Keith Thomas ist Director der auf die europaweite Entwicklung von Tourismusprojekten spezialisierten The Petersham Group Ltd. Er hat in 2005 zweimal Diessen besucht und dabei – auch in Gesprächen mit politischen Entscheidungsträgern – die Chancen für ein neuartiges Tourismusprojekt sondiert und seine Ideen dem Gemeinderat vorgetragen. Nun hat er nach zehn Monaten Post aus dem Diessener Rathaus bekommen. Darin wurde ihm lapidar mitgeteilt, dass er Gemeinderat von einer Beauftragung für eine von der Petersham Group angebotenen Vor-Machbarkeitsstudie für ein “Haus der 5 Seen” Abstand genommen habe.

Diese Entwicklung hat der international tätige Tourismusexperte zum Anlass genommen, in einer Nachricht an mich vom 27. September, das Geschehen zu rekapitulieren und noch einmal die Hintergründe für die Idee dieser touristischen Attraktion “Haus der 5 Seen” zu erläutern. – Er skizziert dabei sein hier gewonnenes Bild von Diessen und spart dabei nicht an Kritik an den maßgeblichen Entscheidern der Marktgemeinde. Er betont: ohne enthusiastische Unterstützung der politischen Entscheider und der Lokalmedien ist ein derartiges Projekt nicht zu realisieren. – Mit Zustimmung von Keith Thomas veröffentlicht der “Moosblogger” übersetzt die wesentlichen Passagen seines Briefes:

Die ursprüngliche Idee war, einen neuen Fokus für den Tourismus, die Bildung und den Umweltschutz in Diessen zu entwickeln, der für die Marktgemeinde einen spürbaren Nutzen bringen sollte. Und das, weil Diessen zwar viele positive Attribute besitzt, aber dennoch nicht der Ort mit signifikanten Besucherzahlen ist (verglichen mit anderen, besser im Markt positionierten Orten der Region). Der Grund ist, dass hier ein Fokus fehlt und ein scharfes Profil, das Touristen wie auch Tagesgäste veranlasst in genau diesen Ort zu kommen – und zwar in einer Größenordnung, die stimulierend für die örtliche Wirtschaft sein könnte. Währenddessen strömt die übergroße Mehrzahl der erwerbstätigen Bevölkerung des Ortes jeden Tag nach München oder sonst wohin, weil es am Ort nicht die Jobs gibt, die sie halten könnten. Ganz klar ist das für die Zukunft schlecht; es birgt das Risiko, dass dieser Ort zur Schlafstadt wird und ein Ort für ältere, verrentete Leute.  

Das Konzept vom “5-Seen-Zentrum” war ein von uns beiden erdachtes spezifisches Projekt zur Verbesserung dieser Situation. Detailliert haben wir darin all die Vorteile aufgelistet und mehrfach vorgetragen, die der Gemeinde aus ihrer Unterstützung erwachsen würden. Die Gemeinde schien stets zu glauben, dass irgendjemand die ganze Arbeit erledigen und alle Kosten tragen würde, während man selber sich glücklich in seinem Sessel zurücklehnt und freudig auf die Vorteile wartet. Scheinbar haben sie nie verstanden, dass bei einem derartigen Projekt SIE SELBST Initiator sein müssten und der „Eigentümer des Projektes“ von Beginn an. Im Unterschied zu vielen anderen Städten waren sie völlig unwillens, nicht einmal einen kleinen Geldbetrag zu investieren, um den Prozess überhaupt zu starten.    

Im Grunde glaube ich, dass Diessen zurzeit eher nicht der richtige Platz für das Projekt ist, angesichts des Verhaltens der Gemeinde und eines Teils der Lokalmedien. Ohne deren enthusiastische Unterstützung ist es unwahrscheinlich, dass dieser Vorschlag vorankommt, selbst dann nicht, wenn wir beide Zeit und Aufwand investieren um die erste Phase alleine zu entwickeln. Man sollte dabei auch nicht die bereits aufgewendete Zeit und Kosten vergessen, von uns in gutem Glauben eingebracht – angesichts der Ermutigung, die wir anfänglich von Herrn Kirsch und seinen Kollegen erhalten hatten. Wir beide haben bereits einen erheblichen Einsatz eingezahlt um der Gemeinde zu helfen, diese ist aber nicht interessiert.

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