Mrz
8
Seit Jahren dampft sie vor sich hin, diese heiße Kartoffel: das “Gewerbegebiet Romenthal”. Warum sollte man es endlich realisieren? Meist werden in der Öffentlichkeit Gründe gegen irgend etwas breit erörtert. Ich mache es einmal umgekehrt und will erklären, warum ich für ein Gewerbegebiet Romenthal bin. Read more
Seit Jahren dampft sie vor sich hin, diese heiße Kartoffel: das "Gewerbegebiet Romenthal". Warum sollte man es endlich realisieren? Meist werden in der Öffentlichkeit Gründe gegen irgend etwas breit erörtert. Ich mache es einmal umgekehrt und will erklären, warum ich für ein Gewerbegebiet Romenthal bin.
Kurz zur Historie: Vor über sechs Jahren hat die Gemeinde vom Freistaat eine große Fläche des ehemaligen staatlichen Versuchsgutes Romenthal mit der Auflage gekauft, dort ein Gewerbegebiet anzusiedeln. Es gab danach, zu Hochzeiten des Dotcom-Booms, einen Anlauf, mit einer Entwicklungsgesellschaft tatsächlich etwas zu entwickeln; eine ganze Reihe Interessenten waren gelistet. Doch mit dem allgemeinen wirtschaftlichen Niedergang entschlummerte das Vorhaben Gewerbegebiet Romenthal, das bis dahin bei weitem nicht nur Befürworter in Dießen hatte. Seither versuchte die Marktgemeinde, dieses ihr Grundstück möglichen Investoren des weitaus größeren, benachbarten Landstücks "Staatsgut Romenthal" (Verkauf erfolgt durch den Freistaat) mit anzubieten. Das hätte für den Investor und die Gemeinde seinen Reiz: der Käufer könnte selbst auf dem "Gewerbegrund" bauen (was ihm auf seinem großen Landstück nur begrenzt möglich wäre) und hätte bei der Auffahrt zu seinem Grund kein "lästiges Gewerbegebiet" vor der Nase; die Gemeinde wäre endlich ein ungelöstes und inzwischen gar nicht mehr billiges Problem los.
Alljährlich hat zumindest der Gewerbeverband auf seinen Jahreshauptversammlungen immer wieder auf die still vor sich hin dampfende heiße Kartoffel hingewiesen. Neben den verschenkten Möglichkeiten wurde in Regelmäßigkeit der ständig wachsende Quadratmeterpreis thematisiert.
Dieser inzwischen bei etwa 125 EUR liegende Preis dürfte der Knackpunkt in der ganzen weiteren Debatte werden. Welcher Unternehmer zahlt das, zumal im Nachbarort Raisting für etwas mehr als die Hälfte Gewerbegrund zu haben ist?
So sollte aus der Not eine Tugend gemacht werden: der Grund ist teuer, ja - aber er ist auch unendlich reizvoller als etwa ein Stück Land im Schatten der Raistinger Antennen-Kugeln.
Diese Romenthal-Fläche mit Seebblick sollte Überlegungen zu einem "ganz anderen" Gewerbegebiet auslösen. Wie wäre es mit einem feingliedrigen Komplex, in dem man Kleinunternehmern, Selbständigen und Freiberuflern die Möglichkeit bietet, Eigenheime zu bauen, in denen sie Werkstätten, Büros, Ladenlokale, Lagermöglichkeiten etc. integrieren? Im Zentrum einer solchen Anlage könnte ein Gemeinschaftsbau entstehen, der für alle die notwendige Infrastruktur vorhält, wie etwa einen Büro- (und Post!)-service, Hausmeisterdienst, Meetingräume, Mietbüros, Catering, Kantine usw. - Was für eine Herausforderung für visionäre Planer und Architekten!!!
Mit einem derartigen, innovativen Konzept sollte vor allem "weißes Gewerbe" umworben werden. Dießen hat eine großartige Tradition als Künstlerstandort. Es sollte Ziel sein, kreative Firmen und Köpfe nach Dießen zu holen bzw. diese im Ort zu halten. Täglich pendeln aus Dießen 2.000 Menschen zur Arbeit und Ausbildung aus, darunter hunderte hoch qualifizierte Leute, deren Arbeitsplatz im Internet-Zeitalter doch nicht zwingend im staugeplagten München bleiben muss.
Mit dem neuen Gymnasium haben wir eine hervorragende Initialzündung, diese Auspendel-Bewegung einzudämmen. Ein innovatives Gewerbegebiet Romenthal, als "Techno-Park", "Kreativ-Zentrum" oder wie auch immer wäre die Frischzellenkur für den schlafenden Riesen Dießen.
Mrz
7
Salam,
ich bitte meine penetrante Abwesenheit zu entschuldigen, aber meistens tue ich mich schwer, eigene Positionen zu finden, was die teilweise gar nicht so unwichtigen Themen vor Ort betrifft. Das sollte keinesfalls nach Großkotz klingen, eher nach aufrichtig eingestandener Unwissenheit was die kommunal-real-politischen Details betrifft. Aber Detailwissen folgt nun mal dem Interesse an den Details. Und eben das geht einem verloren, wenn man in sicherer Distanz zum Ort des Geschehens wohnhaft ist, – in diesem Fall im schönen Osten
Distanz bringt aber auch Vorteile mit sich: Von außen betrachtet, schauen die Dinge manchmal anders aus. Gerade uns Diessenern geht’s ganz besonders gut und deshalb sollten wir – auch und gerade im eigenen Interesse – nie aus den Augen verlieren, dass es zwei Arten von Problemen gibt: Einerseits echte Probleme und dann die, die andere gerne hätte. Nach meiner Einschätzung befindet sich der am schlechtesten gestellte Diessener in Punkto Lebensstandard / Wohlstand statistisch immer noch locker unter den obersten 2% der Weltbevölkerung. Das vereint uns alle, trotz aller Vielschichtigkeit des Ortes und seiner Bevölkerung.
So nehme ich das letzte Posting von Sebastian Goy als Steilvorlage auf …
Danke für die wichtige Information zum Projekt: http://www.kinder-der-welt.org und seinen gegenwärtigen echten Problemen. Read more
Salam,
ich bitte meine penetrante Abwesenheit zu entschuldigen, aber meistens tue ich mich schwer, eigene Positionen zu finden, was die teilweise gar nicht so unwichtigen Themen vor Ort betrifft. Das sollte keinesfalls nach Großkotz klingen, eher nach aufrichtig eingestandener Unwissenheit was die kommunal-real-politischen Details betrifft. Aber Detailwissen folgt nun mal dem Interesse an den Details. Und eben das geht einem verloren, wenn man in sicherer Distanz zum Ort des Geschehens wohnhaft ist, - in diesem Fall im schönen Osten
Distanz bringt aber auch Vorteile mit sich: Von außen betrachtet, schauen die Dinge manchmal anders aus. Gerade uns Diessenern geht’s ganz besonders gut und deshalb sollten wir – auch und gerade im eigenen Interesse - nie aus den Augen verlieren, dass es zwei Arten von Problemen gibt: Einerseits echte Probleme und dann die, die andere gerne hätte. Nach meiner Einschätzung befindet sich der am schlechtesten gestellte Diessener in Punkto Lebensstandard / Wohlstand statistisch immer noch locker unter den obersten 2% der Weltbevölkerung. Das vereint uns alle, trotz aller Vielschichtigkeit des Ortes und seiner Bevölkerung.
So nehme ich das letzte Posting von Sebastian Goy als Steilvorlage auf …
Danke für die wichtige Information zum Projekt: http://www.kinder-der-welt.org und seinen gegenwärtigen echten Problemen. Solche Informationen passen wie die Faust aufs Auge zu einem Projekt wie dem Moos-Blog. Der Punkt dabei ist der, dass wir nicht helfen müssen, niemand MUSS helfen, sondern dass wir wirklich helfen KÖNNEN. Können im Sinne von: glücklicherweise sind wir zufälligerweise in der Lage, mal was Gutes zu tun, ohne uns selbst dabei irgendwie verrenken zu müssen. Ein solches Engagement ist gesund, und da passt einfach alles zusammen: Der Moosblog als Medium und „der Ort des Geschehens“, den ich als ganz besonders außergewöhnlich solidarisch kenne. Gerade wenn sich schon der Hauch eines persönlichen Bezuges herstellen lässt. Und der ist ja gegeben, da der „Zukunft für Kinder der Welt e. V.“ in Diessen ansässig ist, womit sich die in diesem Zusammenhang oft gestellte Vertrauensfrage gleich mit erledigt.
Ich für meinen Teil bin jedenfalls schon fleißig am helfen und werben wo ich kann und bin mir ziemlich sicher, dass sich die 12.000 US finden werden. Etwas, was so logisch ist, kann nur funktionierten. In den AK müsste es noch. Wer informiert BB? – Hannes ;-) …