Deichkind – Like mich am Arsch from DJ Coma on Vimeo.

Ich bin ja nun schon ein paar Wochen fern von Facebook. Mir hatten die neuen Nutzungsbedingungen nicht geschmeckt – da war ich also weg…
Jetzt zieht ein Song von “Deichkind” durchs böse Internetz, der ganz offensichtlich auch kein Loblied auf Facebook ist. Es geht zwar vor allem um den dortigen Riesenhaufen Nichtssagendes – und leider nicht um Datenschutz-Kritisches. Aber dennoch findet der Song – natürlich! – ganz viele LIKEs, trotz seinem Titel…

Am Freitag ist wieder Radl-Demo für den Radweg Birkenallee zwischen Dießen und Fischen. Start ist 17 Uhr am Feuerwehrhaus in Fischen. Zuletzt trafen sich die Diessener Befürworter immer eine halbe Stunde vorher, 16.30 Uhr, am Bahnübergang Ortsausgang Richtung Raisting zur gemeinsamen Hinfahrt.

Zwar bin ich diesmal nicht dabei, aber dennoch hoffe ich, dass die Diessener wieder so zahlreich Flagge zeigen, wie immer…!

Vor der Radl-Demo hat die “Initiative Birkenallee-Radweg” übrigens eine Presseinformation veröffentlicht, die hier ungekürzt nachzulesen ist:

Birkenallee-Radweg / „Wir warten auf die Studie“ / Faktencheck brachte keine Ergebnisse

„Wir warten auf die Ergebnisse der Machbarkeitsstudie, von ihr hängt es ab, ob überhaupt eine Chance besteht, den Birkenallee-Radweg zu realisieren oder nicht“. So fasst Prof. Ernst Roeckl (Fischen) die aktuelle Situation um die von vielen Bürgern in der Region ersehnte Radverbindung zwischen Fischen und Dießen zusammen. Der unter größter Geheimhaltung Mitte Januar in Dießen veranstaltete nicht öffentliche sogenannte Faktencheck dagegen brachte so gut wie keine Ergebnisse. „Zwar sollen die einzelnen Beiträge der Teilnehmer in Kürze veröffentlicht werden, aber ich habe den Eindruck, das bringt uns nicht wirklich weiter“, so Roeckl.

Deswegen setzt die von der Lebensraumplanung Pähl ins Leben gerufene Initiative Birkenallee-Radweg jetzt ihre Hoffnungen auf die Machbarkeitsstudie, in der ein unabhängiges Institut alle relevanten Fakten rund um einen Radweg entlang der Birkenallee untersucht und gegeneinander abwägt. „Hier spielen Fakten zum Brutverhalten der in dem Gebiet angesiedelten Vögel ebenso eine Rolle, wie Daten zum Verkehr auf der Birkenallee“, so Pähls Bürgermeister Werner Grünbauer. Er hatte mit seinen Kollegen aus Dießen und Raisting die Studie in Auftrag gegeben. Sie soll im Juni dieses Jahres veröffentlicht werden.

Bis es soweit ist wird die Initiative Birkenallee-Radweg an jedem ersten Freitag im Monat Radldemos von Fischen nach Dießen organisieren. Nach einem eher frostigen Auftakt Auftakt im März, an dem immerhin über 70 Radler aus Fischen und Dießen teilgenommen haben, erwartet Hauptinitiator Roeckl am Karfreitag, 3. April, bereits wieder über 100 Teilnehmer. „Wir haben die Veranstaltung wieder offiziell als Demonstration angemeldet, so dass wir gefahrlos auf der von der Polizei gesperrten Birkenallee von Fischen nach Dießen und zurück radeln können.“

Berlin, Düsseldorf, Hamburg, Karlsruhe, Leipzig, Mallorca, München, Ravensburg, Rosenheim, Salzburg, Stuttgart, Wolfsburg, Zürich … und Diessen am Ammersee (!!): Die Cowork2015, Coworking Barcamp & Konferenz am vergangenen Wochenende in Stuttgart, hat meine Erwartungen an das lange ersehnte Treffen der deutschsprachigen Coworking-Community bestens erfüllt. Ich war dabei, habe Motivation getankt, Ideen eingesaugt, interessante Leute getroffen. Und ich durfte in einem friendly Expertenkreis vor Gleichgesinnten aus allen Himmelsrichtungen das Ammersee Denkerhaus vorstellen – und unsere Diessener Pioniertat hat als Vorbild wohltuende Anerkennung gefunden.

CoWork2015_banner

studie cover coworkingZum Einstieg in die Cowork2015 stellte samstagfrüh Klaus-Peter Stiefel vom renommierten Fraunhofer Institut eine Studie “Faszination Coworking” vor. Besonders interessierten mich seine Ausführungen zu der Frage, wie eine Zusammenarbeit zwischen Coworking Spaces wie dem Ammersee Denkerhaus und Unternehmen funktionieren kann. Es gab interessante Einblicke, wie Unternehmen über Coworking denken und wie sie Coworking-Ansätze realisieren. Da gibt es also ganz verschiedene Ansätze: vom Sponsoring über das Einmieten in bestehende Coworking-Spaces und die eigene Nachbildung von Coworking-Elementen als “unternehmeninterne Spielwiesen” bis zur Eröffnung eigener Coworking-Spaces, was also auch durchaus Wettbewerb für bestehende Spaces bedeuten kann. Laut Fraunhofer-Experte Klaus-Peter Stiefel sind verschiedene Motivationen bei Unternehmen anzutreffen. Da gibt es z.B. Coworking anstatt Home-Offices eigener Mitarbeiter, da wird andererseits Coworking zur Kompetenzerweiterung der Mitarbeiter gefahren, Coworking als Teil-Sabbatical akzeptiert (Angestellte können an Urlaubsorten coworken) oder auch Coworking im Verbund mit anderen Unternehmen gestartet, um den Austausch zu fördern.

Und die Konsequenzen aus diesen diversen Ansätzen? Ich glaube, Coworking-Spaces sind gut beraten, wenn sie unabhängig bleiben. Denn das A & O erfolgreicher Coworking-Spaces  sind deren Grundwerte Collaboration / Community / Sustainability / Openess / Accessability, die in jedem Fall zum Überleben beibehalten werden müssen. Wenn das aber in einer Kooperation mit Unternehmen gewahrt werden kann, beide Parteien zusammenpassen, die Community erhalten und weiterentwickelt wird, dann bietet die Zusammenarbeit mit Unternehmen erhebliches Potenzial, das “Coworking-Geschäft aufzumöbeln”, wie es Stiefel formulierte. Es geht also um eine ausbalancierte, maßvolle Entwicklung, die keine keine Bubbles bildet, die dann nichts mehr der Coworking-Community bringen. “Verkauft Eure Seele nicht!” Bemerkenswert fand ich die spürbar große Sympathie des Referenten für das Coworking. Stiefel erklärte: “Coworking: It’s just about fun!”. Auf die traditionlle Arbeitswelt schielend, bemerkte er anerkennend: “Dass Ihr nur mal wisst, wie gut es Euch geht!”

cowork2015_barcamp

Das Programm zum anschließenden Cowork2015-Barcamp wurde dank der zahlreichen, zum echten Teilen bereiter Teilnehmer binnen kürzester Zeit picke packe voll gepackt (Bild oben). Mit dabei zwei Vorschläge aus dem Ammersee Denkerhaus: Erfahrungsaustausch zum “Coworking auf dem Lande” und “Zusammenarbeiten in einem Coworking Space”.

Bevor ich meine Session “Coworking auf dem Lande” zu bestreiten hatte, konnte ich in einigen Runden zuvor höchst interessante Diskussionen erleben. Da ging es anfangs um das Thema “Coworking bekannter machen”. In Öffentlichkeit (nicht nur am Ammersee) wie in der kleinen, großen und ganz großen Politik muss die gebührende Beachtung – und damit Unterstützung – erreicht werden. Als Ergebnis dieser Session wurde auf der Cowork2015 die “German Coworking Federation” gegründet. Yes!!!

In einer nächsten, von mir besuchten Session ging es um Fragen der Finanzierung und Förderung von Coworking-Spaces. Ein weit verbreitetes, zumeist unbefriedigend gelöstes Problem. Hoffnungsschimmer: Es gibt Kommunen, die Coworking-Spaces als Keimzellen wirtschaftlicher Entwicklung fördern; in Wolfsburg ist das Coworking Space sogar eine 100-prozentige städtische Einrichtung mit 3 festen Angestellten.

Eine dritte, von mir besuchte Session rankte sich um “Coworking im Ferienparadies”. “Wenn Diessen vielleicht ein Ferienparadies ist, dann…”, war meine Eingangsüberlegung dort hineinzuhören. In dem Workshop stellten @DoSchu Coworking auf Mallorca und @MarkTheGlobe das Coworking Camp (Nov.-Dez. 2015, 6 Wochen, in Tunesien) vor. Tolle Initiativen, denke ich. Wenn es zutrifft, dass Arbeiten und Urlaubmachen immer mehr verschwimmen, steckt da nicht auch die eine oder andere Idee in dem Thema, das Coworking in unserer Region, das Ammersee Denkerhaus, voranzubringen? Ich freue mich schon, mit meinen Denkerhaus-Mitdenkern hier weiter zu spinnen.

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(Bild: Twitter @winchenbach)

Schließlich habe ich dann am Samstagnachmittag selbst eine kleine Session mit 20 Zuhörern moderiert. Dabei habe ich erzählt, wie wir in Diessen am Ammersee mit dem Ammersee Denkerhaus Coworking auf das Land verpflanzt haben. Aus unseren Erfahrungen der letzten Jahre habe ich einige Erfolgsgeheimnisse geteilt: Community & Networking & Engagement, handfester Nutzen für die Beteiligten sind die Basis, ebenso wie ganz viel Herzblut, grundsolides Wirtschaften und Wohlfühlen, Wohlfühlen, Wohlfühlen… Eine ganze Reihe Fragen konnte ich bei meinem Vortrag beantworten. Und ich habe eine wohltuende Anerkennung als Feedback erfahren, die ich gerne zuhause mit meinen Denkerhaus-Kollegen teile. Mein Eindruck: Wir sind richtig gut dabei mit unserem Projekt – und zwar inzwischen ziemlich weit vorne…! Wer etwas ausführlicher und in einem anderen Medium über meine Session und die Reflektionen dazu nachlesen will, wird bei den NETZPILOTEN – Medienpartner der cowork2015 – fündig.

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Wie Ihr vermutlich schon gemerkt habt, bin ich an diesem Montagnachmittag immer noch beflügelt von der #Cowork2015. Es gab dort übrigens einige Anstupser von Zuhörern, denen ich offensichtlich ein sehr schönes Bild vom Ammersee und seinem Denkerhaus in die Köpfe gemalt haben muss. Ob denn nicht eine der nächsten Coworking-Konferenzen in unserem Luftkurörtchen an den Stränden des Südzipfels des Ammersees stattfinden könnte. – Gefällt mir, diese Idee. Aber das ist eine andere Geschichte.

Abgesagt

abgelegt von Hannes Sander in Diessen | Kommentare deaktiviert 

Gestern Abend ist etwas dazwischengekommen. Ich war also nicht bei der Bürgerversammlung.

Weil ich so meinen Antrag nicht persönlich begründen und in evtl. Diskussionen erläutern und verteidigen konnte, habe ich ihn vorab zurückgezogen.

Nun müsst Ihr Euch, treue MOOSBLOGGER-Gemeinde, noch ein, zwei, drei Tage gedulden, bis Ihr der Holzpresse entnehmen könnt, was so alles los war bei der Bürgerversammlung im Kirchsteig. So sorry!

Wer dem zahlenreichen Haushaltsbericht unseres Bürgermeisters Herbert Kirsch lauschen will, wer “Anfragen” zum Geschehen in unserem Luftkurörtchen an Bürgermeister, Gemeinderäte und Verwaltungsmitarbeiter hat oder deren Beantwortung verfolgen und diskutieren will, der hat heute Abend DIE Gelegenheit dazu: Um 20 Uhr findet im “Wirtshaus am Kirchsteig” die alljährliche “Bürgerversammlung für den gesamten Gemeindebereich Diessen” statt.

Ich habe natürlich ein paar Fragen und ich habe offiziell einen Antrag gestellt (nachlesen: hier). Wenn der eine Mehrheit findet, wird der Gemeinderat beauftragt, sich des Themas “Mehr/bessere Informationen vor und nach den Gemeinderatssitzungen öffentlich machen” anzunehmen.

Freue mich auf interessante Diskussionen!

Nach der gestrigen Gemeinderatssitzung war ich irgendwie “unmotiviert”, hatte kaum Bock, etwas über das frisch Erlebte zu schreiben. 20 Stunden danach geht es mir nicht viel besser. Die Tagesordnung mit diesen Punkten:
15. Erdgasversorgung Riederau, Vereinbarung wg. Baukostenzuschuss zum Verlegen einer Gasleitung
16. Ringmaier, Antrag auf Sondernutzung öffentl. Verkehrsflächen für Lokal „Kleine Haie“
17. Kleber, Antrag auf Duldung bestehender Terrassensitzplätze
18. Carl-Orff-Schule, Anhörung zur Änderung des Schulsprengels für Mittelschule
19. Ammersee Business Club (ABC), Flohmarkt in den Seeanlagen
20. SPD, Ortsverein Dießen, Bildung eines Ausschusses “Asylbewerber und Flüchtlinge”
21. Bekanntgaben und Anfragen

hatte mich gelockt, aber die Sitzung verlies ich etwas … unschlüssig.

Da gab es eine lange Debatte zu einem Antrag (Punkt 16) des Lokals “Kleine Haie”. Auf öffentlichem Grund, gegenüber, in der Sonne, wollten sie ein paar wenige Tische – gegen eine zu vereinbarende Bezahlung – aufstellen dürfen. Dabei handelt es sich um ein kleines Fleckchen (siehe Bild; dort, wo der blaue Hänger steht) neben einem zu pflanzenden Baum, das – zum Leidwesen der Antragsteller – aber als Platz für Fahrradständer geplant und beschlossen (!!) ist. Dass da gar kein Weg rein führte, auch überhaupt nicht angedacht wurde, im Interesse des kleinen Lokals vielleicht einen anderen Platz für die Fahrradständer zu suchen, wunderte mich in meinem Zuhörersessel schon etwas. Vermutlich kenne ich wieder einmal nicht die ganze Geschichte………

kleien haie

Die angekündigte Anhörung zur “Änderung des Schulsprengels” (Punkt 18) entpuppte sich danach als Verlesung und Beschlussfassung eines Vertragsentwurfs. Ziemlich harte Kost für einen Nicht-Beamten! Aber für einen mit Sprache arbeitenden Spötter ein gefundenes Fressen, wurde doch ein Kapitel, sorry Absatz oder doch Paragraph 2 (?), mit der Überschrift “Verpflichtung zur Tragung des Schulaufwandes” vorgetragen. Das Wort “Tragung” riss mich aus dem Vorschlummer, denn es könnte vielleicht nach Lizensierung gar Eingang in die deutsche Beamtensprache finden und nachhaltig Lizenzgebühren in die Gemeindekassen spülen. ;-)

Ausgedehnt erlebten die Zuhörer auch die dann folgende Diskussion um den Antrag des Ammersee Business Club (ABC), der sich um die Ausrichtung des vom Frauenbund “niedergelegten” Flohmarkts in den Seeanlagen bewarb. Diese schier heilige wie offensichtlich lukrative Kuh soll, dazu gibt es wohl auch einen Grundsatzbeschluss, nicht-kommerziellen Ausrichtern zur “Auffüllung” von Vereinskassen vorenthalten bleiben. Nun kam aber der frisch gebackene ABC daher, der an den Flohmarkt-Einnahmen Schulen und Kindergärten in Diessen zu beteiligen gewillt ist. Er erntete mehr Skepsis als Begeisterung. Was haben wohl die ABCler gedacht: “Dann macht doch Euer Zeug alleine!”…??

Schließlich rankte sich die letzte, ebenso langwierige Diskussion um einen SPD-Antrag (Punkt 20), einen Ausschuss “Asylbewerber und Flüchtlinge” zu bilden. Erfahren habe ich in dem ausgedehnten Disput eigentlich nichts darüber, wie dieser Ausschuss was arbeiten sollte. Am Ende stand aber fest, es gibt keinen Ausschuss, das Thema “Asylbewerber und Flüchtlinge in Diessen” bleibt Chefsache von Bürgermeister Kirsch und wird alle 2 Monate auf der Tagesordnung des Gemeinderats stehen. Zumindest das ist eine gute Lösung.

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