicher und 167 (127) in nicht öffentlicher Sitzung behandelt. ….”
Statistisch betrachtet heißt das also: 64% (knapp zwei Drittel) der behandelten Themen sind unter Ausschluss der Öffentlichkeit und nur 36% öffentlich erörtert worden, im Jahr zuvor war dieses Verhältnis noch umgekehrt.
Zwar bekommen so die letzten standhaft-verbliebenen, geneigt-geduldigen Zuhörer der öffentlichen Beratungen (ich zähle mich dazu) kaum erhellende Einblicke in die große Gemeindepolitik. Doch bleibt ihnen genügend Zeit für andere Freizeitbeschäftigungen an den angebrochenen Montagabenden – oder man geht mal wieder früher ins Bett… – Wie bezeichnet heute das “Landsberger Tagblatt” die hiesigen Gemeinderatssitzungen des Jahres 2006?: Als die ”kürzesten Abendtermine der Lokaljournalisten” in Diessen. – Na dann, gute Nacht!
Die Marktgemeinde Dießen hat ihren Jahresbericht im Web veröffentlicht (bravo!) - und einige der dort angeführten Punkte reizen mich, in den folgenden Tagen meinen Senf dazu zu geben.
Da ist zunächst die Statistik zu den Gemeinderatssitzungen 2006. Darin heißt es:
"... Der Marktgemeinderat hat im Berichtszeitraum in 13 (13) Gemeinderatssitzungen insgesamt 262 (339) Tagesordnungspunkte beraten. Dabei wurden 95 (212) Beratungspunkte in öffentlicher und 167 (127) in nicht öffentlicher Sitzung behandelt. ...."
Statistisch betrachtet heißt das also: 64% (knapp zwei Drittel) der behandelten Themen sind unter Ausschluss der Öffentlichkeit und nur 36% öffentlich erörtert worden, im Jahr zuvor war dieses Verhältnis noch umgekehrt.
Zwar bekommen so die letzten standhaft-verbliebenen, geneigt-geduldigen Zuhörer der öffentlichen Beratungen (ich zähle mich dazu) kaum erhellende Einblicke in die große Gemeindepolitik. Doch bleibt ihnen genügend Zeit für andere Freizeitbeschäftigungen an den angebrochenen Montagabenden - oder man geht mal wieder früher ins Bett... - Wie bezeichnet heute das "Landsberger Tagblatt" die hiesigen Gemeinderatssitzungen des Jahres 2006?: Als die "kürzesten Abendtermine der Lokaljournalisten" in Diessen. - Na dann, gute Nacht!
Dez
21
Wem geht es nicht auch oft so?: Wieder hat man sich breit schlagen lassen, etwas getan, was man gar nicht tun wollte, artig und brav gegen seinen eigentlichen Willen gehandelt, weil es “die anderen” doch so erwartet haben… – “Die Kunst NEIN zu sagen” ist eine hohe Kunst, Lehrstoff für viele kluge Ratgeber (z.B. nicht immer in die “Harmoniefalle” zu tappen oder die ”Kunst, eine Zicke zu sein” zu erlernen). - Und diese Kunst ist sogar Stoff für das heutige “Landsberger Tagblatt”. Da haben sich die FW-Gemeinderäte F. und L. vom Weihnachtsessen des Gemeinderats abgeseilt, weil F. nicht mit Leuten essen gehen will, die ihn “nicht besonders mögen”. Und weil L. den F. sehr mag, hat der ihm den Rücken gestärkt und ist auch Leuten ferngeblieben, die ihn ja auch immer mal wieder “ins Fadenkreuz” genommen hätten. F. soll besonders mit den Gemeinderäten K. und G. nicht können; angeblich mit K. nicht wegen alten Supermarkt-Projekt-Geschichten und G. soll mit den FWlern etwas “wählerisch” sein, wegen…naja, lassen wir das. – Hier also hat jemand NEIN gesagt, und weil das in Diessen (und sicher nicht nur hier) noch so ungewöhnlich ist, ist er damit sogar in die Zeitung gekommen. – Vielleicht regt diese Story ja dazu an, sich bei den guten Vorsätzen für 2007 das vorzunehmen: Einfach auch mal NEIN sagen, wenn man etwas nicht tun will, und keine faulen Rücksichten nehmen…
Wem geht es nicht auch oft so?: Wieder hat man sich breit schlagen lassen, etwas getan, was man gar nicht tun wollte, artig und brav gegen seinen eigentlichen Willen gehandelt, weil es "die anderen" doch so erwartet haben... - "Die Kunst NEIN zu sagen" ist eine hohe Kunst, Lehrstoff für viele kluge Ratgeber (z.B. nicht immer in die "Harmoniefalle" zu tappen oder die "Kunst, eine Zicke zu sein" zu erlernen). - Und diese Kunst ist sogar Stoff für das heutige "Landsberger Tagblatt". Da haben sich die FW-Gemeinderäte F. und L. vom Weihnachtsessen des Gemeinderats abgeseilt, weil F. nicht mit Leuten essen gehen will, die ihn "nicht besonders mögen". Und weil L. den F. sehr mag, hat der ihm den Rücken gestärkt und ist auch Leuten ferngeblieben, die ihn ja auch immer mal wieder "ins Fadenkreuz" genommen hätten. F. soll besonders mit den Gemeinderäten K. und G. nicht können; angeblich mit K. nicht wegen alten Supermarkt-Projekt-Geschichten und G. soll mit den FWlern etwas "wählerisch" sein, wegen...naja, lassen wir das. - Hier also hat jemand NEIN gesagt, und weil das in Diessen (und sicher nicht nur hier) noch so ungewöhnlich ist, ist er damit sogar in die Zeitung gekommen. - Vielleicht regt diese Story ja dazu an, sich bei den guten Vorsätzen für 2007 das vorzunehmen: Einfach auch mal NEIN sagen, wenn man etwas nicht tun will, und keine faulen Rücksichten nehmen...
Dez
19
Eine harmonische Gemeinderatssitzung war fast zu Ende, da meldete sich gestern Grünen-Gemeinderat Michael Hoffmann bei “Sonstiges” zu Wort. Als Vorsitzender des Gewerbeverbandes müsse er erklären, dass die auf der letzten Bauausschusssitzung aufgeflammte Diskussion zu einem alternativen Standort des beschlossenen Gewerbegebietes Romenthal “überflüssig und schädlich” sei. Read more
Eine harmonische Gemeinderatssitzung war fast zu Ende, da meldete sich gestern Grünen-Gemeinderat Michael Hoffmann bei "Sonstiges" zu Wort. Als Vorsitzender des Gewerbeverbandes müsse er erklären, dass die auf der letzten Bauausschusssitzung aufgeflammte Diskussion zu einem alternativen Standort des beschlossenen Gewerbegebietes Romenthal "überflüssig und schädlich" sei. "Wir haben jetzt ein Gewerbegebiet und das soll so schnell wie möglich verwirklicht werden." - Damit bezog sich Hoffmann auf Debatten der letzten Bauausschusssitzung, bei der eine Forderung aus der Jahreshauptversammlung der Freien Wähler in den Mittelpunkt gestellt worden war, statt im Romenthal am Schinderweg Gewerbe anzusiedeln. Weil sich aber die wohl hitzige Debatte mehr um die vermeintlichen Motive des FW-Rückstoßes gedreht hatte, gespickt mit Mutmaßungen zu einem ehemaligen FW-Gemeinderat und seinem dortigen Grundstück, als um die endliche Verwirklichung des Gewerbegebietes Romenthal, sah Bürgermeister Kirsch auf der gestrigen Gemeinderatssitzung ein neuerliches Wintergewitter aufziehen. - Kurzerhand erklärte er deshalb, jetzt niemandem mehr das Wort erteilen zu wollen. Seinen Gemeinderatskollegen riet er, die Weihnachtstage auch zur Besinnung zu nutzen.... - So blieb Hoffmanns Wortmeldung ein kleines Flackern der Adventskerze, mit etwas Fleiß und Glück scheint sie aber vielleicht als Notiz im Sitzungsprotokoll wieder auf.
Dez
18
Mittelgroßer Bahnhof für den Bahnhof: ein Dutzend Neugierige verfolgten heute die letzte Gemeinderatssitzung des Jahres; immerhin sollten die Pläne des Bahnhofskäufers vorgestellt werden. Read more
Mittelgroßer Bahnhof für den Bahnhof: ein Dutzend Neugierige verfolgten heute die letzte Gemeinderatssitzung des Jahres; immerhin sollten die Pläne des Bahnhofskäufers vorgestellt werden. Im sanften Kerzenschein warb der Mitaktionär und Vorstand der Münchner ideal mobil AG (nach seinen eigenen Worten ein Unternehmen zur Langzeitvermietung von Luxusautos in Italien und "innovativer Mobilitätsdienstleister"), Thomas Walter, um Vertrauen bei den Gemeinderäten. Dazu schilderte er den von seinem Unternehmen gekauften Bahnhof Landsberg/Lech als "Bürgerbahnhof". Diesen zieren nach seinem preisgekrönten Umbau ein kleiner Supermarkt, eine Bar/Bistro, eine "Wartelounge" und öffentliche WC-Anlagen sowie ein "Mobilagentur" genannter Fahrkarten- und Informationsschalter mit Fahrrad- und Autoverleih. Alles sei variabel eingerichtet und könnte einfach in einen großzügigen Raum für kulturelle Veranstaltungen umfunktioniert werden. Ähnlich würde man auch den Diessener Bahnhof zum "Leuchten und Leben" bringen wollen, so Walter, der alte Bahnhofsempfangsgebäude als Kulturgut betrachte. In Füssen hat sich die ideal mobil AG allerdings gegen eine Sanierung des Kulturguts historisches Bahnhofsgebäude (erbaut 1889, aber laut Denkmalsschutzbehörde nicht mehr erhaltenswert...), aber für einen Neubau eines Bürgerbahnhofs entschlossen - und in einem Bürgerentscheid rund 65 % Zustimmung bekommen.
Zum Vorgehen in Diessen wurden folgende Meilensteine gesetzt: Kaufvertrag mit der Bahn schließen; Vereinbarung mit der Gemeinde Diessen treffen (und grundbuchamtlich eintragen, dass öffentliche Nutzung verbrieft ist); Erarbeitung einer Machbarkeitsstudie in Zusammenarbeit mit der Gemeinde; Ende 2007 soll das jetzige, mechanische Stellwerk "entbehrlich" geworden sein und somit Platz für die Umbauten frei werden; es sollen die Bahnsteige durch die Bahn neu gebaut und in diesem Zuge zwei "übererdige" Zugänge zum See geschaffen werden; die Gemeinde soll auf ihre Kosten den den Seeblick versperrenden Kohlenschuppen (-bunker) abreißen und versichern, dass hier nichts Neues gebaut wird. - So schätzt Walter den Zeitrahmen für den "Bürgerbahnhof Diessen" auch etwas diffus auf "1 bis 3 Jahre".
Unverkennbare weihnachtliche Vorfreude schien den Gemeinderäten noch ein ganz besonderes Bonbon zu bereiten: Diessen könnte so doch noch zu seiner öffentlichen Toilette kommen, und das auch noch "für nass", also kostenlos! Angesichts dieser Verheißungen des Investors löste die konkrete Forderung Walters, die Gemeinde Diessen solle künftig 3/4 der Betriebskosten tragen, weder Stirnrunzeln, Murren noch Nachfragen aus, wie hoch diese denn wohl sein würden.
Dennoch blieb nach meinem Eindruck die Euphorie der Gemeinderäte insgesamt "weihnachtlich gebremst". Vermutlich sprach Gemeinderat Kubat seinen Ratskollegen wohl aus der Seele als er meinte; für alles, was den jetzigen Zustand des Bahnhofs verbessere, müsse man doch nur dankbar sein. - Wirklich?
Dez
14
Von wegen, der Strom ist soooo teuer! – Auch in Diessen lassen es viele zur Adventszeit so richtig rund gehen – mit ihrem Stromzähler. Imposante Lichtkunst wird zelebriert, so dass man der Sommerausgabe des Diessener Häuser-Wettbewerbs (“Schönstes Haus Diessens”) eine Adventsversion zur Seite stellen mag: Prämiert sei die protzigste Lightshow! Hier ein paar Kandidaten:



Von wegen, der Strom ist soooo teuer! - Auch in Diessen lassen es viele zur Adventszeit so richtig rund gehen - mit ihrem Stromzähler. Imposante Lichtkunst wird zelebriert, so dass man der Sommerausgabe des Diessener Häuser-Wettbewerbs ("Schönstes Haus Diessens") eine Adventsversion zur Seite stellen mag: Prämiert sei die protzigste Lightshow! Hier ein paar Kandidaten:
Dez
13
“Zimmer, die den Charme der 60er und 70er Jahre versprühen, sind nicht mehr attraktiv.” – Keine Angst, ich will nicht das eigene Nest beschmutzen. Mit diesem Satz zitierte gestern die SZ-Wirtschaftsseite Bayerns Wirtschaftsminister Huber. Read more
"Zimmer, die den Charme der 60er und 70er Jahre versprühen, sind nicht mehr attraktiv." - Keine Angst, ich will nicht das eigene Nest beschmutzen. Mit diesem Satz zitierte gestern die SZ-Wirtschaftsseite Bayerns Wirtschaftsminister Huber. Das Kabinett hatte nämlich auf seiner jüngsten Sitzung ein Förderprogramm zur Sicherung der Wettbewerbsfähigkeit der Hotels in Bayern beschlossen. Ab kommendem Jahr soll es drei Jahre lang zinsverbilligte Darlehen in Höhe von 100 Mio. EUR geben. Damit sollen Hotels mit mehr als neun Betten, aber auch Gaststätten ohne Beherbung gefördert werden, wenn diese für den lokalen Tourismus von besonderer Bedeutung sind. Generalsanierungen, Investitionen in qualitativ hochwertige Zimmer, moderne Informations- und Kommunikationstechnik und besondere Gästebereiche wie Kinderspielecken, Wellnessanlagen werden gefördert, wie auch barrierefreie Hotels. - Wie wird Huber weiter zitiert?: Tourismus habe herausragende Bedeutung für Wirtschaft und Arbeitsplätze und sei eine der großen Wachstumsbranchen der Zukunft. - Ran an die Töpfe!