Okt
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Blog Gemeinderat (1): Diessens JA zum LEADER-Projekt Ammersee
abgelegt von Hannes Sander in So eine Wirtschaft in Diessen, Wahlen 2008 in Diessen
Einstimmig hat der Gemeinderat soeben Diessens Beteiligung an einer ersten Stufe des LEADER-Projekts Ammersee beschlossen. Das heisst: Diessen ist eine von elf angepeilten Ammersee-Gemeinden, die sich gemeinsam an einem Regionalen Entwicklungskonzept beteiligen und damit evtl. um Aufnahme in das regionale Förderprogramm zur ländlichen Entwicklung bewerben wollen.
LEADER ist nicht englisch, sondern französisch (Überraschung!!):
Es steht für ”Liaison entre actions de développement de l´économie rurale” (Verbindung zwischen Aktionen zur Entwicklung der ländlichen Wirtschaft). Worum es dabei geht und wie es erfolgreich verlaufen kann, hat die Region Auerbergland im oberbayrisch-schwäbischen Alpenvorland gezeigt. Nun also soll sich die Ammersee-Region zusammenraufen und gemeinschaftlich um Aufnahme in das LEADER-Förderprogramm ringen (noch eine – und was für eine freudige - Überraschung!!!). Dem Gemeinderat stellte Markus Blacek von der mobilen Umweltschule Fischen das Projekt vor. Kern: vernetzt soll die ländliche Entwicklung vorangetrieben werden, gefördert mit bis zu 1,5 Mio. EUR in fünf Jahren. Der Kern sind aber nicht die in Aussicht gestellten 1,5 Mio. EUR Fördermittel – der Kern ist das dazu zu erstellende ”Regionale Entwicklungskonzept” (REK), das Situationsanalyse, Leitbilder, Ziele, Strategien, Handlungsfelder und Maßnahmen umfassen soll. Will man sich tatsächlich um LEADER-Mittel bewerben, muss das überzeugende REK bis Frühjahr 2007 stehen! – Die dafür pro beteiligter Gemeinde nötig einzuzahlenden 1.000 EUR wurden einstimmig beschlossen; ohne die bislang üblichen “Hinterfragen”, ob man wirklich ein Leitbild brauche… (Schon wieder eine freudige Überraschung!) – Nun muss Blacek noch acht weitere Ammersee-Gemeinden ins Boot holen, dann muss sehr schnell eine lokale Aktionsgruppe tätig werden und das REK aufgestellt werden… Man darf freudig gespannt sein!
Die Diskussion vor dem Beschluss schien zunächst allein den aufziehenden Kosten gewidmet: nach den 1.000 EUR für das Entwicklungskonzept “drohen” ja bei Aufnahme ins LEADER-Programm ganz andere Hausnummern: da sollen pro Jahr 1 EUR pro Einwohner “Managementpauschale” fällig werden und noch viel mehr müssten ja dann mögliche Projekte finanziert werden, da diese maximal nur zur Hälfte gefördert werden, gab einleitend Bürgermeister Kirsch (DB) zu bedenken. Gemeinderat Franz Sanktjohanser (CSU) wunderte sich über die neu lockenden Fördertöpfe, habe es doch bisher immer geheißen, im Speckgürtel Münchens sei an Fördergelder nicht zu denken. Gemeinderat Edgar Maginot (CSU) wollte noch einmal bestätigt hören, dass es hier um insgesamt 1,5 Mio. EUR gehe, die sich elf Gemeinden in fünf Jahren teilen sollten. Thomas Kanzler (Grüne) meinte, ein Regionales Entwicklungskonzept “für nur 1.000 EUR” bekomme sein klares Ja, er freue sich, dass keine Einwände gegen ein Leitbild zu hören seien. – Weitere Bedenken wurden aus den bisherigen Erfahrungen heraus artikuliert. Hannelore Baur (SPD) sah “riesige Probleme” auf das Projekt zukommen, da hier vier Landkreise unter einen Hut zu bringen wären, wie etwa Bauprojekte in der Vergangenheit gezeigt hätten. Die hier bestehenden Tourismusverbände sollten sich zusammenschließen, meinte sie. In dieselbe Richtung zielte Edgar Maginot: Er fragte in die Runde, ob dann einstimmige Beschlüsse für die einzelnen Projekt zu fassen sein würden. “Wir sind ja nicht einmal fähig, einen gemeinsamen Tourismusverband zu haben.” – Rudolf Gleißl (UBV) schließlich meinte, wenn man gemeinschaftlich feststellen könnte, dass man gemeinsame Projeke hat, dann könnte LEADER Sinn machen. Er stellte die Frage in den Raum, ob man in so kurzer Zeit gemeinsame Projekte entwickeln könne.
Schließlich stimmten die Gemeinderäte einstimmig für den Vorschlag von Bürgermeister Kirsch, dass sich Diessen am Regionalen Entwicklungskonzept beteiligt, und man anhand dieses Konzeptes zu gegebener Zeit beschließen werde, ob man sich am LEADER-Projekt beteiligen will.
Kommentare
4 Kommentare zu “Blog Gemeinderat (1): Diessens JA zum LEADER-Projekt Ammersee”
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[...] Mit Gauting hat nun eine weitere Gemeinde in näherer Nachbarschaft die Arbeit an einem Leitbild begonnen. Eine entsprechende Bürgerversammlung am vergangenen Dienstag, geleitet von der Bürgermeisterin (!!!), soll lt. “Starnberger SZ” 200 Gäste gehabt haben. Auf der Gautinger Website kann man sich neben der vorgestellten Analyse zum Ort über die nächsten Schritte und später hoffentlich auch über die Ergebnisse der fortschreitenden Gemeinschaftsarbeit informieren. Die Ideen der Bürger Gautings sind jetzt gefragt, zu Sie sind gefragt zu… …Städtebau und Ortsbild…Umwelt und Verkehr…Soziales, Bildung und Jugend…Generationen und Integration…Wirtschaft und Gewerbe…Handel und Gastronomie…Freizeit, Kultur und Vereine…Bürgerschaftliches Engagement und Vernetzung…. Ob auch in Diessen die Arbeit an einem Leitbild mit dem jetzt beschlossenen, zaghaften Einstieg in den LEADER-Prozess mit einem dazu erforderlichen “Regionalen Entwicklungskonzept” doch noch Wirklichkeit wird? [...]
[...] Der LEADER-Initiator der Ammersee-Region, Markus Blacek, drückt lt. Heimatzeitung aufs Tempo. Und das ist auch nötig, wenn man den engen Zeitrahmen für die LEADER-Bewerbung sieht. Kürzestfristig seien von ihm die ersten Meetings angesetzt worden; allerdings hätten manche Einlader gar nichts von den Terminen gewusst. – Na ja, jedenfalls soll es am 27.11. sowie am 01. und 02.12. losgehen. – Interessant wird die Zusammenstellung der Runde sein, die nun bis zum Frühjahr ein von allen beteiligten Gemeinden getragenes ”Regionales Entwicklungskonzept” erarbeiten soll. – LEADER heißt aus dem Französischen übersetzt ”Verbindung zwischen Aktionen zur Entwicklung der ländlichen WIRTSCHAFT”. Hoffentlich wird da die heimische Wirtschaft nicht ”vergessen” – etwa wie im März diesen Jahres zur Tagung “Umweltbildung und regionaler Tourismus”. [...]
Das wäre ja zu schön wenn aus der Initiative was heraus kommen sollte. Ich sehe das eher skeptisch.
Selber habe ich die Räsentation des projekts in der GRS in Utting erlebt. Dabei vielen mir die vielen glänzenden Augen der Räte auf als diese von den möglichen Geldsummen hörten.
Hallo? Dafür muss man aber etwas tun und zwar ne Menge.
Fast schon lächerlich fand ich die Präsentation als solches. Mit wie wenigen Mitteln es doch aussenstehende immer wieder schaffen die Gemeine für etwas zu gewinnnen.
Kommen etwa kreative Visionen, Ideen Konzepte aus der Gemeinde selber, sieht die Wirklichkeit schon wieder anders aus. Machts ein anderer — Hurra und allen laufen los.
Etwas NEUES machen ist ja auch so einfach. Die derzeit starke Region einfach mal STARK zu halten und STARK zu präsentieren ist ja auch schwieriger….
[...] Wie bereits bei dem “Votum für” LEADER im Oktober, beschloss der Rat einen “Kompromiss”. Die Bürgerbeteiligung soll am 8. Februar mit einem öffentlichen Treffen starten, zu dem alle interessierten Bürger eingeladen seien. Als “komissarischer Koordinator” fungiert der amtierende Agenda-Sprecher Gunnar Schweizer. Der Gemeinderat behalte sich die Entscheidung vor: sowohl über die vorgeschlagenen Projekte – ob sie in Angriff genommen werden sollen, und wenn ja, mit LEADER- oder Gemeindemitteln. [...]