Mrz
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Warum ich für ein Gewerbegebiet Romenthal bin
abgelegt von Hannes Sander in So eine Wirtschaft in Diessen
Seit Jahren dampft sie vor sich hin, diese heiße Kartoffel: das “Gewerbegebiet Romenthal”. Warum sollte man es endlich realisieren? Meist werden in der Öffentlichkeit Gründe gegen irgend etwas breit erörtert. Ich mache es einmal umgekehrt und will erklären, warum ich für ein Gewerbegebiet Romenthal bin.
Kurz zur Historie: Vor über sechs Jahren hat die Gemeinde vom Freistaat eine große Fläche des ehemaligen staatlichen Versuchsgutes Romenthal mit der Auflage gekauft, dort ein Gewerbegebiet anzusiedeln. Es gab danach, zu Hochzeiten des Dotcom-Booms, einen Anlauf, mit einer Entwicklungsgesellschaft tatsächlich etwas zu entwickeln; eine ganze Reihe Interessenten waren gelistet. Doch mit dem allgemeinen wirtschaftlichen Niedergang entschlummerte das Vorhaben Gewerbegebiet Romenthal, das bis dahin bei weitem nicht nur Befürworter in Dießen hatte. Seither versuchte die Marktgemeinde, dieses ihr Grundstück möglichen Investoren des weitaus größeren, benachbarten Landstücks “Staatsgut Romenthal” (Verkauf erfolgt durch den Freistaat) mit anzubieten. Das hätte für den Investor und die Gemeinde seinen Reiz: der Käufer könnte selbst auf dem “Gewerbegrund” bauen (was ihm auf seinem großen Landstück nur begrenzt möglich wäre) und hätte bei der Auffahrt zu seinem Grund kein “lästiges Gewerbegebiet” vor der Nase; die Gemeinde wäre endlich ein ungelöstes und inzwischen gar nicht mehr billiges Problem los.
Alljährlich hat zumindest der Gewerbeverband auf seinen Jahreshauptversammlungen immer wieder auf die still vor sich hin dampfende heiße Kartoffel hingewiesen. Neben den verschenkten Möglichkeiten wurde in Regelmäßigkeit der ständig wachsende Quadratmeterpreis thematisiert.
Dieser inzwischen bei etwa 125 EUR liegende Preis dürfte der Knackpunkt in der ganzen weiteren Debatte werden. Welcher Unternehmer zahlt das, zumal im Nachbarort Raisting für etwas mehr als die Hälfte Gewerbegrund zu haben ist?
So sollte aus der Not eine Tugend gemacht werden: der Grund ist teuer, ja – aber er ist auch unendlich reizvoller als etwa ein Stück Land im Schatten der Raistinger Antennen-Kugeln.
Diese Romenthal-Fläche mit Seebblick sollte Überlegungen zu einem “ganz anderen” Gewerbegebiet auslösen. Wie wäre es mit einem feingliedrigen Komplex, in dem man Kleinunternehmern, Selbständigen und Freiberuflern die Möglichkeit bietet, Eigenheime zu bauen, in denen sie Werkstätten, Büros, Ladenlokale, Lagermöglichkeiten etc. integrieren? Im Zentrum einer solchen Anlage könnte ein Gemeinschaftsbau entstehen, der für alle die notwendige Infrastruktur vorhält, wie etwa einen Büro- (und Post!)-service, Hausmeisterdienst, Meetingräume, Mietbüros, Catering, Kantine usw. – Was für eine Herausforderung für visionäre Planer und Architekten!!!
Mit einem derartigen, innovativen Konzept sollte vor allem “weißes Gewerbe” umworben werden. Dießen hat eine großartige Tradition als Künstlerstandort. Es sollte Ziel sein, kreative Firmen und Köpfe nach Dießen zu holen bzw. diese im Ort zu halten. Täglich pendeln aus Dießen 2.000 Menschen zur Arbeit und Ausbildung aus, darunter hunderte hoch qualifizierte Leute, deren Arbeitsplatz im Internet-Zeitalter doch nicht zwingend im staugeplagten München bleiben muss.
Mit dem neuen Gymnasium haben wir eine hervorragende Initialzündung, diese Auspendel-Bewegung einzudämmen. Ein innovatives Gewerbegebiet Romenthal, als “Techno-Park”, “Kreativ-Zentrum” oder wie auch immer wäre die Frischzellenkur für den schlafenden Riesen Dießen.
Kommentare
1 Kommentar zu “Warum ich für ein Gewerbegebiet Romenthal bin”
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[...] Wie das “Landsberger Tagblatt” heute berichtet, haben bei der “Beteiligung der Bürger und Behörden” sowohl Agenda 21 als auch ein paar Diessener Bürger Einwände gegen den beschlossenen Planentwurf für ein Gewerbegebiet Romenthal erhoben. Die Agenda warne vor der “nachhaltigen Zerstörung eines einmaligen Landschaftsraumes” und werfe vor, die Planung gehe “nicht sehr zimperlich” mit dem Gelände um. – Einwände gegen den Entwurf auch von mir: Angesichts der besonders wertvollen Lage und eingedenk der Tatsache, dass es sich hier um die letzte größere Fläche handeln soll, die in Diessen für die gewerbliche Entwicklung vorgesehen ist. Zuletzt im März hatte ich Vorstellungen für ein neuartiges, angemessenes Gewerbegebiet skizziert, das dort Arbeiten und Wohnen verbinden und das durch die Ansiedlung “weißen Gewerbes” der wirtschaftlichen Entwicklung des Ortes passende Impulse verleihen soll. - Fantasie und Mut zu neuartigen Entwicklungen in der Kreativengemeinde Diessen sind gefragt. Wer ein leidiges Thema irgendwie und möglichst rasch vom Tisch kriegen will, geht nicht nur “nicht zimperlich” mit einer Riesenchance um, er zerstört sie ”nachhaltig”. [...]